Zimtschnecken satt

Kuriose Feiertage gibt es auf der ganzen Welt. Manche national, andere international. Die meisten dieser ungewöhnlichen Feiertage stammen aus den USA und werden auch nur dort begangen. Oder hat hier schon mal jemand vom Tag des verfluchten Kühlschranks gehört? Doch auch in Skandinavien gibt es den einen oder anderen Feiertag, der im ersten Moment für Erstaunen sorgt. Einer davon ist der kanelbullens dag (dt. Tag der Zimtschnecke), der seit 1999 jedes Jahr am 04. Oktober in Schweden gefeiert wird. 

© Otto Norin via Unsplash

Gemein haben all diese Feiertage, dass sie für einen Tag einen bestimmten Gegenstand, eine Person oder einen Vorgang in den Fokus der breiten Öffentlichkeit rücken. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um einen gesetzlichen Feiertag, aber es signalisiert – in diesem Fall – den Stellenwert der Zimtschnecke im alltäglichen Leben. Dabei ist die Zimtschnecke eine relativ junge Erfindung, die ihren Ursprung erst in den 1920er Jahren hatte. Das liegt unter anderem daran, dass die benötigten Zutaten wie Zucker, Butter und Mehl erst nach Ende des Ersten Weltkrieges wieder in größeren Mengen für die Bevölkerung erhältlich waren. Inzwischen ist das Gebäck jedoch auch außerhalb Schwedens nahezu untrennbar mit der Kaffeekultur und der fika-Pause verbunden.

Eingeführt wurde der kanelbullens dag von Kaeth Gardestedt. Diese war damals Vorsitzende des Hembakningsrådet (Heimbäckerverein), dessen 40-jähriges Bestehen man feiern wollte, indem ein beliebtes Gebäck der schwedischen Backtradition in den Fokus gerückt wurde. Die Wahl fiel auf die Zimtschnecke. Und da am 04. Oktober 1999 in Schweden der internationale Kindertag gefeiert wurde, entschied Gardestedt die beiden Feierlichkeiten zu kombinieren. Womit die Zimtschnecke in gewisser Weise auch ein Symbol für Fürsorge wurde. Das schöne, jeder kann an diesem Feiertag teilnehmen. Also auf in die nächste Bäckerei oder besser noch, man backt einfach selbst ein paar und lädt zu Kaffee und Kanelbullar ein.

Rezept für Zimtschnecken (ca. 25 Stück)

© Kjartan Einarsson via Unsplash

Teig: 500g Mehl, 25g frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe, 150g weiche Butter, 50g Zucker, 1 Ei, 250ml Milch, 1 Prise Salz

Füllung: 4EL weiche Butter, 2-3TL Zimt (gemahlen), 50g Zucker, 1 Ei, 50g Hagelzucker (Dekoration)

Die Butter in einem Topf schmelzen und die Milch hinzugeben. Die frische Hefe in die lauwarme Milch hineinbröseln und verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Diese Mischung mit dem Ei, Zucker, Salz und Mehl in einer Schüssel vermengen und so lange kneten bis der Teig gut formbar ist, nicht mehr an den Händen klebt und eine glatte Oberfläche bildet. Für 30-40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Den Teig danach erneut kneten, in zwei gleich große Stücke teilen und jeweils in dünne rechteckige Flächen ausrollen.

Für die Füllung die Butter schmelzen und großzügig auf die Oberseite der beiden Teigstücke streichen. Anschließend gleichmäßig mit Zimt und Zucker bestreuen. Die beiden Teigflächen der Länge nach aufrollen, in ca. 2-3 cm dicke Scheiben schneiden und mit genügend Abstand auf einem Backblech verteilen und noch einmal ein wenig aufgehen lassen. Zu guter Letzt das Ei verquirlen und auf die Schnecken streichen, mit Hagelzucker bestreuen und dann bei 220°C (Umluft) für etwa 10 Minuten backen bis die Zimtschnecken goldbraun sind. 

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Johanna

Johanna

Hat ihr Herz schon als Kind an Schweden verloren. Bis heute begeistert sie sich für schwedische Literatur im Besonderen und skandinavische Lebensart im Allgemeinen. Hat eine unstillbare Sehnsucht nach den nahezu unberührten Landstrichen Skandinaviens und träumt von einem Häuschen auf den Schären.