Laskiainen: Rodeln, Erbsensuppe und Laskiaispulla

©G.Elser via Wikimedia Commons

In der Zeit, in der in Deutschland die Karnevalsumzüge in vollem Gange sind und Faschingsfeten organisiert werden, feiern die Finnen Laskiainen (dt. Fastnacht). Auch im Norden nutzen die Menschen noch einmal die Tage, bevor traditionell die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern beginnt. Allerdings hat das heutige Laskiainen nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Feiertag gemein.

Ein Feiertag mit christlichem Ursprung

Früher aß man äußerst reichlich, um so alle Lebensmittel zu verbrauchen, die während der Fastenzeit nicht erlaubt waren, wie beispielsweise Fleisch. Das Fasten im klassischen Sinne wird aber heutzutage meist nur noch von streng gläubigen Christen ausgeübt. Der Trend geht aber neuerdings hin zum gesundheitlichen Fasten bzw. zum Verzicht auf bestimmte Dinge, wie Schokolade oder Zucker, oder das Verringern des eigenen Medienkonsums.

Laskiaissunnuntai, also der Fastnachtssonntag, zählt zu den beweglichen Feiertagen. Das Datum liegt zwischen dem 8. Februar und dem 7. März.  Zwei Tage später, also einen Tag vor Aschermittwoch, gibt es auch noch den Laskiaistiistai (Fastnachtsdienstag), nach dem dann spätestens das traditionelle Fasten beginnt.

Ein Tag voller Spaß im Schnee

Heutzutage organisieren Schulen und Kindertagesstätten zu Laskiainen Feste und lustige Aktionen. Wenn Schnee liegt, wird gerodelt oder es werden andere Aktivitäten im Schnee unternommen, wie Skifahren oder Schlittschuhlaufen. Meist trifft sich das ganze Dorf oder eine ganze Straßengemeinschaft am Rodelberg und feiert gemeinsam. Es werden verschiedene Wettbewerbe veranstaltet, wer beim Rodeln als erster unten ankommt oder am weitesten rutscht. Außerdem werden Sprüche aufgesagt und kurze Lieder gesungen. Anschließend isst man eine ordentliche Erbsensuppe, um sich zu stärken und wieder warm zu werden.

Süße Laskiaispulla zur Fastnacht ©Michaela Fuchs

Ein beliebtes Gebäck ist an diesem Feiertag der Laskiaispulla. Dieses Hefegebäck ist das finnische Pendant zum deutschen Berliner, Pfannkuchen oder Krapfen in der Karnevalszeit und hat sogar seinen Ursprung in Deutschland. Die Hefeteigkugeln sind im Inneren gefüllt mit Marmelade und Sahne. Es gibt sie aber auch noch zusätzlich mit Marzipan gefüllt. Die Zubereitung hängt, wie bei vielen Rezepten, vom Herkunftsgebiet und den einzelnen Familientraditionen ab. Übrigens: Ein tolles Rezept für die Hefeteilchen gibt es auf dem Blog Mahtava.de

Diese Feiertage sind also für die ganze Familie, aber besonders für Kinder oder Kindgebliebene eine spaßige und auch leckere Angelegenheit. Der einstige, doch ernste Hintergrund ist jetzt nahezu verflogen.

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Jaana

Wurde die Liebe zu Finnland bereits in die Wiege gelegt und mag alles, was mit der nordischen Natur, Kultur und Literatur zutun hat. Ist eine Frau der vielen Worte, träumt aber dennoch von einem Leben im einsamen Mökki. Möchte jetzt nach dem Studium der Fennistik auch anderen ihre Begeisterung zum Norden näherbringen.