Finnland-Alumni – Folge 2: Miriam Amberg

Foto: privat

Fennistik – es klingt im Namen schon an – ist die Wissenschaft von der finnischen Sprache, Literatur und Kultur. Doch was erwartet die Studierenden, die sich für das Fach entscheiden? Wie findet man zu diesem doch eher ungewöhnlichen Studiengang, und welche Laufbahnen eröffnen sich nach dem Abschluss?

In Folge 2 unserer Reihe „Finnland-Alumni“ erzählt Miriam Amberg, wie sie zum Studium der finnischen Sprache und schließlich auch nach Finnland selbst gefunden hat.

Was verbindet Dich mit Finnland und wie hast Du zu Deinem Studienfach gefunden?

Als ich nach meinem Abitur das erste Mal nach Finnland flog, wusste ich kaum etwas über das Land. Mir hat nicht nur die Landschaft – die vielen Wälder und Seen – sondern auch die Sprache sofort gefallen, deshalb wollte ich unbedingt mein Auslandssemester in Finnland machen. Als ich schließlich mein Studienfach wechselte, wählte ich kurzentschlossen Finnisch als zweites Hauptfach.

Im Grunde war also viel Zufall und ein bisschen Liebe auf den ersten Blick dabei.

Welche Themen haben Dich im Studium besonders interessiert?

Ich war nur während der ersten beiden Semester in Greifswald, danach wechselte ich an die Universität Tampere.

Mich fasziniert(e) besonders die fennistische Sprachwissenschaft, weil ich das Gefühl hatte, hinter die Kulissen der Sprache zu blicken und zu verstehen, wie Finnisch funktioniert. Auf Inhalte aus diesem Modul greife ich noch immer zurück! Dementsprechend würde ich sagen, das Modul war für mein gesamtes Studium sehr wichtig –- und die Unterlagen bewahre ich immer noch sicher in einer Schublade auf.

Auch Geschichte und Landeskunde waren ein spannender Teil des Studiums, wobei ich von dem Input bzw. der Fülle der vermittelten Informationen fast überfordert war. Außerdem kann das Modul einen Aufenthalt in Finnland nicht ersetzen, sondern nur darauf vorbereiten.

Außerdem hat mir natürlich der Finnischunterricht viel Spaß gemacht! Im Anschluss an mein zweites Semester durfte ich in den Sommersemesterferien für einen CIMO-Sommerkurs nach Turku fahren und stellte dort fest, dass ich in kurzer Zeit einiges gelernt hatte. Wobei man Routine nur bekommen kann, wenn man längere Zeit in Finnland ist.

Welche Erfahrungen hast Du mit dem Studium in Finnland gemacht?

Das Studium in Greifswald hat mich sehr gut auf meinen Auslandsaufenthalt bzw. das (Rest-)Studium in Finnland vorbereitet. Ich denke, ich habe wichtige Grundlagen gelernt und innerhalb kurzer Zeit Finnischkenntnisse erreicht, auf die ich in Finnland weiter aufbauen konnte.

Mein zweites Hauptfach war bzw. ist Germanistik. Das hat mir jedoch in Greifswald weniger gut gefallen und war auch der Grund für meinen Studienortwechsel.

Welchen Ratschlag würdest Du einem*r angehenden Student*in der Fennistik geben?

Ich würde mich, wenn ich noch mal anfangen würde zu studieren, wieder für Fennistik und Skandinavistik in Greifswald entscheiden, weil ich mich am Institut sehr wohl gefühlt habe. Außerdem würde ich jedem Studenten/jeder Studentin einen Auslandsaufenthalt empfehlen – vielleicht sogar in Tampere – und den CIMO-Sommerkurs.

Außerdem lohnt es sich, am Anfang viel Zeit in den Sprachunterricht zu investieren und viel zu üben, v.a. wenn man – wie ich damals – noch keine Vorkenntnisse hat.

Ich hatte damals das Gefühl, dass die Studienkollegen und -kolleginnen einen Vorteil hatten, die z.B. ein Au Pair-Jahr in Finnland gemacht haben. Sie kamen schneller voran. Deshalb würde ich, wenn ich nochmal anfangen könnte, auch vorher ein Praktikum oder ein Au Pair-Jahr machen.

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Claudia Nierste

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