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Der unterirdische Nil – Teil 3

Die Mumie, die er in der Ausgrabung berührte, hat Kristian bis in seine Träume verfolgt. Im letzten Teil der Kurzgeschichte von Marko Hautala erfahrt ihr heute, was in jenem Moment wirklich geschah.

Foto: Gaurav D Lathiya/Unsplash

Kristians Tod war ein Schock für alle, besonders aber für Riina.

Sie erzählte die Einzelheiten wieder und wieder, erst Pasi und Marja, dann den örtlichen Behörden, dann am Telefon der Vertreterin der finnischen Botschaft und schließlich jedem, der danach fragte. Riina war davon aufgewacht, dass Kristian mitten im Hotelzimmer gestanden und mit lauter Stimme eine fremde Sprache gesprochen hatte. Sein Gesicht war bleich und glänzend vor Schweiß gewesen. Dann war er zu Boden gesunken.

Ich wusste gleich, dass er tot war, sagte Riina.

Kristians Körper konnte nicht zurück in seine Heimat transportiert werden. Riina hörte ungläubig zu, wie seine Eltern ihr erklärten, was sie über die Vorgehensweise des finnischen Staates herausgefunden hatten. Wer im Ausland starb, fiel in die Zuständigkeit der örtlichen Behörden. Der Staat zahlte nicht für die Überführung des Verstorbenen in seine Heimat.

Kristians Eltern hatten nicht genug Geld, um ihren Sohn zurück nach Finnland zu holen, sodass sie dort statt einer Beerdigung eine Gedenkfeier ausrichteten. Die Atmosphäre war herzlich, doch Riina wurde das Gefühl nicht los, dass der Abschied unvollständig blieb. Als sie aus dem Fenster der Kapelle schaute, bemerkte sie einen langsamen Schneewirbel, den der Wind über den Parkplatz trieb. Er ließ sie an den Sand am weit entfernten Nilufer denken und daran, dass Kristian im falschen Land beerdigt worden war.

Dann tat Riina das, was von einer werdenden Mutter erwartet wurde: Sie verdrängte die Trauer und brachte ihr Kind zur Welt.

Sie lebte ihr Leben weiter.

Die Wüste bewegte sich in der Nacht, verborgen vor den Augen der Menschen.

Die Dünen waren jeden Tag an einem anderen Ort, mal sanft abfallend, dann wieder steil ansteigend. Skorpione gruben sich neue Verstecke, lauerten in der Dunkelheit. Lauschten auf die heimlichen Bewegungen der Sandkörner. Das sichelförmige Auge des Chons beherrschte den Nachthimmel, bis Re-Harachtes Glut im Osten erwachte.

Kristian führte drei amerikanische Touristen zum Ausgang der Ausgrabung und blieb hin und wieder stehen, um auf Hieroglyphen, den Opfertisch oder den Schacht zu zeigen. Die Touristen konnten sich nicht mehr konzentrieren, denn sie hatten eben die Priesterin gesehen. Ihre Augen stierten ruhelos aus den sonnenverbrannten Gesichtern und das nervöse Auflachen verstummte schnell, als die Wände den Schall zurückwarfen.

An der Treppe angekommen hob Kristian den Finger an die Lippen und sah jedem von ihnen eindringlich in die Augen. Die Touristen nickten angespannt. Keiner von ihnen hatte gezögert, ein Foto zu machen, als die Priesterin vor ihnen gelegen hatte. Alle hatten sich getraut, sie zu berühren.

Am unteren Ende der Stufen versperrte Kristian ihnen den Ausgang. Zeit zum Bezahlen, sagte sein Blick. Das Geld fand sich schnell, denn Hassan hatte ihnen geraten, die Scheine bereitzuhalten („zwanzig Pfund, er wird mehr verlangen, aber gebt ihm zwanzig Pfund“). Es war wichtig, Vertrauen zu erwecken. Das Gefühl, dass Hassan ihr Bestes wollte. So kamen sie zurück, brachten andere mit.

Kristian betrachtete das Geld. Elende, eingerissene Scheine. Doch aus ihnen erwuchs ein Strom, fruchtbar und furchterregend wie der Nil.

„Thank you, but please… more“, bettelte Kristian.

Es war nur ein Teil der Show, doch die Touristen wichen seinem Blick schuldbewusst aus, erklommen rasch die abgerundeten Stufen und gingen auf den verbeulten Peugeot zu, in dem Hassan und Said warteten. Kristian blieb am Eingang stehen. Er nickte Hassan zu, der die Hand ein winziges Stück hob und dann etwas zum Fahrer sagte.

Dasselbe wiederholte sich Tag für Tag. Die Wächter, die Kristian die Priesterin zuerst gezeigt hatten, hatten ihm auch beigebracht, sich um ihre Bedürfnisse zu kümmern. Dann hatten sie sich verabschiedet und waren zu einer Ausgrabung im Süden gewechselt, in der Nähe der Stadt Edfu.

Als das Auto inmitten einer gelblich-braunen Staubwolke auf sein nächstes Ziel zukurvte, sah Kristian ihm nach und schickte den Touristen einen Rat hinterher, nachdem sie nun die Priesterin berührt hatten.

Dient ihr, sagte er lautlos, oder sterbt zwei Tode.

Genau genommen war es kein Rat, sondern ein Ultimatum. Zugleich war es eine Segnung. Ein Versprechen, dass sie nach dem ersten Tod die Wahl hatten. Wenn sie in der Nacht in ihren Hotelzimmern zu Boden sanken, konnten sie die Lähmung noch überwinden. Wenn sie bereit waren zu dienen.

Oh, große Priesterin, die du wiederbelebt wurdest!

Sie konnten in der Leichenhalle aufwachen und sie auf ihren eigenen zwei Beinen verlassen, wie Kristian es getan hatte.

Die Schnüre des Seth, die deinen Mund verschlossen, sind geöffnet! Gepriesen sei Atum!

Sie würden die Lähmung überwinden und wieder gehen können. So wie es bald alle wieder könnten, die für Jahrtausende in den Museen der Monotheisten geschlafen hatten, in Glasvitrinen, unter schamlosen Blicken.

O Wächter der Glieder des Osiris, die ihr das Licht in ihre Körper strömen lasst, sodass sie nichts mehr davon abhält, auf der Erde zu wandeln!

Die Priesterin hatte Kristian alles erzählt. Den ganzen großen Plan. Er hatte ihre Stimme gehört und ihre Worte verstanden, obwohl die verschrumpelten Lippen und die im Mund vertrocknete Zunge sich nicht bewegt hatten.

Die Duat öffnet sich, hatte die Priesterin gesagt. Der unterirdische Nil beginnt zu strömen.

Die Wiederbeleber kehren zurück. Das ist tausendfach wahr.

Die rissigen Scheine aus dem Tal der Könige, aus den Tempeln und den Buden auf dem Basar vereinten sich zu einem brausenden Fluss. Sie quollen durch geheime Kanäle in den großen Strom, listig wie Schlangen. Jeder Diener des Amun, vom Beamten in der Behörde für vorgeschichtliche Funde bis zur geringsten Händlerin, die den in der Sonne versengten Monotheisten ein kleines Geld abknöpfte, wusste, dass ihre harte Arbeit den Tag vorbereitete, an dem Amun, Mut und Chons zurückkehrten. Die Widderallee wurde unter elenden Stadtwohnungen freigelegt. Bald würde sie abermals den Karnak-Tempel und die Kultstätten im Zentrum miteinander verbinden. Ihre Wände wurden restauriert und fertiggestellt. In den Kammern wurden die alten Zeichnungen ausgebreitet. In vor Ehrerbietung geweiteten Pupillen spiegelte sich vergessene Technologie, die Geheimnisse unterschätzter Energiequellen.

Die Strahlen des Re-Harachte würden die Kreuzfahrtschiffe auf dem Nil in Flammen aufgehen lassen. Der Damm von Assuan würde erobert werden. Das dösende Kairo würde untergehen, bevor es sich auch nur rühren konnte. Theben würde wieder aufblühen und den Blick über das Mittelmeer nach Norden wenden.

Kristian hatte den Worten der Priesterin wie erstarrt gelauscht, als einer von vielen. Einer von denen, die noch immer durchgefroren und verblüfft waren, aus der Lähmung zurückgekehrt zu sein.

Er hatte gelauscht und verstanden, dass er in einer Sache richtig gelegen hatte: Es war Betrug gewesen. Alles, von Anfang an. Der größte und am besten verheimlichte Betrug der Weltgeschichte. Und jetzt war er ein Teil davon.

Als Hassans Peugeot nur noch ein kleines Staubkorn am Rand der Wüste war, berührte Kristian die rissigen Scheine mit den Fingerspitzen und merkte, dass seine Gedanken wieder wanderten. Er überlegte, wie die kommende Flut die Menschen im fernen Norden behandeln, ob sie sie tragen oder ertränken würde. Würde sie die Frau verschonen, an deren Namen er sich nicht mehr erinnerte? Würde sie das Kind verschonen, dessen Namen er nie erfahren würde?

Woran denkst du?

Die Worte rissen Kristian aus seinem Dämmerzustand. Er wandte sich um und sah in die Ausgrabung hinab, doch seine Augen waren vom glühenden Sand geblendet.

Die Gestalt der Priesterin war nur eine Bewegung in den Schatten.

Kristian stieg die Stufen hinunter und tastete im Dunkeln herum, bis er die trockene, glatte Haut ihres Gesichts berührte. An seinen Fingerspitzen kitzelte das schwache Summen einer schlummernden Energie wie das flüchtige Aufleuchten eines weit entfernten Stroms.

„An dich, Hoheit“, versicherte er, obwohl er den Zweifel in ihrem augenlosen Blick spürte. Die Gestalt der Priesterin mochte zerbrechlich wie Papyrus oder eine Sandstatue wirken, doch zuweilen erwachte in ihr der Zorn der löwenköpfigen Göttin Sachmet. Sie hatte Fleisch von Knochen getrennt. Arme ausgerissen, Zungen, Geschlechtsorgane.

„Nur an dich.“

 

 

Aus dem Finnischen von Claudia Nierste

Der unterirdische Nil – Teil 2

Als wir unsere Held*innen Kristian, Riina, Marja und Pasi zuletzt verließen, taten sie gerade ihre ersten, zögerlichen Schritte in das dunkle Innere eines Tempels mit dem festen Vorsatz, eine echte Mumie zu sehen. Wie es mit ihnen weitergeht, erfährt ihr heute in der Fortsetzung der Kurzgeschichte von Marko Hautala.

Foto: Rubén Bagüés/Unsplash

Einer der Männer verschwand durch eine niedrige Türöffnung in einer stockdunklen Kammer.

Die anderen blieben zurück und betrachteten die Hieroglyphen und Gravierungen an den Wänden durch zusammengekniffene Lider. Anubis, Thoth, Osiris. Auf der Waage das Herz des Verstorbenen und die Feder der Göttin Maat. Kristian erkannte die vertrauten Bilder aus dem Totenbuch, die das letzte Gericht darstellten. Ohne die Krämer und die Armee der Sonnenhüte in seinem Blickfeld sahen sie gleich ganz anders aus.

Die glühende Zigarette des Wächters, der in die Kammer geschlüpft war, tauchte wieder in der Tür auf. Der Mann trug einen länglichen Gegenstand unter dem Arm. Er schob sich die Zigarette in den Mundwinkel und präsentierte ihnen mit beiden Händen etwas Leichtes und Steifes, wie eine Puppe aus Karton. Der zweite Wächter richtete die Taschenlampe darauf.

Riina holte tief Luft und trat einen Schritt zurück.

Im von unten kommenden Licht traten die furchtbaren Gesichtszüge deutlich hervor.

Die Nase fehlte und die Augenhöhlen waren leer. Die Haut war glatt, dunkelgrau und wölbte sich nach innen, als wäre sie kurz davor einzubrechen. Zwischen den verschrumpelten Lippen schaute schwarzes Zahnfleisch hervor, in dem noch einige klägliche Zahnstümpfe steckten. Dahinter ragte etwas nach oben, das die im Mund vertrocknete Zunge sein mochte. Unter dem Kinn hing ein kümmerliches Stück Stoff, vielleicht der Überrest eines Leichentuchs.

„Ach du Scheiße.“ Marja stieß ein nervöses Lachen aus und tastete nach Pasis Hand.

Die Taschenlampe des Wächters wanderte vom Gesicht nach unten und beleuchtete den Körper. Über den Rippenknochen spannte sich die Haut wie dunkles Pergament und war am Bauch auf der linken Seite eingerissen. Die Arme lagen dünn wie Stöckchen und unnatürlich gerade an den Seiten. Die Beine schienen nur noch Knochen zu sein, auch sie vollkommen gerade, abgesehen von den kugelförmigen Knien und den spitzen Füßen.

„Die kann nicht echt sein“, sagte Kristian, war sich aber nicht sicher, ob er seinen eigenen Worten glaubte.

Der Wächter deutete das als Wunsch, die Mumie zu berühren, und brachte sie näher heran. Kristian versuchte abzuwehren, doch der Mann gab nicht auf.

„Willst du sie wirklich anfassen?“, fragte Riina.

„Natürlich nicht“, antwortete Kristian.

Dennoch bewegte sich seine Hand auf die Mumie zu. Vielleicht war es das Bedürfnis, einen weiteren Betrugsversuch aufzudecken. Vielleicht fühlte es sich gut an, dass zum ersten Mal während des gesamten Urlaubs Riina diejenige war, die sich Sorgen um ihn machte. Auf jeden Fall streckte er die Hand aus und berührte die Mumie am Scheitel.

„Was machst du denn da?“, fragte Riina mit einem ungläubigen Lachen.

Pasi und Marja brachten kein Wort heraus.

Kristian strich mit den Fingern über die Haut der Mumie. Sie war unnatürlich glatt. Er konnte sich gut vorstellen, wie die Jahrtausende die Poren abgetragen hatten.

„Glückwunsch“, sagte Pasi. „Du bekommst jetzt irgendeinen altägyptischen Superdurchfall. Leidest den Rest der Reise am Fluch der Mumie.“

Marja stieß ein nervöses, zu lautes Lachen aus, als wollte sie sich für den Witz ihres Mannes entschuldigen.

Kristians Finger zuckten von der Haut der Mumie zurück wie von einem kleinen Stromschlag getroffen. Er wischte sich die Hand an den Baumwollshorts ab, bis er begriff, dass er die Bakterien damit nur an einen anderen Ort brachte, fummelte die Flasche AntiBac aus der Tasche und rieb sich die Finger mit Desinfektionsgel ein. Auf dieser Reise hatte er so viel davon benutzt, dass die anderen schon darüber gespottet hatten.

„Ist das ein echter Pharao?“, fragte Marja, als könnte er das mit den Fingerspitzen erfühlen.

„Ein Pharao, wie?“ Pasi lachte und stupste seine Frau mit dem Ellenbogen an. „Das ist eine Priesterin.“

„Pharaonen haben die Arme auf der Brust überkreuzt“, sagte Riina zerstreut und sah ihren Mann besorgt an.

Kristian beteiligte sich nicht am Gespräch. Er schüttelte die Finger, die noch kühl vom Gel waren, und wunderte sich über seinen plötzlichen Mut.

Der Wächter bot die Mumie auch den anderen zum Anfassen an, doch als sie hastig einige Schritte zurücktraten und die Köpfe schüttelten, ließ der Mann sie zu Boden gleiten. Er trat zur Seite und deutete gestikulierend an, dass sie Fotos machen konnten.

„Na komm, mach eins“, sagte Pasi zu Marja.

„Ich weiß nicht…“

„Leichenschändung war es ja schon, als der da sie getragen hat wie ein Bauarbeiter eine Holzplanke“, bemerkte Pasi. „Das müssen wir verewigen.“

Die Frauen machten ein paar Bilder ohne Blitz, nur im Licht der Taschenlampen. Über Riinas Schulter hinweg sah Kristian auf dem Display des Handys die erstarrte Mumie, die in der Luft zu schweben schien, im schaurig bleichen Licht. Die leeren Augenhöhlen, das schwarze Zahnfleisch, die vertrocknete Zunge.

Nach der hastigen Fotosession nickten sie den Wächtern dankend zu, in erster Linie, um von hier wegzukommen. Kristian war sich sicher, dass auch in den Köpfen der anderen Bilder von frischeren Leichen aus den Nachrichten herumspukten. Von denen, die sie sich angesehen hatten, als zur Diskussion stand, ob eine Reise nach Ägypten sicher wäre.

Der Wächter warf seine Zigarette auf den Boden, trat sie mit der Schuhspitze aus und klemmte sich dann die Mumie unter den Arm. Die achtlose Kehrtwendung in dem engen Raum ließ Kristian befürchten, dass der Mann seine Last gegen die Wand schlagen würde. Einen kurzen Moment lang stand ihm ein schreckliches Bild vor Augen, auf dem sie gemeinsam versuchten, den Kopf der Priesterin von Muti wieder anzukleben. Die Trageoperation glückte jedoch mit routinierter Sicherheit. Der Wächter und die Mumie verschwanden durch die niedrige Türöffnung im Dunkeln. Der zurückgebliebene Mann hob wieder den Zeigefinger an die Lippen und sah jedem von ihnen eindringlich in die Augen.

Nachdem die Stufen sie zurück ans Tageslicht geführt hatten, begann das Betteln um Geld. Sie bezahlten zwanzig Pfund, wie Hassan gesagt hatte, und gingen mit festen Schritten davon, auch wenn die Männer zu verstehen gaben, dass das Geld nicht reichte. Der Peugeot wartete dort, wo sie ihn zurückgelassen hatten. Der Motor heulte auf und sie quetschten sich wieder auf die löchrige Polsterung. Diesmal war Kristian an der Reihe, hinter die Sitze zu kriechen.

„Hat es euch gefallen?“

Hassans Lächeln war noch breiter geworden.

„Ja“, sagte Kristian und klang dabei begeisterter, als er gewollt hatte. „Es war richtig… aufregend.“

„Die Priesterin hat sich ihrer Stellung entsprechend verhalten?“

„Aber ja“, antwortete Pasi. „Sehr förmlich und steif.“

Hassan lachte und schlug die Hände zusammen.

„Ausgezeichnet! Dann fahren wir jetzt zum Laden meines Cousins. Er verkauft Krüge und Statuen aus echtem Alabaster und Basalt. Alles, was ihr euch vorstellen könnt! Keine billigen Kopien wie auf dem Basar.“

„Toll“, meinte Marja und sah die anderen vielsagend an.

Von Hassans eifrig redendem Cousin kauften sie drei Statuen der Göttin Isis, einige Anubisskulpturen und so viele verschiedene Krüge und Skarabäen, dass keiner von ihnen sich noch genau erinnerte, was sie gekauft hatten, nachdem alles in Zeitungspapier eingeschlagen war. Nach ein paar Bier auf der Terrasse eines Restaurants am Nilufer brachte Hassan sie zum Bootshafen, wo sie ihren Reiseführer bezahlten und über eine schwankende Planke an Bord einer kleinen Feluke gingen. Der Außenbootmotor spuckte schwarzen Rauch, als der höchstens zwölfjährige Fahrer Kurs auf das östliche Ufer nahm.

Hassan winkte ihnen vom Kai aus zu, ein dickes Bündel Scheine in der Hand, und fing dann ein Gespräch mit einem Mann in einer hellblauen Dschallabija an, der neben ihm aufgetaucht war. Kristian verspürte den unwiderstehlichen Drang, das Wasser zu berühren, das an der Bootsseite entlangrauschte, auch wenn im Reiseführer vor im Nil lebenden Parasiten gewarnt wurde, die sich durch die Haut fressen, Krämpfe und Wahnvorstellungen auslösen und sogar töten konnten.

Das schien jetzt nicht wichtig, denn nach dem Berühren der Mumie fühlte sich Kristian zum ersten Mal während des Urlaubs präsent, als erlebte er das alles wirklich.

Seine Fingerspitzen kitzelten angenehm, als sie beinahe das lauwarme Wasser des Nils streiften.

„Trinkt ihr noch eins?“, fragte Kristian.

Pasi spähte in den Schaum am Boden seiner Sakara-Flasche und warf dann Marja einen fragenden Blick zu.

„Warum nicht“, sagte er nach einer Art stummem Wortaustausch. Kristian wiederum bedachte Riina mit einem fragenden Blick, obwohl er genau wusste, dass sie kein Bier trinken würde. Das Glas seiner Frau enthielt tiefroten Karkadeh, den man leicht für Wein halten konnte. In seinem angetrunkenen Zustand dachte Kristian, dass es besser gewesen wäre, Pasi und Marja einfach von der Schwangerschaft zu erzählen.

Als die Bierflaschen geöffnet waren, saßen sie einen Moment lang da, ohne ein Wort zu sagen.

Die Landschaft vor dem flussseitigen Balkon des Hotels Isis Pyramisa war bezaubernd, vor allem jetzt, da die Sonne hinter den Berggipfeln versunken war. Jenseits der Berge ruhte das Tal der Könige mit seinen Gräbern.

Den ganzen Urlaub über hatten sie sich abends auf Kristians und Riinas Balkon versammelt, denn Pasi und Marja hatten ein Zimmer zur Straße bekommen, das keinen besonders tollen Ausblick bot. Von hier aus sah man zwischen den Palmen den Nil glitzern, auf dem Boote mit hohen Segeln vorbeiglitten, und hörte die letzten Gebetsrufe des Abends. Sie schallten von den Türmen der Moscheen, als antworteten sie einander.

Kristian hatte das deutliche Gefühl, dass ihn jemand aus dem Halbschlaf des Touristen geweckt hatte. Die Palmblätter zeichneten sich schärfer gegen den dunkler werdenden, türkisfarbenen Himmel ab. Er wollte sich keine Sorgen mehr machen. Nicht wegen der Terroristen, nicht wegen Riina, nicht wegen der Betrüger.

„Dorthin haben sie die Toten gebracht“, sagte Kristian, als hätte er es eben erst begriffen, nachdem er den Sand vom Westufer aus seinen Sandalen geschüttelt und sich in einem wackligen Korbstuhl ausgestreckt hatte wie alle Touristen in Luxor zu dieser Zeit am Abend. „Dort hinter die Berge. Der Westen war das Land der Toten, für wer weiß wie viele Jahrtausende. Stellt euch das mal vor. All diese Mühe. Das Einbalsamieren dauerte siebzig Tage, die Haare wurden abrasiert, die Eingeweide herausgenommen und die Körper in irgendeiner Flüssigkeit eingeweicht und in Tücher gewickelt. Dann wurden sie dorthin gebracht.“

„Ja“, erwiderte Riina, als klar wurde, dass niemand sonst antworten würde. „Jetzt gibt es dort nur noch hirntote Touristen und noch totere Mumien.“

Pasi lachte auf und trank einen Schluck Bier.

„War die wohl wirklich echt?“, fragte Marja. Sie klang ein bisschen betrunken. Wenn man richtig müde war, stieg einem selbst die dünne Sakara-Plörre heimtückisch zu Kopf.

„Ich glaube, ja“, antwortete Kristian.

Auf seine Worte folgte Stille. Dann brachen alle in heftiges Gelächter aus.

„Endlich fängt unser engstirniger Freund an aufzutauen“, rief Pasi. „Von jetzt an glaubt er alles, was die Betrüger auf dem Basar ihm erzählen.“

Kristian lachte mit den anderen mit. Er wusste, dass er die ganze Reise über den Spielverderber gegeben hatte. Wie sinnlos das doch gewesen war.

Als die Dunkelheit hereinbrach, lehnte Riina sich gegen Kristians Schulter. Sie lauschten Pasis betrunkenem Monolog über Erich von Däniken und darüber, dass die alten ägyptischen Götter eigentlich humanoide Aliens gewesen seien, und beobachteten die Fledermäuse bei ihren hektischen Flügen im Dämmerlicht zwischen den Kronen der Palmen.

Endlich war Kristian angekommen. Der warme Wind kitzelte die Härchen auf seiner Haut. Das war echt.

Kristian schlief fast sofort ein, nachdem er wie ein Stein neben Riina ins Bett gefallen war. Sein Schlaf blieb jedoch leicht und er schreckte bald aus einem Albtraum hoch, in dem sich Würmer in seinen Fingerspitzen wanden. Bevor ihn die Müdigkeit wieder über die Grenze zur Bewusstlosigkeit zog, trieb ein Gedanke an das ungeborene Kind durch seinen Kopf.

Er blieb zunächst vage und ohne festes Erscheinungsbild, plagte seinen träumenden Geist, bis er sich zu einem Bild verfestigte, zur Türöffnung in der Ausgrabung, aus deren Finsternis die Mumie aufgetaucht und in der sie wieder verschwunden war.

Kristian erwachte noch einmal, aber schaffte es kaum, die Augen zu öffnen. Der Schlaf umschlang ihn so schnell wieder, dass es sich wie ein Fallen anfühlte. In seiner letzten Vision stand er am nächtlichen Westufer des Nils, wo kein einziger Tourist zu sehen war. Er hob den Kopf. Die Mondsichel starrte aus einem wolkenlosen Himmel herunter, der Blick eines körperlosen Gottes.

Dann vollkommene Dunkelheit.

Fortsetzung in Teil 3

„Der unterirdische Nil“ – eine Kurzgeschichte von Marko Hautala

© Veikko Somerpuro
© Veikko Somerpuro

Marko Hautala stammt aus dem westfinnischen Kauhava und hat sich mit seinen Horrorgeschichten bereits den Titel eines „finnischen Stephen King“ verdient. Nach einem Studium der englischen Sprache und Literatur arbeitete er unter anderem als Lehrer, Übersetzer für Filme und Pfleger in einem psychiatrischen Krankenhaus und lebt heute als freier Schriftsteller in Vaasa. 2010 erhielt er den wichtigen Kalevi Jäntti-Preis für seinen Roman „Käärinliinat“, der in Deutschland als „Leichentücher“ bei dtv erschienen ist.  

Die folgende Geschichte hat lange geschlummert und erhebt sich nun in erstmaliger deutscher Übersetzung, um auf Baltic Cultures ihr Unwesen zu treiben…

Der unterirdische Nil

„Wollt ihr mal eine Mumie anfassen?“

Kristian war sich nicht sicher, ob er die in gebrochenem Englisch geäußerte Frage richtig verstanden hatte, und beugte sich deshalb weiter zu Hassan hinüber. Dessen Kopf hüpfte zwischen den Vordersitzen des Autos im Takt der Unebenheiten im Straßenbelag auf und ab, aber das Lächeln schien sich nicht von der Stelle zu bewegen.

„Anfassen!“, rief er. „Eine Mumie!“

Kristian lachte und sah den Rest der Gruppe an, die sich in den hinteren Teil des Peugeot Kombi gezwängt hatte. Riina, Marja und er selbst durften annähernd bequem auf der Bank sitzen. Die Reihe war an Pasi, im Kofferraum zu hocken, zwischen den Rucksäcken und den Wasserflaschen. Sie alle lächelten bei Hassans Frage genauso unsicher wie er.

„Warum nicht? Darf man die denn anfassen?“, fragte Pasi fröhlich zwischen seinen Knien hindurch.

Hassan lachte sein heiseres Lachen und hob den Zeigefinger an die Lippen.

„Darf man natürlich nicht, aber Hassan hat Freunde.“

Er wandte sich um und gab dem mageren Fahrer Anweisungen, den er vor drei Stunden, zwei Tempeln und zu vielen drückend heißen königlichen Grabkammern als seinen ältesten Sohn vorgestellt hatte. Kristian warf einen fragenden Blick über die Schulter.

„Manchmal lassen die einen offenbar in für Touristen gesperrte Gräber“, sagte Pasi auf Finnisch, „aber ich habe noch nie gehört, dass man Mumien…“

„Das ist doch wieder so ein Betrug“, murmelte Kristian. „Wollen wir wetten?“

„Jetzt denk mal ein bisschen positiver“, sagte Riina und stupste ihn mit den Ellenbogen an.

„Ich ertrage es einfach nicht, ständig über den Tisch gezogen zu werden“, beharrte Kristian. „Gestern auch wieder, bei diesem–“

„Schauen wir uns das erst mal in Ruhe an“, sagte Marja beruhigend und streckte die Hand über die Rückenlehne, um Pasis verschwitzte Stirn zu streicheln. „Du kommst dann wenigstens raus und kannst dir die Beine vertreten.“

„Ich will jedenfalls in keine Grabkammer mehr, in der man keine Luft bekommt und die Hieroglyphen einem vor den Augen tanzen“, sagte Kristian und rieb sich die Lider, die vom Schweiß brannten.

„Du hältst es doch nicht aus zurückbleiben“, flüsterte Riina. Sie wusste, dass Kristian nervös und reizbar war, weil er sich Sorgen machte. Sorgen um sie. Auch auf den Basaren war er aufgeregt und sah sich ständig um, fürchtete Diebe, ungestüme Kutscher und Terroristen. Und Betrüger. Nachdem die ernsteren Bedrohungen ausgeblieben waren, hatte sich dieses Wort zur Mutter aller Schreckgespenster entwickelt.

Das Auto stoppte abrupt, als Hassan ihren Zielort erspähte. Mit ernster Miene drehte er sich zu seiner Reisegesellschaft um.

„Seht ihr diese Ausgrabungsstätte dort?“

Kristian kniff die Augen zusammen und schaute in die Richtung, in die Hassan deutete. Erst sah er nichts als den in der Sonne glühenden Sand.

„Da“, schrie Marja auf und zeigte auf einen Hügel, aus dem ein verfallenes Mauerstück von etwa einem halben Meter Länge hervorragte.

„Ja“, flüsterte Riina begeistert.

„Das ist das Grab der namenlosen Priesterin von Muti, das erst vor einigen Wochen entdeckt wurde“, sagte Hassan. „Geht da rüber und folgt den Wächtern. Nehmt genau zwanzig ägyptische Pfund mit. Sie werden mehr verlangen, nachdem sie euch die Mumie gezeigt haben, aber gebt ihnen nur so viel.“

Die ganze Reisegesellschaft nickte und lachte unsicher. Jeder einzelne von ihnen dachte im Stillen, dass sie gerade übel übers Ohr gehauen wurden. Dennoch kramten Kristian und Pasi die eingerissenen Zehn-Pfund-Noten aus ihren Portemonnaies und steckten sie in die Taschen ihrer Shorts.

„Okay, dann geht. Said und ich warten im Auto.“

„Kommt ihr nicht mit?“, fragte Pasi.

Hassan lachte und schüttelte den Kopf.

„Wenn es Probleme gibt, habt ihr von uns nicht ein Wörtchen über die Mumie gehört. Klar? Ihr wolltet euch nur die Beine vertreten und seid zufällig auf die Ausgrabung gestoßen.“

„Okay.“

„Und denkt dran, die Wächter verlieren ihre Arbeit, wenn die Behörden davon erfahren.“

Kristian warf den anderen einen finsteren Blick zu, der ihnen deutlich zeigte, dass er Hassan kein Wort glaubte.

„Los, checken wir mal, was Sache ist“, murmelte Pasi.

Sie stiegen aus dem Auto und streckten die tauben Glieder im Sonnenlicht, das aus allen Richtungen zugleich zu kommen schien. Marja und Riina machten gemeinsame Selfies. Pasi versuchte, ihren Standort auf einer kleinen Karte zu finden.

Kristian sah sich um. Sie hatten seit einer halben Stunde niemanden mehr gesehen, was am Westufer des Nils zu dieser Tageszeit und weniger als zwanzig Kilometer vom Tal der Könige entfernt ungewöhnlich war. Kristian beschwerte sich nicht. Die lauten Amerikaner entsprachen nicht eben seiner Vorstellung von idealer Gesellschaft. Ihr tollkühner Nationalstolz zog die wütenden Blicke der Einheimischen auf sich, was Kristian nervös machte. Außerdem durften sie die Touristen und die aufdringlichen Verkäufer noch den ganzen Abend ertragen, sobald Hassans Boot sie über den Nil zurück zur Stadt brachte.

Sie hatten Hassan in der Nähe des Luxor-Tempels gefunden, von wo die Feluken die Touristen in einem beständigen Strom ans Westufer brachten, zu den Gräbern der Pharaonen. Besser gesagt hatte der laute und breit lächelnde Mann sie gefunden. Zwei kinderlose Paare in den Dreißigern waren für ihn bestimmt das ideale Opfer. Er war ihnen unter den anderen aufdringlichen Verkäufern aufgefallen, die eine Fahrt mit der Feluke anboten, weil er gut Englisch sprach und ein kleines Heft besaß, in das frühere Kunden lobende Empfehlungen geschrieben hatten. Hassan made our day, we can sincerely recommend, und so weiter. Zwischen den Seiten fand sich auch die Visitenkarte eines finnischen Polizisten, der hier Urlaub gemacht hatte. Hassan ist ein ungewöhnlich ehrlicher und zuverlässiger Mann für einen Ägypter, hatte er auf der Rückseite vermerkt, in der Handschrift eines großen Weltenbummlers.

„Da ist jemand“, sagte Marja mit gedämpfter Stimme, als sie auf den Sandhügel zugingen. Kristian hob seine Sonnenbrille an und sah einen Mann mit einer hellblauen Dschallabija und einem weißen Kopftuch. Der Mann drehte sich um und sprach mit jemandem, der offenbar unter ihm stand, dort, wo die Ausgrabung sein musste. Dann kam ein zweiter verschleierter Mann hinter dem Sandhügel hervor. Keiner von beiden winkte oder zeigte, dass er sie auch nur bemerkt hätte.

Salam aleikum!“, rief Pasi. Außer diesem Gruß konnte er auf Arabisch nur „nein danke“ sagen. Keine Antwort. Nur ein paar nervöse Blicke.

Als sie auf die Anhöhe geklettert waren, nickten die Männer kaum merklich und gingen ihnen voran durch eine niedrige Türöffnung, hinter der eine Treppe nach unten führte. Kristian sah an der Wand ein kleines Schild, nach dessen Aufschrift die österreichische Regierung die Ausgrabung finanzierte.

„Sieht echt aus“, sagte Pasi. „Das reicht mir.“

Kristian sagte dazu nichts.

Als sie hinter den Wächtern die Treppe hinunterstiegen, gerieten ihre an das blendende Sonnenlicht gewöhnten Augen für einen Moment in völlige Dunkelheit. Sonnenbrillen wurden zusammengeklappt, und sie folgten dem Glühen vor ihnen, das die kleinen Taschenlampen der Männer und die brennenden Enden ihrer Zigaretten abgaben. Marjas Fuß rutschte auf einer abgerundeten Stufe aus, doch Pasi hielt sie fest. Sie kicherten wie ein Pärchen, das von einer Runde durch die Bars zurückkam.

Kristian war nicht zum Lachen zumute.

„Wir können draußen warten“, flüsterte er Riina zu.

„Beruhig dich“, erwiderte sie. „Ich will das sehen.“

Kristian gefiel diese Antwort nicht. Er machte sich Sorgen um das Baby. Oder eher um seine Frau, denn das Kind konnte man noch nicht wirklich als Mensch bezeichnen. Es war nur ein Schatten auf dem Ultraschallbild. Ein schwer zu deutender Tintenklecks, der ihre Zukunft vorhersagte.

Kristian lehnte sich gegen die Wand und spürte unter den Fingerspitzen symmetrische Einkerbungen. Bei näherem Hinsehen erkannte er im Licht der Taschenlampen verblasste Hieroglyphen. Ihre abgebrochenen Schnörkel fingen für einen Moment seine Gedanken ein. War das hier wirklich ein Grab? Die Ungewissheit machte ihn wütend. Sie hatte sich durch den gesamten Urlaub gezogen. Die großartige Geschichte, die sich allzu oft als Blendwerk aus Sandmischungen oder Papiermasse herausstellte.

Die Treppe endete und sie traten auf den unebenen Erdboden. Bald hielt der langgesichtige Mann inne und deutete mit der Taschenlampe in eine Ecke.

„Look, look.“

Pasi spähte in die Richtung, in die der Mann zeigte.

„Hier ist irgendein… ganz tiefer Brunnen“, sagte er mit heiserer Stimme.

„Closer, look“, drängte der Mann.

Pasi beugte sich weiter über die runde Öffnung.

„Ha… da liegt der Kadaver von einem Fahrrad ohne Reifen. Und Tuben mit Sonnencreme.“

„Oho. Welchen Lichtschutzfaktor haben sie denn im Neuen Reich verwendet?“, fragte Riina.

„Komm jetzt da weg“, sagte Marja zu Pasi, der immer noch in den Brunnen spähte.

Langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Nach ein paar Minuten blieben die Männer vor ihnen stehen und wandten sich um. Das Licht der Taschenlampen ließ ihre Gesichter geisterhaft erscheinen. Sie gestikulierten in Richtung eines zweiten Brunnens, der keinen Meter von Marjas Sandalen entfernt war. Sie tat ein paar erschrockene Schritte zurück. Einer der Männer beleuchtete einen niedrigen, einbeinigen Steintisch, dessen Oberfläche mit Hieroglyphen verziert war.

„Ein Opfertisch“, sagte Riina. Der Mann nickte und wiederholte ein seltsames, arabisches Wort. Sie hatten ähnliche Tische vorher in den Tempeln von Luxor und Deir el-Medina gesehen.

Sie gingen weiter. Ihre finstere Wanderung dauerte noch mehrere Minuten, bevor man ihnen erneut bedeutete zu warten.

Fortsetzung in Teil 2