Author - Marcel

„Ich sehe uns als Labor“ – e-Estonia im Faktencheck

Jeder Erstklässler lernt, zu programmieren anstatt in Schreibschrift zu schreiben. Immer und überall gibt es kostenloses Wi-Fi. Wahllokale gibt es nicht mehr. Jeder wählt online.
Estlands digitaler Fortschritt ist weit bekannt. Sogar große Nationen wie Deutschland und Frankreich zieht es häufig in den Norden des Baltikums, um dem digitalen Staat einen Besuch abzuleisten. Das Land gilt nicht nur als Vorreiter, sondern regelrecht als Wegweiser im digitalen Zeitalter. Auch Zeitungen und Blogs haben das Phänomen e-Estonia für sich entdeckt. Doch nicht selten mischt sich Wahrheit mit Fiktion. Um die digitale Gesellschaft ranken sich Mythen und Legenden. Wir haben uns die Zeit genommen, einen Blick hinter das Phänomen zu werfen und ein paar der verbreitetsten Mythen aufzudecken.

Quelle: brand.estonia.ee

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Kazimierz: Fast wieder so, wie es nie war

Es wird Abend in der Ulica Szeroka. Kleine Ausflugswagen tuckern durch die engen Gassen. Über den Lautsprecher plärrt eine Ansage auf Polnisch, im nächsten Wagen auf Deutsch, danach Spanisch. In den Straßencafés am Rand des langen Platzes haben sich Touristen und Einheimische eingefunden. Auf den Tellern dampft Schakschuka, es riecht nach Falafeln und Hummus. Im Nachbarrestaurant hat gerade eine Klezmerband zu spielen gekommen, die Klarinettistin übertönt das Gemurmel der Speisegäste nur mit Mühe. Es ist alles wie immer in Kazimierz, dem sogenannten „Jewish Quarter“ von Kraków. Und doch bröckelt der Putz des romantisierten Mythos Kazimierz ein wenig …

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Kann man die Ostsee lesen?

„Nie!“ „Takk!“ „Ei!“ „Doch!“

So oder so ähnlich könnte sich eine Diskussion zur gegebenen Frage anhören. Ein Meer kann man nicht lesen! Oder doch? Fragen über Fragen, mit denen sich vom 13. bis 16. September in Rostock Expertinnen und Experten aus zahlreichen Ländern beschäftigten. Das Literaturhaus Rostock hatte Literaturbegeisterte aus dem Kulturbetrieb, der Wissenschaft und den Verlagen in die mecklenburgischen Hansestadt eingeladen. Reading the Baltic | Die Ostsee lesen nannte sich die Veranstaltung, die sich gleichermaßen als internationale Literaturtagung und Lesefest verstand. Auch wir aus Greifswald waren dabei.

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Fall doch endlich! Warum „Borgen“ das bessere „House of Cards“ ist (DK 2010)

Special: Dänische TV-Serien für den Sommer (Teil 3)

Leichen, Terror, schmutzige Deals. Die Netflix-Erfolgsserie House of Cards zeichnet ein morbides Bild vom politischen Leben in Washington. Mittendrin: das machthungrige Paar Frank und Claire Underwood (Kevin Spacey, Robin Wright). Karte für Karte errichten sie, nicht selten mittels Erpressung oder Gewalt, ihr majestätisches Kartenhaus. Die mit drei Golden Globes gekrönte Serie ist mitreißend, aufregend – und auf Dauer unglaublich berechenbar. Denn das Kartenschloss fällt nie. Auch wenn der Zuschauer angesichts von Claire und Franks Missetaten nach Vergeltung dürstet: der große Krach, die Bestrafung, bleibt aus. Das macht die beiden Protagonisten zu Göttern – und Göttern zuzusehen wird mit der Zeit unglaublich langweilig – nur ein Punkt, den das dänische Erfolgsdrama Borgen der Netflix-Serie voraushat.

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Score und Amen! Basketball: Litauens weltliche Religion

Wir befinden uns im Jahre 2018 n.Chr. Ganz Europa ist vom Fußballfieber durchsetzt… Ganz Europa? Nein! Ein von unbeugsamen Litauern bevölkertes Land hört nicht auf, dem Basketball ihren Respekt zu zollen…

Sport-Laien werden Basketball sicherlich zunächst mit den USA, der NBA oder „großen Menschen“ verbinden. Dass einer der weltweiten Spitzenverbände aus dem Drei-Millionen-Einwohner-Staat Litauen kommt, dürfte wohl hauptsächlich den eingefleischteren Fans bekannt sein. Doch was macht die Faszination der Litauerinnen und Litauer zum orangenen Ball aus?

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