Author - Katharina Hemmer

Osterhexen und Mämmi: So feiern die Finnen Ostern

In Finnland steht Ostern vor allem für den Frühlingsanfang.

Frohe Ostern! Oder wie man auf Finnisch sagt: „Hyvää Pääsiäistä!“ In diesem Artikel wollen wir euch ein paar Fakten über das Osterfest in Finnland vorstellen.

In Finnland gibt es anstatt des Osterhasen die Osterhexe. Die Menschen glaubten früher, dass zwischen den Osterfeiertagen die Osterhexen durchs Land fliegen und Unheil verbreiten. Die Osterfeuer in Finnland sollen helfen, sie zu vertreiben.

Noch heute gehen am Palmsonntag als Hexen verkleidete Kinder durch die Städte und bitten um Süßigkeiten und Kleingeld. Sie haben Kopftücher auf, bemalen sich ihre Gesichter schwarz und tragen Weiden- und Birkenzweige mit sich, die sie mit Federn beschmücken. Wenn sie an den Türen klingeln sagen sie einen bestimmten Spruch auf:“ Virvon, varvon, tuoreeks, terveeks, tulevaks vuodeksi, vitsa sulle palkka mulle“. Übersetzt heißt das soviel wie:“ Ich winke mit dem Zweig für ein frisches, gesundes, kommendes Jahr – ein Zweig für dich, ein Entgelt für mich“.

Obwohl es die Tradition mit dem Osterhasen nicht gibt, färben die Kinder trotzdem Eier und pflanzen einige Wochen vor Ostern Ostergras und stellen dies auf die Fensterbank. In Finnland bedeutet Ostern vor allem, dass der Winter endlich vorbei ist. Daher dekorieren die Finnen während der Osterzeit ihre Häuser gerne mit Tulpen, Lilien, Narzissen, Ostereiern, Küken und Hasen.

Ein beliebtes Ostergericht ist „Mämmi“, eine Art Roggenpudding, der mit Zucker und Milch gegessen wird. Außerdem essen viele Finnen auch gerne Lamm an Ostern.

Über die Osterfeiertage haben viele Finnen frei und gehen Ski fahren oder verbringen Zeit mit ihrer Familie. Am Gründonnerstag finden Abendmessen statt und in der Woche vor Ostern veranstalten viele Kirchen Konzerte. Am Ostersonntag gibt es eine besondere Tradition. Kinder ziehen mit Musikinstrumenten durch die Straßen, um den Winter auszuläuten und den Frühlingsbeginn zu feiern.

 

Quellen:

finntastic.de / finn-land.net/ fintouring.de

Finnisches Gebäck für den vierten Advent

Pikkupulla aus Finnland.
(Bild ist von myllynparas.fi)

Morgen ist der vierte Advent und übermorgen Weihnachten. Falls ihr euch noch Gedanken darüber macht, was es zum Kaffee am Nachmittag geben soll, möchten wir noch ein weiteres Rezept vorstellen. Das heutige Rezept kommt aus Finnland und trägt den Namen „Pulla“. Es ist ein Hefegebäck, von dem es viele unterschiedliche Varianten gibt. Die klassische Versionen sind die kleinen Pulla ( Pikkupulla), die vor dem Backen mit Ei und Hagelzucker bestrichen werden. Eine zweite Variante sind die Laskiaspulla. Sie werden zum Laskiasfest 40 Tage vor Ostern zubereitet und mit Mamelade und Sahne gegessen. Eine weitere sehr beliebte Art, Pulla zu backen, sind die Voisilmäpulla ( Butteraugenpulla). Vor dem Backen wird ein Loch in die Mitte gedrückt und anschließend mit Butter und Vanillezucker gefüllt.

Dieses Rezept ist für einen ganz normalen Grundteig, der aber natürlich abgewandelt werden kann. Die Finnen messen ihre Zutaten meistens in Dezilitern ab.

Dazu benötigt man:

5 dl Milch  / 50 g Hefe / 1-2 Tl Salz / 1-2 dl Zucker / 1 Tl Kardamom / 1-2 Eier / ca. 1kg Mehl / 100-200g Butter oder Margarine

Die Milch in einem Topf erwärmen, in eine Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Salz, Zucker, Kardamom und das Ei hinzugeben und verrühren. Anschließend das Mehl nach und nach unterheben bis ein Teig entstanden ist, der nicht mehr klebt. Den Teig an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Aus dem Teig kleine Brötchen formen, diese mit Ei und Hagelzucker bestreichen und bei 225 Grad für 10 bis 15 Minuten backen.

Die Pulla können abgewandelt werden, indem man sie nach dem Backen aufschneidet und mit Marmelade und Sprühsahne bestreicht. Oder man macht vor dem Backen eine kleine Kuhle in die Pulla und füllt sie mit Butter und Vanillezucker. Aus Pullateig kann man außerdem Zimtschnecken machen. Dazu den Teig nach dem Gehen flach ausrollen, mit einer Mischung aus Butter, Zimt und Zucker bestreichen, aufrollen, kleine Stücke abschneiden und diese mit dem Finger eindrücken.

Guten Appetit!

( Das Rezept ist von myllynparas.fi )

Karelische Piroggen aus Finnland zum zweiten Advent

    Pünktlich zum zweiten Advent haben wir ein weiteres Rezept vorbereitet. Wir wollen euch heute Karelische Piroggen (Karjalan Piirakka) vorstellen. Dieses Gebäck kommt aus dem Osten Finnlands und wird dort in jedem Café angeboten oder einfach zwischendurch gegessen. Mittlerweile sind sie in ganz Finnland verbreitet. Sie bestehen aus einem Roggenteig, der mit einer Art Milchreis gefüllt wird. Im Anschluss isst man sie mit einer Eibutter, Käse, Wurst oder Lachs.

Karjalan Piirakka aus einem finnischen Café.
Foto: Katharina Hemmer

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