Tag - Kultur

Über das Leben von einem Brokkoli

Ein Interview mit Svavar Knútur

 

Svavar Knútur kündigt ganz zu Anfang ein „emotionales Trampolin“ an.

Am 12. September war der isländische Singer und Songwriter, der sich selbst auch gerne als „jungen Troubadour“ bezeichnet, zu Gast im gut gefüllten Greifswalder Boddenhus. Mitgebracht hatte er nicht nur seine Gitarre und Ukulele, sondern auch sein jüngstes Album „Goodbye my Lovely“, eine Ansammlung seiner Lieblingslieder.

Vor, während und nach jedem Lied begeistert Svavar Knútur mit persönlichen Anmerkungen und Anekdoten, Selbstironie und Spott (am liebsten über die Dänen), Witz und Weisheiten. So lehrt er das Publikum im einem Moment die Relevanz von Trennungen – immerhin „wachsen wir an ihnen und werden durch sie stärker“ –, im nächsten stellt er sich selbst als Brokkoli unter den Gemüsesorten dar: „vielleicht nicht unbedingt das sexieste aller Gemüse, aber immerhin voller Vitamin C.“

 

 

Svavar Knútur stammt aus den isländischen Westfjorden, wollte als Kind am liebsten Astronaut oder Wissenschaftler werden, wurde dann aber erst Journalist, arbeitete bei der Regierung, im Bereich Umwelt und als Fischermann, ehe er sich entschloss, Musiker zu werden. „Ich wollte eigentlich kein Musiker werden“, erzählt er uns von Baltic Cultures. „Aber ich habe es geliebt, Musik zu machen. Langsam, wenn man es magt, Musik zu machen, möchte man es auch vor Menschen singen. Und dann realisierst du: ‚Oh, das ist etwas, wo ich gut drin bin und wo mein Talent liegt.“ Eine Erkenntnis, zu der er erst relativ spät in seiner Karriere kam: Mit 32 Jahren, als er sich letztendlich sagte: „Na los, werde Musiker.“

 

Svavar Knúturs Lieder sind zur Hälfte auf Englisch und zur anderen Hälfte auf Isländisch. „Ich glaube, der größte Einfluss, den Island auf mich hat, ist das Sehnen, in die Welt hinauszuziehen. Weil wir auf einer Insel leben. Wir möchten entdecken und die Insel verlassen und die Welt sehen. So sind isländische Künstler*innen gefüllt mit Neugierde und dem Drang, hinauszugehen, andere Menschen kennenzulernen und neue Märkte sich zu erschließen.“

Auch er selbst bildet da keine Ausnahme; nicht weiter verwunderlich also, dass der junge Troubadour gerne auf Tour ist. Regelmäßig ist er in Nordamerika, Europa und Australien unterwegs und gibt Konzerte. Das Beste am Unterwegssein sei das Momentum. „Immer unterwegs. Immer ein neuer Ort. Immer eine neue Destination. Und immer sich langsam irgendwohin Neues bewegen. Ich mag es nicht, schnell zu reisen. Ich mag es nicht zu fliegen. Ich sitze lieber in einem Zug und beobachte die Welt vorbeiziehen. Ich würde gerne ein Zeppelin besitzen. Das wäre so cool!“

Wenn er es sich aussuchen könnte, würde er am liebsten nach Tasmanien gehen. „Ich war einige Male dort und habe gute Freunde da. Das Essen ist ganz ausgezeichnet und die Menschen sind großartig. Es ist wie ein wärmeres Island.“

 

 

Das Fernweh zeigt sich auch in seinen Liedern, die häufig Wanderlust, das Gefühl vom Verloren-sein und davon, den Weg nach Hause zu finden, thematisieren. Vielleicht sind Svavar Knúturs Lieder deshalb so fesselnd und ergreifend, weil sie authentisch sind. „Ich fühle mich verloren, seit ich geboren wurde.“, sagt er selber.

Ob er den „place of refuge“, einem Zufluchtsort, von dem er singt, auch für sich selbst gefunden hat? „Ich finde Zuflucht in bestimmten Situationen, in bestimmten Menschen, in bestimmten Ritualen im Leben. Kaffee mit einem gutem Freund, mit den Kindern zusammen sein und nichts tun, durch die isländische Landschaft fahren, in einen Zug steigen und einfach irgendwohin fahren.

 

„Wir müssen reisen und unterwegs sein“, lehrt der junge Troubadour uns während zwei seiner Songs. „Um mehr Wege zum Leiden zu finden. Wenn man immer an demselben Ort ist, leidet man auch immer auf dieselbe Weise. Aber reisend finden wir mehr Gründe. um traurig zu sein. Oder glücklich.“

„Glück bedeutet nicht, immer zu lächeln oder zu lachen. Das isländische Wort ist ‚hamingja‘. Es ist nicht mit unserem ‚Glück‘ gleichzusetzen. Es bedeutet, eine dicke Haut zu haben. Also ist ‚hamingja‘ Widerstand gegen die Schwierigkeiten und Schmerzen des Lebens. Wenn man eine dicke Haut hat, dann ist man immer gewappnet gegen die Teufel der Welt.“

Das ist auch das zentrale Thema in Svavar Knúturs Liedern: durch schwierige Zeiten gehen und dabei Gelassenheit bewahren, in der Lage zu sein zu sagen „ja, das fühlt sich schlecht an, aber ich habe immer noch Hoffnung und bin immer noch glücklich auf meinem eigenen Weg.“

 

https://onsizzle.com/i/tell-me-your-deepest-desires-i-want-to-y-s-8254458

Zuletzt bleibt noch die Frage übrig, was ein Musiker, der bereits mehrere Songs und Alben veröffentlicht hat, überall auf der Welt aufgetreten ist und Preise wie den Anna Pálina Árnadóttir memorial award gewonnen hat, sich für die Zukunft wünscht.

„Ich habe letztens ein wunderschönes Meme im Internet gelesen“, ist seine Antwort. „Da war eine tiefe, sexy Stimme, die am Telefon sagte: ‚Erzähl mir deine tiefsten Verlangen‘ – Der Mann antwortete: „Ich möchte … meine Familie unterstützen, während ich mache, was ich liebe, und einen positiven Einfluss auf die Welt haben.‘ – Das ist mein tiefstes Verlangen, der Traum, für den ich lebe.

Ich hoffe, das ist, was ich bereits jetzt mache. Aber ich möchte einfach noch mehr davon machen.“

Und so schafft der Isländer vom ersten Satz und Akkord an eine magische und familiäre Atmosphäre, die das Publikum bis zur zweiten Zugabe in Bann hält. Ein emotionales Trampolin – wie versprochen -, das noch lange in unserem Gehör und Gedächtnis und unseren Gefühlen nachklingt.

Vielen Dank an das CKKT und Svavar Knútur für das Interview!

23. Türchen

Joulusauna

In Finnland geht man an Weihnachten in die Sauna, an Silvester, an Ostern, wenn es kalt ist, wenn es warm ist, draußen oder drinnen und sowieso eigentlich immer, wenn man Lust hat. Ein ganz besonderes Gefühl ist es allerdings, um die Weihnachtstage in der Rauchsauna am See zu sitzen und zu beobachten, wie es draußen langsam dunkel wird und der Schnee das letzte Licht des Tages auffängt.

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Käsehobel, SMS & co: Erfindungen aus Fennoskandinavien

(in Zusammenarbeit mit Svenja)

Schon seit ihrem Beginn versucht die Menschheit immer wieder, mit revolutionären Ideen das Leben einfacher oder schöner zu gestalten. Oft gelingt das auch und sie verändern mit ihrem Mut zu kleinen und großen Neuerungen den Alltag vieler. Dabei sind es bei weitem nicht nur die großen Namen, vor allem aus dem mitteleuropäischen Raum,  denen Ehre gebührt. Auch die kleineren Nationen des Nordens haben einiges zu bieten. Nokia, Angry Birds und Skype sind jedoch nicht die einzigen nordischen Innovationen, die mittlerweile weltweit bekannt und beliebt sind. Ungeahnt viele Erfindungen schafften ihren Weg von Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark in die weite Welt hinaus. Hier ist eine kleine Auswahl:

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Einmal Hallig und zurück

Hallig

„Ich bin ein einziges Klischee…“ – so beschreibt sich Fanny Reitmeier, Klatschjournalistin bei der Zeitschrift „Mega“ selbst, und diese Aussage trifft auch auf diesen Film zu. Das muss jedoch nicht negativ sein, denn dem Zuschauer wird ein solider, mit Slapstick Comedy gespickter und etwas kitschiger Fernsehfilm gezeigt, bei dem es zwar keine wirklich überraschenden Wendungen gibt, aber die beiden Hauptdarsteller Anke Engelke und Charly Hübner sind ein wirklich seltsam komisches Paar, bei dem kein Auge trocken bleibt.

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Deutsch lehren und vielfältiges Kulturprogramm organisieren!

Die Internationale Sommerschule Greifswald Summer 2015 sucht engagierte Studierende, die anderen Studierenden und Wissenschaftlern aus dem Ausland Sprachkurse, interkulturelle Projekte und Workshops anbieten!

Wann?: für jeweils ein zweiwöchiges Modul 4*90min dienstags und donnerstags nach dem Sprachunterricht (Modul 1: 10.08. – 23.08, Modul 2: 24.08. –06.09., Modul 3: 07.09.–20.09., Modul 4: 21.09.–04.10.2015)

Themen: selbstgewählte Themen in den Bereichen Kunst, Literatur, Landeskunde, Geschichte usw. in Absprache mit den Organisatoren

(Derzeit überlegen bereits einige Studierende Kurse zum Thema Dialekte in Deutschland, Kulinarisches, Helden der Kindheit/Märchen oder Nachmittagsprogramme wie Stadtrallyes und Fahrradtouren zu organisieren.)

Leistung: Praktikumsbescheinigung & Betreuung durch das Organisationsteam

Wenn ihr Lust bekommen habt, wertvolle Erfahrungen in einem internationalen Umfeld zu machen, Projekte und Exkursionen zu organisieren, Sprachkurse zu leiten und eure Kenntnisse zu teilen, meldet euch mit einer kurzen Ideen- oder Projektbeschreibung und euren Kontaktdaten schnellstmöglich bei Prof. Dr. Antje Heine (antje.heine@uni-greifswald.de) oder bei Mirjam Herklotz (herklotzm@uni-greifswald.de)!

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