Tag - Kultur

Laskiainen: Rodeln, Erbsensuppe und Laskiaispulla

©G.Elser via Wikimedia Commons

In der Zeit, in der in Deutschland die Karnevalsumzüge in vollem Gange sind und Faschingsfeten organisiert werden, feiern die Finnen Laskiainen (dt. Fastnacht). Auch im Norden nutzen die Menschen noch einmal die Tage, bevor traditionell die 40-tägige Fastenzeit bis Ostern beginnt. Allerdings hat das heutige Laskiainen nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Feiertag gemein.

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Zwischen Tradition und Moderne – Europas letztes Urvolk

Die Samen, ihre Geschichte und ihr Leben 2/3

Auf meiner Reise durch die Finnmark lerne ich schnell, dass sich das traditionelle Leben der Samen, das ich aus Erzählungen, Museen und von Vorträgen kannte, verändert hat. Technischer Fortschritt und Globalisierung haben ihr Leben beeinflusst. Und die Grenze von Samen und Norwegern scheint zunehmend zu verschwimmen.
Aus seiner einst halbnomadisch lebenden Rentierhirtenfamilie ist Jon das einzige von fünf Kindern, das nicht zum Studium nach Tromsø gezogen und zum Arbeiten dort geblieben ist. Die Landflucht ist in Norwegens nördlichstem Bundesland[1], das mit einer Bevölkerungsdichte von nur 1,5 Einwohnern pro Quadratkilometer [im Vergleich: in Mecklenburg-Vorpommern sind es 69 Einwohner/km2], besonders ausgeprägt. Die meisten norwegischen Samen wohnen heute in Oslo.
Jon selbst plant nicht weit voraus, arbeitet in Lakselv, etwa 75 km nördlich von seinem Heimatort Karasjok entfernt. Hier wohnen noch immer seine Eltern; seinem Vater und einem seiner Brüder, der dafür gelegentlich aus der Stadt Tromsø anreist, gehören einige Rentiere, deren alleinige Haltung jedoch nicht als Verdienst ausreichen würde.

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Der Natur und den Anderen trotzend – Europas letztes Urvolk

Die Samen, ihre Geschichte und ihr Leben 1/3

Weit im Norden, am äußersten Zipfel von Europas Festland, begebe ich mich auf eine Entdeckungsreise. Ich reise durch die Finnmark, Norwegens nördlichstem Regierungsbezirk. Ein Gebiet das zwar norwegisch ist, aber gleichzeitig mehrheitlich[1] von Samen (Sámi in der Landessprache) bewohnt wird. Die Samen – Europas letztes indigenes Volk. Ich frage mich, wer diese Menschen sind, die der kargen Natur trotzen, die mich von Anfang an fasziniert hat. Wie hat sich ihr Leben in den letzten Jahren durch Globalisierung und technologischen Fortschritt verändert? Und was bedeutet es heute Same zu sein? In dieser dreiteiligen Reihe möchte ich diesen Fragen nachgehen.

Die rund 70.000 Samen, wobei die Zahl sehr unsicher ist, leben in einem Land ohne Staatsgrenzen und Besitz, das sie selbst Sápmi nennen. Fälschlicherweise wird es häufig mit Lappland gleichgesetzt; Sápmi ist jedoch weitreichender als die gleichnamigen Provinzen in Finnland und Schweden. Das Siedlungsgebiet der Samen umfasst außerdem weite Teile Norwegens, wo der Großteil aller Samen wohnt, und reicht bis zur russischen Kola-Halbinsel. Schon vor mehr als 10.000 Jahren sollen die Vorfahren der Samen in den arktischen Regionen Nordeuropas gelebt und mit Ackerbau, Fischfang und Rentierzucht über Jahrhunderte hinweg der besonderen Lebensbedingungen nördlich des Polarkreises getrotzt haben. Zur Rentierhaltung, die für die Samen auch heute noch am charakteristischsten ist, folgten sie den Tieren zu ihren jahreszeitlich wechselnden Weideplätzen. Dieses halbnomadische Leben, das bis ins 20. Jahrhundert noch weit verbreitet war, zeigt sich eindrucksvoll in Nils-Aslak Valkeapääs (1943-2001) Gedicht, der zeitlebens der bekannteste samische Künstler war:

My home is in my heart[2]
it migrates with me
 
You know it brother
you understand sister
but what do I say to strangers
who spread out everywhere
how shall I answer their questions
that come from a different world Read More

Finnisches Gebäck für den vierten Advent

Pikkupulla aus Finnland.
(Bild ist von myllynparas.fi)

Morgen ist der vierte Advent und übermorgen Weihnachten. Falls ihr euch noch Gedanken darüber macht, was es zum Kaffee am Nachmittag geben soll, möchten wir noch ein weiteres Rezept vorstellen. Das heutige Rezept kommt aus Finnland und trägt den Namen „Pulla“. Es ist ein Hefegebäck, von dem es viele unterschiedliche Varianten gibt. Die klassische Versionen sind die kleinen Pulla ( Pikkupulla), die vor dem Backen mit Ei und Hagelzucker bestrichen werden. Eine zweite Variante sind die Laskiaspulla. Sie werden zum Laskiasfest 40 Tage vor Ostern zubereitet und mit Mamelade und Sahne gegessen. Eine weitere sehr beliebte Art, Pulla zu backen, sind die Voisilmäpulla ( Butteraugenpulla). Vor dem Backen wird ein Loch in die Mitte gedrückt und anschließend mit Butter und Vanillezucker gefüllt.

Dieses Rezept ist für einen ganz normalen Grundteig, der aber natürlich abgewandelt werden kann. Die Finnen messen ihre Zutaten meistens in Dezilitern ab.

Dazu benötigt man:

5 dl Milch  / 50 g Hefe / 1-2 Tl Salz / 1-2 dl Zucker / 1 Tl Kardamom / 1-2 Eier / ca. 1kg Mehl / 100-200g Butter oder Margarine

Die Milch in einem Topf erwärmen, in eine Schüssel geben und die Hefe darin auflösen. Salz, Zucker, Kardamom und das Ei hinzugeben und verrühren. Anschließend das Mehl nach und nach unterheben bis ein Teig entstanden ist, der nicht mehr klebt. Den Teig an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat. Aus dem Teig kleine Brötchen formen, diese mit Ei und Hagelzucker bestreichen und bei 225 Grad für 10 bis 15 Minuten backen.

Die Pulla können abgewandelt werden, indem man sie nach dem Backen aufschneidet und mit Marmelade und Sprühsahne bestreicht. Oder man macht vor dem Backen eine kleine Kuhle in die Pulla und füllt sie mit Butter und Vanillezucker. Aus Pullateig kann man außerdem Zimtschnecken machen. Dazu den Teig nach dem Gehen flach ausrollen, mit einer Mischung aus Butter, Zimt und Zucker bestreichen, aufrollen, kleine Stücke abschneiden und diese mit dem Finger eindrücken.

Guten Appetit!

( Das Rezept ist von myllynparas.fi )