Tag - Finnland

6. Türchen

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Foto: raskastajoulua.com

Finnland ist für seine vielen Rock- und Metalbands bekannt und deswegen ist es auch weniger verwunderlich, dass man ausgerechnet dort eine einzigartige Verbindung zwischen Metal und Weihnachtsliedern findet. Unter dem Namen Raskasta Joulua (dt. Schwere Weihnacht) knöpfen sich finnische Musiker seit 2004 sowohl international bekannte, z.B. Valkea Joulu (eng. White Christmas), als auch finnische Weihnachtsklassiker, z.B. Sylvian Joululaulu (dt. Sylvias Weihnachtslied), vor und hüllen sie in ein metallisches Gewand. Die Grundidee dahinter war, dass es wenigstens die Option einer „Heavy“-Version gibt, wenn man Weihnachtsliedern schon nicht aus dem Weg gehen kann. Read More

1. Türchen

Weihnachten bei den Mumins

Eigentlich halten die Mumins jedes Jahr Winterschlaf. Dieses Jahr wachen die Trolle aber mitten im Winter auf und erfahren von anderen, dass Weihnachten im Anmarsch ist und sie sich vorbereiten müssen. Aber wer ist überhaupt dieser Weihnachten? Warum braucht man Geschenke, eine Tanne und so unglaublich viel Essen? Was schenkt man ihm, wenn man ihn nicht einmal kennt? Nutzt man den Tannenbaum, um den Weihnachten abzuwehren? Wenn ja, wozu schmückt man den Baum dann? Das viele Essen wird doch sicherlich zubereitet, damit der Weihnachten lieber die leckeren Speisen und nicht einen selber frisst, oder? Fragen über Fragen. Read More

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki | Hymyilevä Mies

Der folgende Beitrag stammt von der Fennistikstudentin Sabrina Scholz.

 

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Foto: camino-film.com

Der diesjährige Preisträger des Baltischen Filmpreises bei den 58. Nordischen Filmtagen in Lübeck stammt aus Finnland. Mit dem Film über den glücklichsten Tag im Leben des Olli Mäki (Original Titel: Hymyilevä mies ‚Der lächelnde Mann‘) gelang Regisseur Juho Kuosmanen ein herausragender Spielfilm über eine wahre Begebenheit, den die Filmschaffenden der baltischen Republiken mit dem seit 1991 gestifteten Preis entsprechend auszeichneten. Bereits bei den 69. Filmfestspielen von Cannes in diesem Jahr erhielt der Film den ersten Preis in der Reihe Un Certain Regard. Bei der nächsten Oscarverleihung (2017) soll er in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film zur Wahl stehen.

Der „lächelnde Mann“ Olli Mäki (*1936) hat die einmalige Chance, 1962 in Helsinki als erster Finne um die Weltmeisterschaft im Profi-Boxen in den Ring zu steigen. Um sich den Titel gegen Davey Moore – den amtierenden Weltmeister im Federgewicht – zu erkämpfen, muss Olli Mäki (Jarkko Lahti) zunächst jedoch dringend sein Kampfgewicht reduzieren. Über vier Kilo zu viel bringt er auf die Waage. Da hilft es keineswegs, dass ihn sein Trainer und Manager Elis Ask (Eero Milonoff) von Promo-Auftritt zu Promo-Auftritt schickt und zwischendrin Dinner mit potentiellen Sponsoren arrangiert. Der bald abwesende Gesichtsausdruck Mäkis ebenso wie seine Körperhaltung lassen keinen Zweifel daran, wie sehr ihn der Trubel um seine Person belastet. Beruf und Privatleben sind nicht mehr zu trennen. Selbst während einer Hochzeitszeremonie wird Mäki von allen Seiten mit Fragen zum bevorstehenden Kampf, seinem Gewicht und seinem Trainingsstand gelöchert. Gegenüber solcher Nachfragen wird Mäki zunehmend abgestumpfter. Kaum noch reagiert er verbal. Zumeist ersetzen ein leerer Blick und Schweigen das Antworten. Er zieht sich zurück, sucht die Ruhe des Alleinseins. Elis Ask jedoch wittert mit dem Gewinn des Weltmeistertitels das ganz große Geschäft. Ask, der 1951 selbst Europameister im Leichtgewicht wurde, verhält sich völlig konträr zu Mäki. Er lebt die Vision vom finnischen Titelgewinn im eigenen Land und pusht Mäki dazu, am Wettkampftag, dem Jahrestag seines eigenen Titelgewinns, Höchstleistungen zu bringen. Medienwirksam inszeniert er das Bild eines neuen Boxweltmeisters.
Wenige glückliche Momente erlebt Olli Mäki nur mit Raija, seiner großen Liebe. Sichtbar genießt er die gemeinsame Zeit, wirkt gelöster. Ihre Gegenwart und ihr Anblick entlocken ihm ein Lächeln – ein ehrliches Lächeln, kein gestelltes für die Kamera. Mit ihr gewinnt er Abstand zur Wettkampfvorbereitung. Selbstverständlich missfällt das Elis Ask zutiefst, der den Erfolg Mäkis gefährdet sieht und jedwede Ablenkung ablehnt.

Besonders macht den glücklichsten Tag im Leben des Olli Mäki neben der hervorragenden Darbietung Jarkko Lahtis die filmische Inszenierung. Bereits die Eingangsszene beinhaltet alle Stärken der Produktion: in Schwarz-Weiß nimmt der Regisseur den Zuschauer mit durch den Alltag von Olli Mäki und verzichtet dabei fast durchgängig auf eine musikalische Untermalung. Durch die Geräuschkulisse aus reinen Atmo-Aufnahmen und der durch die Kamera erzeugten Nähe zum Geschehen erlebt der Zuschauer die vermeintlich bedeutendste Karrierephase Mäkis wie ein persönlicher Begleiter. Die Schnittfolge unterstreicht die Geschwindigkeit im Tagesablauf, die Kürze der Vorbereitungszeit und die Dichte von Mäkis Terminkalender: verqualmte Pressekonferenz – Cut – Sparring – Cut – Fotoshooting, Dinner – Cut – wiegen vor dem Schlafen gehen.
Dank der Ausstrahlung in Schwarz-Weiß und einer unzeitgemäßen Bildqualität erreicht der Film ein hohes Maß an Authentizität. Es entsteht der Eindruck, einen Film aus der Zeit, die er zeigt, vor Augen zu haben, der beinahe dokumentarische Züge aufweist. Auch die Kameraführung beeindruckt. Das Spiel zwischen Nähe und Entfernung korreliert mit der Intensität der Situationen. So weist eine Szene des finalen Boxkampfes die größte Nähe von Kamera und Protagonist auf, wogegen die Auflösung einer Spannung – gipfelnd im Rückzug Mäkis vom Trainingsring in den Wald – durch die Entfernung des Protagonisten von der Kamera bebildert wird.

Die Hauptdarsteller des Films, Jarkko Lahti (Olli Mäki), Oona Airola (Raija) und Eero Milonoff (Elis Ask) stellten sich im Anschluss an die Film-Vorstellung am Samstag, den 5.11.2016 den Fragen und Kommentaren des Publikums. Zur Frage nach seinem Gewicht während und nach den Dreharbeiten verriet Jarkko Lahti, dass er für einen sichtbaren Unterschied im Laufe des Films zum Ende sogar nur noch 54 kg gewogen habe – drei Kilo weniger als Mäki tatsächlich wog. Zudem betonte er seine Erleichterung, Olli Mäki persönlich getroffen und somit essentielle Hilfe für die Darstellung seiner Rolle erhalten zu haben. Die Zusammenarbeit war so eng, dass Olli Mäki und seine Frau Raija am Ende des Films einen Cameo-Auftritt haben, der von ihren Film-Charakteren entsprechend kommentiert wird.

Am 5. Januar 2017 startet der Film auch in den deutschen Kinos.

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki – ab 5.1.2017 im Kino from Camino Filmverleih on Vimeo.

Wenn Polen und Deutsche in Warschau Finnisch sprechen – Fennistische Herbstschule 2016, Teil I

(in Zusammenarbeit mit Svenja)

Vom 5.-8.10.2016 fand in Warschau die erste fennistische Herbstschule für Fennist*innen aus Greifswald und Warschau statt. Auch wir von Baltic Cultures waren dabei und berichten euch gerne davon, was wir bei Vorträgen zur finnischen Sprache, Kultur und Literatur, bei Gesprächen mit polnischen Fennist*innen und bei Spaziergängen durch Warschau erlebt haben. Ein zweiter Teil und eine Bildergalerie folgen in Kürze.

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