Tag - Finnland

Helsinki von unten

 14. Zurück unter der Erde. Ein Streifzug durch die neuen Tiefen Helsinkis.

Mumins, Saunen und Seen, Salmiakki, Lordi und Rentiere. In der allgemeinen Wahrnehmung vieler Reisehungriger stehen diese Begriffe exemplarisch für Finnland. Das Land der tausend Seen erlebte in den letzten Jahren einen anhaltenden Tourismusboom – eine regelrecht lodernde Finnomanie – insbesondere aus Deutschland. Dabei steht insbesondere die Landeshauptstadt Helsinki bei den Touristen hoch im Kurs. „Helsinki, die schöne Tochter der Ostsee“ betitelt etwa der Reiseführerverlag Marco Polo die finnische Hauptstadt, die im Jahre 2015 mit 3,5 Millionen Übernachtungen ihren damaligen touristischen Rekord noch übertrumpfen konnte, Tagestouristen aus Tallinn nicht mitgerechnet.

Wer schon das Vergnügen hatte, Helsinki besuchen zu dürfen, weiß, dass ein deutlicher Vorteil der Stadt in ihren verhältnismäßig kurzen Wegen liegt. „Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten erreichen Sie bequem zu Fuß oder mit der Straßenbahn 3T – das heiß geliebte und gut gepflegte Kulturgut der Stadt.“ (Marco Polo) In den gemütlichen Straßenbahnwagons durch die Altstadt zu tuckern, einen Bus in die Vororte zu nehmen und mit der städtischen Fähre zur Festungsinsel Suomenlinna zu gelangen – dies sind angenehme und vertraute Perspektiven Helsinkis. Nur selten findet hingegen die U-Bahn ihren Weg auf das touristische Tagesprogramm. Das sollte sich ändern, denn auch eine unterirdische Tour in den orangenen Wagons der Helsinkier Metro besitzt einen nicht zu unterschätzenden Charme.

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Paljon Onnea, Suomi!

6. Dezember – Der Nikolaus schwingt die blau-weiße Fahne.

Vor genau 100 Jahren tapste ein kleiner Staat hinaus in die weite Welt – endlich weg von Mama Russlands Rockzipfel – und stolperte erstmal mächtig über seine eigenen Beine…  so könnte man die Unabhängigkeit Finnlands auch beschreiben. Denn anstatt die neue Freiheit erstmal zu feiern, brach in dem frischgebackenen Finnland ein Bürgerkrieg aus. Zum Glück sieht es jetzt, 100 Jahre später, danach aus, als wären sich die Finnen einig, die verpatzte Party nachzuholen. Und zwar richtig.

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23. Türchen

Joulusauna

In Finnland geht man an Weihnachten in die Sauna, an Silvester, an Ostern, wenn es kalt ist, wenn es warm ist, draußen oder drinnen und sowieso eigentlich immer, wenn man Lust hat. Ein ganz besonderes Gefühl ist es allerdings, um die Weihnachtstage in der Rauchsauna am See zu sitzen und zu beobachten, wie es draußen langsam dunkel wird und der Schnee das letzte Licht des Tages auffängt.

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22. Türchen

Ulf_Bodell_bocken

Gävlebocken, Foto: gavledraget.com

Dem Julbock (dän. Julebuk, norw. Julebukk, est. Juleged, lettisch Joulupuk, finn. Joulupukki), eine Ziegenfigur aus Stroh, dürften die meisten begegnet sein, die in der Weihnachtszeit durch Skandinavien gereist sind oder auch in einem großen schwedischen Einrichtungsgeschäft einkaufen waren. Er ist ein in allen Ländern des Nordens ein beliebtes Schmuckstück zur  Weihnachtszeit.

Ursprünglich war es der Weihnachtsbock bzw. eine als Strohbock verkleideter Mann, der die Geschenke an Weihnachten brachte. Später wurde er von dem Weihnachtsmann, also Julemand (dän.), Julenisse (norw.) oder Jultomte  (schwed.) ersetzt. Nur in Finnland hat man den Namen Joulupukki auch weiterhin für den nun menschlichen Überbringer der Geschenke beibehalten.

Ein riesiger Julbock, der 13 Meter hoch ist, ziert seit rund 50 Jahren in der Adventszeit den Schlossplatz in Gävle. Allerdings ist es in gewissermaßen ebenfalls eine „Tradition“, dass der Bock aus Stroh nicht lange dort steht. Auch dieses Jahr ist der Gävlebock bereits wenige Stunden nach seiner Errichtung in Brand gesetzt worden.

18. Türchen

Michaela kommt ursprünglich aus Leverkusen und ist vor fast 10 Jahren nach Finnland gezogen. Heute erzählt sie uns, wie sie mit ihrer deutsch-finnischen Familie Weihnachten feiert.

oulu-weihnachten

Oulu zur Weihnachtszeit, Foto: Michaela Poussu

100 Kilometer entfernt vom Polarkreis wohnen mein Mann, unser Sohn und ich. Wir sind eine deutsch-finnische Familie, haben jeden Tag mindestens drei Sprachen um uns herum und haben es geschafft, unsere Weihnachtstraditionen so zu kombinieren, dass alle glücklich sind.
Die Weihnachtszeit fing die letzten Jahre erst mit dem ersten Dezember an, aber dieses Jahr war es direkt nach Halloween so weit. Rote Geschirrhandtücher, rote Gardinen, Fensteraufkleber von Lidl, ein türkiser kleiner Plastik-Tannenbaum für meinen Schreibtisch und noch viel mehr haben sich in unsere Wohnung eingeschlichen.
Eingeschlichen hat sich der Nikolaus nie in unsere Vorweihnachtszeit. Er ist eher mit voller Wucht in die Wohnung geknallt – sehr zum Wohlgefallen unseres Sohnes. (Anm. d. Red.: In Finnland wird am 6. Dezember der Unabhängigkeitstag gefeiert, den Nikolaus gibt es nicht.) Die Geschichte des Nikolauses zu erklären, das war einfach. Die Tradition, warum wir nur einen Schuh putzen und vor die Türe stellen, will meinem Mann aber noch immer nicht in den Kopf. Die Freunde meines Sohnes beneiden ihn darum, dass er bereits am sechsten Dezember ein Geschenk (oder zugegeben manchmal auch mehrere) bekommt. So sehr ich mich auch in die finnische Kultur und in deren Traditionen eingelebt habe, den Nikolaus kann mir keiner wegnehmen.

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