Tag - Film

Fall doch endlich! Warum „Borgen“ das bessere „House of Cards“ ist (DK 2010)

Special: Dänische TV-Serien für den Sommer (Teil 3)

Leichen, Terror, schmutzige Deals. Die Netflix-Erfolgsserie House of Cards zeichnet ein morbides Bild vom politischen Leben in Washington. Mittendrin: das machthungrige Paar Frank und Claire Underwood (Kevin Spacey, Robin Wright). Karte für Karte errichten sie, nicht selten mittels Erpressung oder Gewalt, ihr majestätisches Kartenhaus. Die mit drei Golden Globes gekrönte Serie ist mitreißend, aufregend – und auf Dauer unglaublich berechenbar. Denn das Kartenschloss fällt nie. Auch wenn der Zuschauer angesichts von Claire und Franks Missetaten nach Vergeltung dürstet: der große Krach, die Bestrafung, bleibt aus. Das macht die beiden Protagonisten zu Göttern – und Göttern zuzusehen wird mit der Zeit unglaublich langweilig – nur ein Punkt, den das dänische Erfolgsdrama Borgen der Netflix-Serie voraushat.

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100 Jahre Ingmar Bergman

Ingmar Bergman schrieb mit Filmen wie Das Schweigen, Das siebente Siegel, Wilde Erdbeeren oder Fanny und Alexander Filmgeschichte. Heute, am 14. Juli, wäre der 2007 verstorbene schwedische Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur 100 Jahre alt geworden. Grund genug dafür, das Leben und Werk des begnadeten Filmemachers einmal genauer zu betrachten.

Bergman, am 14. Juli 1918 in Uppsala geboren, wuchs als mittleres von drei Kindern in einer von strenger Erziehung und protestantischem Glauben geprägten Familie auf. Mit aller Härte legte sein Vater, der Pfarrer war, besonderen Wert auf die Einhaltung von Moral und Sitte und auch seine Mutter forderte die Gehorsam der Kinder ein. Die Beziehung zu den Eltern war sehr konfliktgeladen. Ungehorsam wurde sofort mit Rohrstockschlägen oder mit Einsperren in der Garderobe bestraft. „Mutters Ohrfeigentechnik war nicht zu überbieten. Der Schlag wurde blitzschnell und mit der linken Hand ausgeführt, an der zwei schwere Eheringe der Strafe schmerzhaften Nachdruck verliehen“, erinnerte sich Ingmar Bergman in späten Jahren. Diese Erlebnisse verarbeitete er unter anderem in Filmen wie Die Hörige (1944), Die Stunde des Wolfs (1968) oder Von Angesicht zu Angesicht (1976). Read More

Ö, ä, ** und der Drache der Drachen

Ein ganz gewöhnlicher Abend Ende Mai im polnischen Krakau. Die weißen, geschmückten. Touristenkutschen brettern über die in die Jahre gekommenen Kopfsteine des Marktplatzes. Segway-Touren schlängeln sich zwischen Menschengruppen durch die malerische Altstadt, der weltbekannte Turmtrompeter unterbrach sein Trompetenspiel wie üblich. Alles wie immer. Und doch bietet sich einigen Besuchern und Einheimischen in den Kinosälen der Stadt ein Einblick in fremde Welten, fremde Farben, fremde Gefühle. Ein Bericht vom 58. Krakauer Filmfestival.

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Nordic Noir und Finnish Weird

Informationsforum zum Nordischen Klang in Greifswald

© KiWi Verlag

Eine einsame rot-weiße Hütte in einem verschneiten Wald in monochromen Farben: Dieses Bild ist typisch für so viele Buchcover oder Filmplakate von Krimis aus dem Norden, die sich weltweit sehr großer Beliebtheit erfreuen. Krimis von Bestsellerautoren wie Stieg Larsson, Henning Mankell oder Jo Nesbø oder auch TV-Produktionen wie „Die Brücke“ oder „Das Verbrechen“ sind als weltweit erfolgreiche Exportschlager längst eine Art Inbegriff der nordischen Literatur und Fernsehproduktionen geworden; sie sind Nordic Noir. Dieses Genrelabel steht für düstere Krimis, die oft ausgesprochen brutal sind und gleichzeitig schonungslos die gesellschaftlichen Probleme in den nordischen Ländern ansprechen.

Doch was fasziniert eigentlich so viele Menschen an dieser Art von Krimi? Ist es diese (für viele Städter exotisch anmutende) einsame Landschaft? Ist es vielleicht doch ein außergewöhnlich brutaler Mord und die Faszination für das Böse? Sind es die gesellschaftskritischen Aspekte oder die ausgeklügelte Psychologie der Figuren? Oder am Ende doch das perfekt durchgestylte Wohnzimmer des Opfers mit skandinavischen Designerstücken?

© Paul Garaizar via Unsplash

Dabei ist Nordic Noir nicht die einzige erfolgreiche „Marke“, die derzeit aus den nordischen Ländern in die Welt exportiert wird, auch AutorInnen des Finnish Weird erregen internationale Aufmerksamkeit. Auch hier spielen Geheimnisse und mysteriöse Zwischenfälle eine große Rolle, die die Grenze zwischen Traum und Realität verschwimmen lassen und magische Kräfte und Fabelwesen mit der Realität verweben.

Warum sind diese beiden Labels so erfolgreich und was genau versteht man eigentlich unter diesen Begriffen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, veranstaltete das Institut für Fennistik und Skandinavistik im Rahmen des Nordischen Klangs am 7. und 8. Mai ein zweitägiges Informationsforum zu diesem Thema.

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