Tag - Färöer

Tanzen gegen die Einsamkeit

Färöischer Kettentanz im Institut für Fennistik und Skandinavistik (15.06.2018)

Links, links, rechts. Mehr als diese drei Schritte sind es nicht und doch haben wir schnell gemerkt, dass es gar nicht so einfach ist den Refrain der färöischen Ballade „Regin smiður“ mitzusingen und gleichzeitig den richtigen Fuß in die entsprechende Richtung zu setzen.

Dr. Andrea Susanne Opielka ©Baltic Cultures

Dr. Andrea Susanne Opielka hat den traditionellen Färöischen Kettentanz studiert. In original färöischer Tracht brachte sie Studierenden des Institutes für Fennistik und Skandinavistik seinen Ursprung und die lange Tradition im Rahmen eines Gastvortrages näher – und hinterher durften wir uns in einer anschließenden Tanzstunde selber daran versuchen.

Der Tanzschritt ist sehr einfach und wird immer wieder wiederholt. Dabei fasst man sich an den Händen und bildet eine lange Kette. Das besondere hierbei ist, dass die Tanzenden keinen regelmäßigen Kreis bilden, wie man es von ähnlichen Tanzformen aus Frankreich oder Norddeutschland kennt, sondern seinem linken Nachbarn in engen Reihen durch den Raum folgt – dafür darf dieser natürlich nicht zu groß sein, denn die Nähe zu den anderen Tanzenden ist ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Miteinanders. Instrumentalbegleitung gibt es keine, nur den Tanz, die Melodie und den gesungenen Balladentext.

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„Dreymar við hafið“/“Träume am Meer“ (2017/FO)

Filmkritiken der 59. Nordischen Filmtage in Lübeck

You can go anywhere you want to: As far as you want.“, behauptet die 16-jährige Ragna, die mit ihrem jüngeren Bruder und ihrer problembelasteten Mutter in ein kleines, ödes Dorf auf den Färöern gezogen ist. Die gleichaltrige Ester lässt sich gerne davon überzeugen und in eine Welt der Grenzüberschreitungen, Freiheit und des Jugendseins mitreißen. Hauptsache weg von ihren religiösen Eltern, ihrem gutbehüteten und gleichermaßen langweiligen Alltag.

„Dreymar við hafið“, der auf den 59. Nordischen Filmtagen in Lübeck zu sehen war, ist einer von drei Spielfilmen, der im Jahr 2017 auf den Färöern produziert wurde.1 Ein wichtiges Jahr also für die färöische Filmindustrie, die insgesamt ebenso überschaubar wie die Inselchen selbst ist. Im 78-minütigen Jugendfilm erzählt uns Regisseur Sakaris Stórá die auf den ersten Blick wenig innovative Geschichte und führt uns mit vielen Nahaufnahmen dicht an die beiden Protagonistinnen heran. Besonders die zaghaften Anfänge der Freundschaft so ungleicher Mädchen und Esters Sehnsüchte werden gut hervorgehoben. Bestärkt wird dies durch die Harmonie, die Natürlichkeit und Unerfahrenheit vor der Kamera von Juliett Nattestad (Ester) und Helena Heðinsdóttir (Ragna). Stille, Stillstand und Schweigen lassen die Bilder wirken und werden jeweils nur bewusst unterbrochen. Etwa wenn die angetrunkene Ester in die Welt – zumindest in ihre eigene, kleine Welt – hinausschreit, dass sie Gott hasse, und gleichzeitig ein wummernder Bass einsetzt.

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How to Weihnachten á føroyskum

8. Weihnachten balticweit

Weihnachten hat diesen ganz süßlichen Geschmack von Gemeinsamkeit; alle sind zusammen und lieben sich, es gibt keinen Hass und die Welt ist heil und wunderschön. Auf den Färöern – winzig klein und mitten im Atlantik sowieso für sich allein – wird demnach jeden Tag im Jahr Weihnachten gefeiert. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, denkt sich so manch ein Reisender. Auch ich hatte dieses Gefühl häufiger und tatsächlich war mein Weihnachtsfest auf den Färöern eines der harmonischten und idyllischsten, die ich in meinen jungen Jahren je gefeiert habe. Aber Weihnachten auf den Färöern, wie sieht das denn eigentlich aus?

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Asphaltfäröer

Es gibt einige Geschichten, die das Verhältnis der Dänen und Färinger thematisieren und gelegentlich Klischees auf die Spitze treiben. Als Asphaltfäröer werden, etwas spöttisch, nach Kopenhagen ausgewanderte Färinger bezeichnet, die der schroffen Heimatinsel im Atlantik wieder einen Besuch abstatten.

Rannvá und Barba

Der Film „Bye Bye Bluebird“ aus dem Jahre 1999 der Regisseurin Katrin Ottarsdóttir erzählt von solchen Asphaltfäringern und gilt als erstes färöisches Road Movie, was zunächst dazu verleitet, zu fragen, wie man bei einem so spärlichen Straßennetz überhaupt darauf kommt, ein Road Movie zu drehen.

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Kunst, Kultur& skandinavische Sprachen. Filme aus dem Norden!

Obwohl wir die Nordischen Filmtage in Lübeck bereits vor einigen Wochen besucht haben, wirken Geschichten, Filmtitel, Figurennamen und besondere Situationskomik der Retrospektivfilme unter dem Leitthema Komik weiter nach. Ein Erfahrungsbericht mit der Überschrift „Von Lachmuskeln& plattgesessenen Hintern. Die Nordischen Filmtage 2014 in Lübeck.“, wird nur allzu gut vorstellbar. Darüber hinaus liefern die Filmtage unzählige Hinweise auf weitere Spiel-, Dokumentar-, Stumm- oder Kurzfilme. Welche Filme interessieren? Mit welchem Film sollte man beginnen?

Ausufernder Filmkatalog der Filmtage Lübeck.

Ausufernder Filmkatalog der Filmtage Lübeck.

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