Tag - Culture

Darf es ein bisschen mehr sein? Ein Marktbummel in Riga.

Gemüse und Obst in allen Farben und Formen stapelt sich auf den Verkaufstischen und bildet ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk. Fische aus der nahen Ostsee wie auch aus fernen Fjorden werden auf die frostigen Auslagen gehieft. Es riecht nach dampfendem Kaffee, warmem georgischen Brot und süßem lettischen Honig. Die ersten Kundinnen, etwas beleibte Babuschkas mit verzierten Kopftüchern und noch leeren Plastiktüten, scharren vor den Toren bereits mit den Hufen und ertränken ihre Nervosität in Small-Talk über den rauen lettischen Winter, während hinter ihnen die aufgehende Sonne das morgendliche Riga in einen goldroten Schimmer taucht. Pünktlich öffnen sich die Türen und die Babuschkas ringen um den besten Platz, Schulter an Schulter, Tüte an Tüte, um sich durch die Eingangstür zu kämpfen.

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Ein Elefant und finnischer Fuchspelz

Wie der Tierrechtsverbund Loomus die estnische Politik aufmischt.

Stattlich erhebt die Hermannsfestung in der estnischen Stadt Narva ihren Turm in den blauen Sommerhimmel. Ihr gegenüber prunkt das mächtige russische Schloss von Ivangorod. Beide Burgen haben zahlreichen Angreifern Widerstand geleistet. Ein tiefer, reißender Fluss trennt die beiden Bollwerke voneinander und dabei nicht nur die Städte, sondern gleich zwei Staaten und Russland von der europäischen Union. Ungeachtet dieser bedeutenden Lage tummeln sich an beiden Ufern munter Angler und Sonnenbadende. Die brennende Sonne treibt Eltern und Kinder an diesem Tag im Sommer 2013 an den aufgeschütteten, flussnahen Strand. Der deutsche Zirkus Renz, der zum Gastspiel nach Narva einkehrte, schickte seine betagte Elefantendame zur Abkühlung in das kühle Nass des gleichnamigen Narva-Flusses.  Nur wenige Tage später wird dieser warme Sonnentag durch europäische Zeitungen gehen und für eine anhaltende Empörung sorgen. Die Elefantendame war, den Wärter auf dem Rücken, abgerutscht und im Fluss ertrunken. Wenige Stunden später scharten sich unzählige Schaulustige um den wuchtigen, toten Körper der Elefantin, der mit einem Bagger aus dem Fluss gehoben wurde.

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„Glöggpause!“ – Weihnachtsgrüße aus Tallinn

„Glöggpause!“ Wie feiert man Weihnachten in Estland? Was wird traditionell gegessen? Wann hat man sich eine Glöggpause redlich verdient? Kristen und Kristina nehmen uns im 22. Türchen mit auf den Tallinner Weihnachtsmarkt und erklären, wie man echte estnische Weihnachten zelebriert.

(K)eine nadelige Angelegenheit

20. Kultur

Die estnische Kleinstadt Rakvere ist in der Region vor Allem für seine mittelalterliche Ordensburg, die örtlichen Fleischkombinate und diversen Spa-Anlagen bekannt. Seit 2013 schaffte das 15.000-Einwohner-Städtchen jedoch den unverhofften Sprung in die weltweiten Medien. Die FAZ, die Huffington Post und sogar die New York Times berichteten nun über den kleinen, verschlafen wirkenden Ort im Nordosten Estlands.

Im Stadtrat Rakveres brodelt es seitdem. Stein des Anstoßes sind jedoch weder die langwierigen Haushaltsdebatten noch das Festheart-Filmfestival, das konservative Abgeordnete zu verhindern versuchten. Das Politikum: der Weihnachtsbaum auf dem Hauptplatz der Kleinstadt.

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Schnee, Schnee, Schnee

17. Kunst und Klänge: 9 Oden an und über Schnee

„… auf allen zentralen Straßen der Hauptstadt des Nordens. Und jetzt zum Wetter: Morgen, am 31. Dezember erwarten wir +4 Grad in Sankt Petersburg, Niederschlag wird nicht erwartet.“
Eine Neujahrsfeier ohne Schnee? In Petersburg? Unmöglich! Dem russischen Kalender nach gilt der Jahreswechsel traditionell als wichtigstes Familienfest. Groß und Klein kommt zusammen, ein Festessen wird bereitet, Väterchen Frost verteilt die Geschenke und läutet das neue Jahr ein. Umso verständlicher scheint es, dass ein schneeloser Silvesterabend sich im Venedig des Nordens nicht allzu großer Beliebtheit erfreut. So muss es Dimitri, Frontmann der VIA Proletarskoje Tango, demnach selbst in die Hand nehmen und all seine Kumpanen zusammentrommeln um den Schnee für die Neujahrsnacht zu besingen.

VIA Proletarskoje Tango ist ein junges Musikprojekt aus Sankt Petersburg. Der Name der Band lässt sich als „VIA Proletarischer Tango“ übersetzen. Die Abkürzung VIA steht für „Vokal-Instrumentales Ensemble“, eine gängige Bezeichnung für die in der Sowjetunion anerkannten Popgruppen. Die Band selbst beschreibt ihren Musikstil auf ihrer Internetseite ausgesprochen humorvoll: „VIA Proletarskoje Tango ist ein positives und sonniges Retro-Orchester voller Lackaffen, das leichte Coverversionen der sowjetischer Hits in Begleitung von Bläsern und Balalaika aufführt“ Read More