Tag - Baltistik

Nach Venezuela!

3. Kunst und Klänge: Eine musikalische Schlechtwettertherapie aus Litauen

Quelle: Pixabay

Ein vergilbtes Plakat im Busbahnhof, ein emphatischer Werbespot im Fernsehen oder der an einer Imbissbude vorbeiziehende Geruch fremder Gewürze – für akutes Fernweh bedarf es oft nicht vieler Anstrengungen.
Wenn die Temperaturen in den Keller fallen und der Himmel in sein 50-Shades-Of-Gray-Cosplay schlüpft, werden sie begehrter als alles andere auf der Welt – die warmen Orte, an denen man den ganzen Tag mit einem guten Buch auf der Veranda sitzen kann und sich vom Sonnenschein die Haut streicheln lässt. Das Schmuddelwetter, das uns Anfang Dezember zu triezen wollen scheint, ist bekanntermaßen keine rein norddeutsche Spezialität, auch rund um die Ostsee hat man sich gegen Nässe und Dunkelheit zu wappnen.

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Unterwegs mit Liebe

1. Herzlich Willkommen zum Adventskalender von Baltic Cultures

Es tut sich etwas. Langsam, vielleicht nicht immer unmittelbar sichtbar, aber dennoch in Bewegung. Das Bekannte und Gewohnte zurücklassen, unterwegs, auf der Suche. Es ist der Dezembermonat, der schon immer etwas ganz Besonderes war, der diese Poetik und Sehnsucht in Menschen auslöst. Dezember, der uns auf die Suche nach Freuden für unsere Liebsten schickt. Die Vorweihnachtszeit, deren Lichter die Dunkelheit übertönen. Advent, der uns still werden lässt. Manchmal zumindest jenseits der Weihnachtshektik. Als überzeugte Verfechter dieser romantischen Weihnachtsidylle mit Glögg und Geschenken, Lichtern und Liebe, Schnee und „Stille Nacht“ haben auch wir uns auf den Weg gemacht, um jeden Tag bis Heiligabend einen Ort zum Stillwerden, Vorfreuen und Eintauchen in die wunderbare Weihnachtswelt des Ostseeraums zu schaffen.

Diese ganz besondere Dezemberstimmung möchten auch wir nutzen, um uns vorzustellen und den Baltic Cultures-Blog wieder zum festen Bestandteils des Alltags eines jeden Studierenden der Institute für Baltistik, Fennistik und Skandinavistik werden zu lassen. Es tut sich nämlich etwas. Langsam, vielleicht nicht immer unmittelbar sichtbar, aber dennoch in Bewegung. In letzter Zeit haben viele fleißige Hände und kreative Köpfe über das Baltic Cultures-Projekt nachgedacht, es entwickelt, ausgebessert und wiederbelebt. Wir sind eine Gruppe Philologie-Studierender der Universität Greifswald mit einer gemeinsamen großen Liebe, die uns motiviert und inspiriert. Mindestens die kommenden 23 Tage lang.

Denn Weihnachten ist das Fest der Liebe. Und Weihnachten feiert man gemeinsam mit den Menschen, die man liebt. Aber die Vorweihnachtszeit dieses Jahres wollen wir uns mit dem versüßen, was wir lieben: die Länder und Kulturen des Ostseeraums.

Gemeinsam möchten wir uns auf den Weg machen. Das Bekannte und Gewohnte zurücklassen, unterwegs, auf der Suche. Mal ganz tief in den Norden, mal in unserer ganz vertrauten und unmittelbaren Umgebung. Wir möchten Neues lernen, Nostalgie wecken und uns dabei jeden Tag ein bisschen an Weihnachten annähern. Schließlich ist der Dezembermonat etwas ganz Besonderes. Und das wollen wir mit allen Sinnen selbst (er)leben.

Freut euch jeden Tag bis Heiligabend auf je einen neuen Beitrag zu Kulturellem in Form von Rezepten, Rezensionen und Reportagen über Menschen, Bräuche und – selvfølgelig – Weihnachten.
Und wir freuen uns auf euch!

 

Karen

Für die Redaktion von Baltic Cultures

Ein Sprachexperiment zum Normenverständnis im Litauischen

Seit zwei Jahren gibt es an der Universität Greifswald den Studiengang M.A. Sprachliche Vielfalt/Language Diversity, der die Linguistik anglophoner, baltischer, finnischer, skandinavischer und slawischer Kulturen miteinander verbindet. Das Studium besteht aus insgesamt drei Säulen: Allgemeine Theorien und Methoden, Schwerpunktbereich und Profilierungsbereich. Der Schwerpunktbereich entspricht dabei der bereits im Bachelorstudium studierten Philologie und im Profilierungsbereich können wahlweise Kenntnisse einer zweiten bereits studierten Philologie vertieft oder eine neue Philologie von den Studenten gewählt werden.
Vor wenigen Tagen konnte der Masterstudiengang seine erste Absolventin hervorbringen. Greta Onusait hatte im Schwerpunktbereich Baltistik und im Profilierungsbereich Skandinavistik studiert. In ihrer Master-Arbeit beschäftigte sie sich mittels eines Sprachexperiments mit dem Normverständnis im Litauischen.

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Die Baltistik und das Baltikum – die kleinen Unbekannten Teil II

Ausrufezeichen Baltikum

Was interessiert dich am Baltikum?

Mich begeistert die Kultur, z.B. Volkslieder und -tänze, die Traditionen, z.B. Kūčios in Litauen (der litauische Heilige Abend mit seinen spezifischen Bräuchen), und wie sie in der Bevölkerung gewahrt und gelebt werden. Außerdem haben Lettland und Litauen wundervolle Landschaften zu bieten. Nicht zuletzt lerne ich auch gerne die Sprachen, Lettisch gefällt mir da besonders.
– Georg (22), Baltistikstudent, Greifswald

Nach dem Abitur bin ich eher zufällig für ein Jahr nach Estland gekommen und habe mich auf meinen Reisen durchs Baltikum in alle drei Staaten verliebt. Im Baltikum herrscht eine ganz andere Grundstimmung als in Deutschland. In Deutschland habe ich oft das Gefühl, dass alle Wege schon gegangen sind und alles irgendwie „gesetzt“ erscheint, wohingegen man im östlichen Europa und insbesondere im Baltikum eine sehr starke Aufbruchsstimmung spürt. Eine gute estnische Freundin hat mir dazu einmal gesagt: „Die Zukunft ist jetzt – und sie gehört uns, den jungen Leuten. Wir haben lange genug darauf gewartet, dass die Zukunft zu uns kommt, jetzt kommen wir zu ihr.“ Bars und Ateliers entstehen in alten Lagerhallen oder Werkstätten aus der Sowjetzeit, junge Leute experimentieren mit einer Mischung aus Folklore und Popmusik, und StartUps schießen überall aus dem Boden. Jedes Mal, wenn ich an mir eigentlich vertrauten Orten im Baltikum vorbeikomme kann ich noch etwas entdecken, was neu ist und darauf wartet, entdeckt zu werden.
– Marcel, Slawistik- und DaF-Student, Greifswald

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Die Baltistik und das Baltikum – die kleinen Unbekannten Teil I

Das Baltikum liegt auf der Bekanntheitsskala recht weit unten. Ebenso ist Baltistik nicht gerade das Fach, für das man sich planlos an der Universität einschreibt – oder doch? Wie bist du zur Baltistik gekommen?

Fragezeichen

Stimmt, um Baltistik zu studieren, sollte man zumindest schonmal davon gehört haben, und das ist nicht gerade oft der Fall. Und selbst dann, so glaube ich, braucht man immer noch einen gewissen persönlichen Bezug zu den baltischen Staaten.
Meine Gesamtschule in Jena hat eine Partnerschule in Litauen. Damals durfte ich die Anfänge dieser Partnerschaft miterleben und auch tatkräftig mitgestalten. Mein Engagement war damals sehr groß und schnell ergab sich der Bezug zu Land, Leuten, Kultur und Sprache. Als ich später nicht recht wusste, was ich denn schlussendlich studieren sollte, suchte ich im Internet nach einer Möglichkeit, etwas mit Litauen zu machen. Erster Treffer – Baltistik in Greifswald.
Georg (22), Baltistikstudent, Greifswald

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