Tag - Bachelor-Arbeit

Der halbfertige Himmel

Der halbfertige Himmel ist der Titel der Ausstellung von Sarah Fischer zum Nordischen Klang Festival 2015 in Greifswald. Mit ihrer Bachelorarbeit mit dem Titel Baum und Wald als Motive in der Lyrik Tomas Tranströmers – eine grafische Auseinandersetzung hat Sarah nicht nur außergewöhnlich tolle Arbeiten kreiiert sondern auch ihre beiden Studienfächer der Skandinavistik und Bildenden Kunst hervorragend verbinden können.

Zur morgigen Ausstellungseröffnung, die um 17.30 Uhr in der Galerie im Rathaus in Greifswald stattfindet, sind alle Interessierten herzlich eingeladen!

In der vertieften künstlerischen Auseinandersetzung mit der Poesie von Tomas Tranströmer hat sich die jetzige Masterstudentin der Bildenden Kunst hauptsächlich mit dem wiederkehrenden Motiv des Baumes und Waldes in den Gedichten des Schweden beschäftigt, wobei sie ihre Arbeiten mit der Technik des Holzschnitts und in der Kombination aus Collage und Zeichnung anfertigte. Die Thematik der grünenden Natur, des Wassers, Waldes und Baumes finden sich vor allem in Tranströmers erster Gedichtsammlung 17 dikter (dt. 17 Gedichte), doch auch in seinen späteren verdichteten Haiku und seiner kurzprägnanten Poesie.

Der Wald in den Gedichten kann als ein Ort der Ruhe und Abgeschiedenheit gelesen, der Waldrand als Übergang in einen neuen Raum beschrieben werden. Der Ausflug in den Wald ist eine Reise ins eigene Innere, in einen Raum von umstehenden stummen Bäumen und der Gang in den Wald hinein kann tief in die eigene Psyche führen, zu bislang unentdeckten Gedanken und Gefühlen…

Sarahs Bilder sind surreal anmutende Welten, die in Anlehnung an Tranströmers Poesie in der Verbindung von Natürlichkeit mit dem Geheimnisvollen und Verschlüsselten zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich führen und ausdrücken, was mitschwingt, emotional stark und sprachlich dazwischen und schwer zu umschreiben ist.

Wir wünschen viel Spaß bei der Vernissage und empfehlen tolle, inspirierende Kunst, die noch bis zum 19.06. 2015 besucht werden kann! Schaut auch mal auf die Website von Sarah, denn sie stellt derzeit nicht nur in Greifswald sondern auch in Rostock und Ahrenshoop aus.

N. kommt, aus der Serie »Der halbfertige Himmel«, Mischtechnik und Collage 2013 © Sarah Fischer

N. kommt, aus der Serie »Der halbfertige Himmel«, Mischtechnik und Collage 2013 © Sarah Fischer

Das typisch finnische Märchen

1155__suomen_kansan3649Schöne, alte Märchenbücher, wahre Märchenschätze: Nach wie vor entführen sie Kinder wie Erwachse in eine Phantasiewelt, in der alles möglich scheint. Unverändert bieten sie Stoff zum Lachen und zum Weinen, lassen den Leser mit dem in eine missliche Lage geratenen Helden sympathisieren, unterhalten mit romantischen Liebesgeschichten, span-nenden Abenteuerreisen oder wunder-samen Begebenheiten. Jedoch dienen Märchen nicht der bloßen Unterhaltung. Der Märchenschatz ist ein wichtiger Teil des Kulturerbes eines jeden Landes, er spiegelt seine Geschichte und Kultur wieder. Auch in Finnland sind die Volksmärchen neben dem Kalevala untrennbar mit dem Begriff des Nationalen verbunden. Aber was ist ein typisch finnisches Märchen und was wird als typisch finnisches Märchen in Finnland selbst und z.B. in Deutschland angesehen?

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Die Kategorie „Bandname“ – die große Unbekannte innerhalb der Namenforschung

Ergebisse der Bachelor-Arbeit Von Aalto ˈWelleˈ bis Öiset Kulkijat ˈNächtliche Wandererˈ– Eine korpusgestütze linguistische Analyse finnischer Bandnamen von Sabrina L.V. Scholz 

Finnische BandnamenTrotzdem Musik allgegenwärtig und als kulturelles Phänomen weltweit bedeutsam ist, kommt der Beschäftigung mit Bandnamen in der Forschung erstaunlicherweise kaum Beachtung zu. Dabei finden immer neue Namens-schöpfungen Eingang in den Bandnamenkanon und vermögen dabei äußerst verschiedenartige Formen annehmen. Für meine Bachelor-Arbeit an der Universität Greifswald haben mich eben jene Formen interessiert. Qualitativ wie quantitativ galt es mithilfe der Internetdatenbank Suuri Suomalainen Bändirekisteri neben der Frage nach typischen Quellsprachen finnischer Bandnamen auch zu klären, wie bei der Bandnamenschöpfung generell mit Sprache umgegangen wird. Wird mit ihr gespielt, wird sie modifiziert oder finden sich überwiegend gängige Begriffe wieder? Lässt sich feststellen, ob kurze und somit leichter einprägsame Namen dominieren oder aber ein Hang zu ausschweifenden, mehrteiligen Namen deutlich wird? Warum dies von Belang ist, liegt in der Vielzahl an Funktionen begründet, die ein Bandname zu erfüllen hat. Denn über die generelle Identifikation einer bestimmten Gruppe und deren Abgrenzung zu den übrigen Akteuren auf dem Markt hinaus werden die Namen markenähnlich verwendet: CDs, Konzerte, Merchandise-Artikel, überall taucht der Name zu Verkaufszwecken auf. Daher sollte er ansprechend und eingängig sein. Ist er zudem kurz und prägnant und folgt der konventionellen Schreibweise, so kommt dies neben der Erinnerbarkeit auch seiner Verwendbarkeit in schriftlichem, mündlichem sowie audiovisuellem Kontext zugute. Komplexere Namen dagegen, die womöglich zudem ungewöhnlichen Sprachmustern folgen und aufgrund ihres Erklärungsbedarfs Schwierigkeiten bei der Aussprache oder dem Verständnis verursachen, setzen sich weniger leicht im Gedächtnis fest. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass die jene Namen in Kommunikationssituationen vermieden werden, um sie nicht fehlerhaft wiederzugeben. Letzten Endes wäre also ein kurzer, wohlklingender, graphisch attraktiv in Szene setzbarer Name ideal, der vielleicht sogar etwas über die Musik verrät und mit dem sich der potentielle Hörer gern identifiziert.

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