Sprachen und Meer

Studierende lieben Sommerabende, Grillen am Hafen und die bunten Gebäude der historischen Altstadt. Sie lieben das Meer und den Strand – beide nur einen Spaziergang, eine kleine Laufrunde oder eine gemütliche Ruderstrecke entfernt. Sie genießen das bunte kulturelle Leben, die Internationalität der Universitätsstadt und die Nähe zu Rügen und Usedom. Wo sonst kann man in einem Urlaubsparadies studieren?

Studieren im Urlaubsparadies? Das geht.

Wir befinden uns im Nordosten Deutschlands, in Mecklenburg-Vorpommern. Genauer gesagt ist die Rede von Greifswald. Zunächst scheint die Heimatstadt Caspar David Friedrichs vor allem gemütlich und angenehm überschaubar. Dennoch zeigt sich die Stadt nicht nur dem interessierten Ostseetouristen schnell von seiner schönsten Seite.

Wer sich entscheidet, hier zu studieren, merkt sehr bald, was für ein Glückspilz er ist: beim ersten Biss ins Fischbrötchen, während auf dem Marktplatz die Sonne ins Gesicht scheint, am Nachmittag mit der Seminarlektüre auf dem Weg zum Strand und wenn man bemerkt, dass man eigentlich ganz gut ausschlafen kann, weil der Radweg zur Uni nur genau dreieinhalb Minuten dauert. Aber nicht nur wegen dieser kleinen Besonderheiten der Stadt und der guten Lage ist es toll, in Greifswald zu studieren. Die Universität Greifswald hat auch an Studiengängen einiges zu bieten – vor allem solche Kombinationen, die man sonst eher selten findet.

Unbenannt

Der Name ist Programm im Masterstudiengang Sprachliche Vielfalt.

Ein besonders vielfältiges Studium wird seit einiger Zeit in Greifswald durch den Masterstudiengang „Sprachliche Vielfalt“ möglich. Hier können Studierende je nach individuellen Interessen verschiedene Philologien kombinieren. Aus den Bereichen Anglistik, Baltistik, Fennistik, Skandinavistik, Slawistik, Germanistik und zukünftig voraussichtlich auch Deutsch als Fremdsprache können die Bestandteile des Masterstudiengangs individuell gewählt werden, teilweise auch auf Einstiegsniveau.

Studierende konzentrieren sich in diesem Studiengang auf verschiedene Teilaspekte des sprachlichen Handelns und beleuchten unter anderem kulturelle, regionale und soziale Aspekte. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf einer Sprache, sondern das Interesse an Sprache im Allgemeinen und das Erlernen bisher unbekannter Sprachen werden ebenso gefördert. Studierende bringen Vorkenntnisse in Englisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch oder anderen Sprachen aus ihrem Bachelorstudium mit oder haben sie sich während eines längeren Auslandsaufenthalts angeeignet. Besonders im Studiengang Sprachliche Vielfalt ist es ein Leichtes das bereits Vorhandene mit etwas ganz Neuem zu kombinieren. Warum nicht als Skandinavist, Germanist oder Anglist neben Norwegisch auch Polnisch lernen? Oder sich neben dem Schwedischen an eine nicht-indoeuropäische Sprache wie Finnisch heranwagen? Mit den Sprachen gehen natürlich auch kulturelle Besonderheiten einher.

sprachliche vielfalt

Hier geht’s zum Tutorialclip und zur Studiengangsseite.

Journalismus, Übersetzen, Lehre – schon während des Studiums Erfahrungen sammeln

Studierende können aber auch hier im Rahmen ihres Studiums zahlreiche Möglichkeiten nutzen, einige Zeit im Ausland zu verbringen – ganz egal ob an einer Universität während eines Erasmus-Semesters beispielsweise in Litauen oder ganz praktisch beim Praktikum als DaF-Lehrkraft in Estland. Gerade das Unterrichten ihrer eigenen Muttersprache oder der Schwerpunktsprache ihres Masterstudiums können sich einige der Studierenden gut vorstellen – manche tun dies bereits sogar schon aktiv. Andere sammeln praktische Erfahrungen als studentische Hilfskräfte, schreiben für Zeitungen als freie Mitarbeiter oder üben sich im Übersetzen. Letzteres ist in Greifswald auch schon während des Studiums sehr gut möglich. In regelmäßigen Abständen erscheinen in den Neuen Nordischen Novellen Texte aus unterschiedlichen Sprachen in studentischer Übersetzung. Und man muss sagen: es ist schon ein tolles Erlebnis, „aus dem Litauischen/Russischen/Finnischen von“ und daneben den eigenen Namen zu lesen.

Herbstschule, Tagungen und erste Einblicke in die Forschung

Wer hat eigentlich gesagt, dass man mit Menschen, die eine andere Muttersprache haben, immer Englisch sprechen muss? Masterstudierende der Sprachlichen Vielfalt konnten vergangenen Herbst bei einer fennistischen Herbstschule feststellen, dass die Kommunikation zwischen Finnen, Polen und Deutschen auf Finnisch mindestens genauso gut klappt. Aber nicht nur für diese Erkenntnis waren die Tage in Warschau hilfreich. So mancher lässt sich von solch einer Veranstaltung zum weiteren Forschen animieren – schließlich legt das Masterstudium ja auch hierfür die Grundsteine: es berechtigt nämlich auch zur späteren Promotion auf dem Gebiet des Schwerpunktfachs.

Die Studierenden der Sprachlichen Vielfalt genießen an ihren Instituten sehr gute Betreuung in familiärer Atmosphäre. Man kennt Professoren, Dozenten und Kommilitonen. Letztere haben hier noch ein paar persönliche Eindrücke und Tipps für zukünftige Studierende:

Es gibt so viele tolle Möglichkeiten, die nicht unbedingt zum „Pflichtprogramm“ des Masters gehören. Bei den Skandinavisten und Fennisten sind das z.B. der Instituts-Chor, Filmabende, Feiern wie Lucia und Mittsommer. So lernt man viel über die Kultur seines „Studien-Landes“, trifft nette Leute und hat auch noch viel Spaß dabei. (Judith)

Das Institut für Fennistik und Skandinavistik in Greifswald bietet auch sehr viele Möglichkeiten zur Mitarbeit wie z.B. bei dem Kulturfestival „Nordischer Klang“, was Mitarbeitenden und Besuchern den interkulturellen Austausch in der Ostseeregion ermöglicht. (Klaudia)

Überlegt euch sehr gut, welches Nebenfach/Basisphilologie ihr wählt. Macht unbedingt Gebrauch von den Wahlmöglichkeiten, die der Studiengang bietet, um Veranstaltungen jenseits des Hauptfaches zu belegen. Macht euch einen genauen Plan für die vier Semester und entscheidet, ob ihr den Studienplan in kurzer Zeit diszipliniert abarbeiten oder euch auch Zeit nehmen wollt, über den Tellerrand zu schauen. (Benjamin)

Am besten bringt ihr Motivation mit und habt Interesse daran, Sprachen zu lernen und sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. (Rebecca)

Zu dem Studienprogram gehören nicht nur Fremdsprachen, sondern man lernt auch über Geographie, Umwelt und die Struktur von Staaten. Dadurch kann man später Spezialist sowohl auf dem Gebiet der Sprache als auch der Kultur und Tradition sein. Dies ist für die berufliche Perspektive sehr wichtig.  (Klaudia)

Ich studiere den Master Sprachliche Vielfalt, weil das Eintauchen in die Struktur und den Klang einer völlig andersgearteten Sprache als der eigenen einen ganz neuen Blick auf Sprache als solche und auf Sprache als Ausdruck einer Kultur eröffnet. Warum in Greifswald? Weil der Masterstudiengang konzentriert, fokussiert und effizient konzipiert ist. (Benjamin)

Hier findet ihr einige Eindrücke aus der Universitäts- und Hansestadt Greifswald.

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Mareen

Mareen

Fühlt sich an vielen Orten zu Hause: in Süddeutschland, Finnland, Greifswald und sowieso überall, wo es Kaffee, spannende Geschichten und schöne Landschaften gibt. Seit kurzem für die Fennistik in Greifswald und vor allem interessiert an den Geschichten und Sprachen des Nordens – mit gelegentlichen Abstechern an andere bunte Orte der Welt.