Schwedischlektorin Anna-Lena Jansåker

Anna-Lena Jansåker

Die Mitarbeitenden des Instituts für Fennistik und Skandinavistik in Greifswald stellen sich vor

In unserer Vorstellungsreihe über die Mitarbeitenden des Instituts für Fennistik und Skandinavistik stellen wir heute die Schwedischlektorin Anna-Lena Jansåker vor, die von ihrer Liebe zur deutschen und schwedischen Sprache berichtet und uns Einblicke in das schwedische Midsommarfest gibt.

Baltic Cultures: Was ist Ihre Rolle im Institut? Welche Aufgaben haben Sie normalerweise?

Anna-Lena Jansåker: Ich unterrichte am Insitut für Fennistik und Skandinavistik Schwedisch im Grundkurs III und IV sowie in vier verschiedenen Oberkursen. Darüber hinaus habe ich ebenso wie die anderen Lektoren einige administrative Aufgaben und helfe sehr gerne weiter, wenn jemand spezielle Anliegen oder Fragen hat.

Baltic Cultures: Warum sind Sie Lektorin für Schwedisch geworden? Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Arbeit im Institut?

Anna-Lena Jansåker: Das ist ein Traum von mir gewesen, den ich schon sehr lange gehabt habe. Ich hatte bereits viele Jahre sowohl Schwedisch als auch Deutsch unterrichtet und die Arbeit als Schwedischlektorin ist für mich eine gute Kombination aus beidem, weil ich so die schwedische Sprache und Kultur an interessierte Menschen weitergeben kann und ich selbst gleichzeitig umgeben bin von der deutschen Sprache. Ich habe mich einen Großteil meines Lebens mit beiden Sprachen auseinandergesetzt und nie aufgehört, mich immer wieder aufs Neue für all die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten zu begeistern. Außerdem denke ich, dass Sprachkenntnisse jeglicher Art etwas sehr Wichtiges sind, da sie zu einer besseren Kommunikation und einem besseren Verständnis zwischen den Menschen beitragen. Für mich ist es einer Ehre, Schweden repräsentieren zu dürfen, und es freut mich sehr, dass das Interesse für Schwedisch und Schweden hier in Greifswald und in ganz Deutschland so groß ist. Ich erlebe meine Arbeit als sehr abwechslungsreich und freue mich über die sehr engagierten Studenten.

Baltic Cultures: Haben Sie einen Lese-, Theater- oder Filmtipp aus dem Norden, den man unbedingt kennen sollte?

Anna-Lena Jansåker: Ich kann einige Schauspielhäuser in Malmö sehr empfehlen: Intiman, Hipp und Malmö Opera. Letztgenanntes öffnete seine Türen im Jahr 1944. Ich selbst schaue mir sehr gern Dramen von Ingmar Bergman, Strindberg oder Ibsen an. Hier im Greifswalder Theater habe ich En folkfiende in einer Inszenierung gesehen, die einen starken Eindruck hinterlassen hat.

In Bezug auf Filme gibt es einige, die man gesehen haben sollte, wie ich finde. Ich kann sie hier nicht alle aufzählen, nennen aber gern eine Auswahl: Ingmar Bergmans letzter Film Fanny och Alexander (1982), Änglagård (1992), Den bästa sommaren (2000),  Elina (2002), Masjävlar (2004), Monica Z (2013). Es gibt einen finnischen Film, der mich sehr beeindruckt hat: Miss Blue Jeans (2012). Zwei dänische Regisseure, die ich sehr bewundere sind Susanne Bier und Thomas Vinterberg – deshalb sollte man beispielsweise auch Älskar dig för evigt und Festen gesehen haben. Skandinavische Filme kommen immer mit einer Spur Melancholie daher, oft eingerahmt von einer atemberaubenden Landschaft, die sowohl Herz als auch Seele berührt.

Ich möchte außerdem die Gelegenheit nutzen, einige französische Filme zu empfehlen, die besonders für Lehramtsstudenten eine Bereicherung sein können und für alle, die sich generell für das Thema Schule interessieren: Gosskören (2004), Mellan väggarna (2008) und Franska för nybörjare (2014).

Baltic Cultures: Am 23. Juni 2018 wird ja in Schweden midsommar gefeiert, ein besonders wichtiges Fest für die Schweden. Wie wird dieser Tag  für gewöhnlich zelebriert?

Anna-Lena Jansåker: Midsommarafton (Vorabend des Mittsommerfestes, wird immer an einem Freitag zwischen dem 20. und 26. Juni gefeiert) ist ein wichtiges und großartiges Fest, an dem wir uns besonders gutes Essen gönnen: Frisch geerntete süße Erdbeeren mit Sahne, Hering und Frühkartoffeln mit saurer Sahne, Schnittlauch und gekochten Eiern.

Oft versammelt man sich auf einer großen Wiese, um die midsommarstång zu schmücken. Am Nachmittag trifft man sich zu gemeinsamem Tanz, Spiel und fika. In Skåne fahren die Menschen an dem Tag gerne ans Meer. In Småland kommt man vielleicht an einem See zusammen. In vielen Orten gibt es eine spelmanslag und folkdanslag, die den Tag mit wunderbarer Folkmusik und Tanz bereichern.

Manchmal wird der Tag mit einer gemeinsamen Feier im Folkets Park abgeschlossen. Obligatorische Zutaten für ein geglücktes Mittsommerfest sind auf jeden Fall Musik, gutes Essen und eine geschmückte midsommarstång.

Herzlichen Dank an Anna-Lena Jansåker!

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Julia

Julia

Mag den sanften Klang des Nordens und weite skandinavische Landschaften. Fühlt sich besonders zu Hause in der schwedischen Sprache und begeistert sich für schwedische Literatur und Folkmusik. Unternimmt liebend gerne Reisen – nicht nur in Richtung nordische Gefilde – und freut sich immer über inspirierende Begegnungen und Einblicke in fremde Kulturen und Bräuche.