„Lord, what fools these mortals be!“

Helena liebt Demetrius, Demetrius liebt aber Hermia (Helenas beste Freundin), welche mit ihrem Geliebten Lysander durchbrennen will. Aus wessen Feder möge dieses verworrene Teenagerdrama sonst stammen, wenn nicht aus seiner: William Shakespeare. Meine erste persönliche Erfahrung mit A Midsummer Night’s Dream war vor ungefähr 10 Jahren, als ich (selbst noch keine Ahnung davon habend, wer dieser Shakespeare eigentlich sein soll, den alle Welt seit Jahrhunderten zitiert) im Wohnzimmer saß, mich von dem ernüchternden Nachmittagsprogramm privater Fernsehsender berieseln ließ und die Levi’s 501 Werbung mit einem Mal über den Bildschirm flackerte.

Seitdem pflegten der Sommernachtstraum und ich ein eher lockeres Verhältnis – bis im Juni letzten Jahres eine Tafel im Institut für Anglistik und Amerikanistik hier in Greifswald aufgestellt war, die die Überschrift „Auditions“ trug. „Come dream with us.“ Mehrere Monate harte Arbeit zahlen sich kommende Woche aus, wenn das Stück an vier Abenden in der Steinbeckerstraße 15 zur Schau getragen wird. Wer keine der heiß begehrten Tickets ergattern konnte,  kann sich vielleicht mit dem einen oder anderen Fun Fact über den Frust darüber hinweg helfen….

1. Feen und Elfen, wie wir sie aus Walt Disney Zeichentrickfilmen kennen, wurden tatsächlich durch die Elfen des Waldes inspiriert, die im Stück Titania, der Feenkönigin, dienen.

2. Der Initiator der ganzen Verwirrung, Puck, war für mehrere Jahre als Banner in Sonntagszeitungen zu sehen, inklusive seines berühmten Satzes „What fools these mortals be“

3.  Shakespeare parodiert sein eigenes Stück Romeo & Julia mithilfe eines Schauspiels im Schauspiel, das am Ende von Midsummer Night’s Dream den Liebespaaren vorgeführt wird, von denen es zu gleichen Teilen als witty und silly kommentiert und zerrissen wird.

4. Die Handwerker, die die Romeo-und-Julia-Parodie aufführen, wurden einst von den Beatles gespielt. Doch Vorsicht sei geboten beim Schauen des Videos –  wie der Telegraph es passend kommentierte:

„In the history of the play’s performance it’s doubtful that the scene has ever been greeted by so much screaming from teenage female onlookers.”


 5. Nachdem William Herschel den Uranus 1781 entdeckte, benannte er dessen zwei größten Monde nach dem Feenkönig und der Feenkönigin: Titania und Oberon.

Als Kind war mir Shakespeare viel zu hoch – trotz der harmonisch inszenierten Levi’s Werbung. Erst beim Mitwirken am Stück wurde mir der Witz und Charme in jeder seiner Zeilen erst bewusst. Auch wenn A Midsummer Nights Dream unter vielen als obszön und unmoralisch gilt, muss man es gesehen haben. Für einige (=mich) macht gerade das Verhältnis zwischen Kitsch und Obszönität das Stück so aus. Bildet euch eure eigene Meinung, wenn ihr die Möglichkeit bekommt, eine Interpretation von A Midsummer Night’s Dream zu sehen – hoffentlich ist es eine gute.

Wer Blut geleckt hat, kann auf folgenden Seiten diese FunFacts noch einmal nachlesen und andere finden:

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Josy

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„There is nothing either good or bad but thinking makes it so“ – Ursprünglich aus der Mudderstadt, lebt in Greifswald für die Anglistik und Amerikanistik. Tagträumer, Weltenbummler und realitätsfern, aber bei jedem Streich ganz vorne mit am Start.