London – The Place to be

Es ist wieder an der Zeit, sich dem Fernweh hinzugeben: Dieses Mal stellen wir euch Tina vor, die 9 Monate in London als Au-Pair verbrachte. Wenn ihr selbst noch nicht einen Auslandsaufenthalt als Au Pair plant tut ihr das vielleicht nach diesem Beitrag…

„Dass ich als Au Pair ins Ausland möchte, war mir schon mit 12 klar. Wohin genau es mich verschlagen sollte, wusste ich aber noch nicht. Wie bei so vielen anderen auch war mein erster Wunsch die USA. Dass es nach reichlicher Überlegung dann doch England und vor allem London wurde, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Die Vorbereitungen starteten circa 8 Monate vor meiner Abreise. Die erste Frage war: „Für welche Organisation entscheide ich mich?“ Also lief ich von Infoveranstaltung zu Infoveranstaltung und bekam mehrere dicke Umschläge mit Infomaterialien zugeschickt. Am Ende habe ich mich für eine kleinere Organisation namens „magoo_International“ entschieden.

Nachdem ich meine Bewerbung abgeschickt habe und alle Angaben geprüft wurden, wurden mir einen Monat später verschiedene Familien vorgestellt, auf die mein Profil passen würde.
Nach 2 verschiedenen Skype Gesprächen war es dann geklärt. Ich hatte meine Gastfamilie gefunden. Mitten in London!
Dann ging alles ganz schnell. Anfang Dezember wurden die Verträge ausgefüllt und am 3. Januar flog ich von Berlin in meine „neue Heimat“.

streatham

Streatham Common South

Mit meiner Gastfamilie habe ich mich von Anfang an so gut verstanden, dass sich das Gefühl von Heimweh gar nicht erst einstellen konnte. Sie wohnten in der 3. Zone von London, im Stadtteil Streatham. Mit der Bahn brauchte ich circa 20 Minuten in die Innenstadt. Mit dem Bus fast 1,5 Stunden. Bus fahren in London ist echt ein Phänomen für sich. Die Haltestellen haben gerade einmal einen Abstand von gefühlten 20m, die Busse kommen NIE pünktlich, nur die wichtigsten Bushaltestellen sind auf den Fahrplänen aufgelistet und wenn ich möchte, dass der Bus hält, muss ich ein Handzeichen geben. Aber auch da gewöhnt man sich schnell dran.
Streatham ist ein Stadtteil mit vielen Einfamilienhäusern, es sah fast so aus wie bei Harry Potter.

Mein Arbeitstag begann morgens um 7 Uhr und endete abends 19 Uhr. Ich musste die Kinder morgens in die Schule bzw. in den Kindergarten fahren. Und zwar mit dem Auto! Davor hatte ich am Anfang am meisten Angst – der gefürchtete Linksverkehr. Aber nach meinen 2 Fahrstunden, die mir meine Gastfamilie finanziert hatte, fühlte ich mich doch sehr sicher! Am Nachmittag musste ich die 2 Kinder abholen und zu ihren jeweiligen Aktivitäten fahren. Ob nun Rugby, Ballett, Turmspringen, Theater oder Schwimmen, jeden Tag hatten sie was anderes vor. Danach hieß es dann Abendbrot machen, baden, „Gute-Nacht-Geschichte“ vorlesen und ab ins Bett – dabei haben mir aber meist die Eltern geholfen.
Zwischen 9Uhr und 15Uhr hatte ich jedoch Freizeit.

big ben

Big Ben

Und wie verbringt man seine Freizeit in London am besten? Vor allem mit Sightseeing & Shoppen
Da ich vorher noch nie in London war, war natürlich alles neu. Ich komme zwar aus Berlin und dachte immer „in Großstädten kenne ich mich aus“ aber in London ist nochmal alles eine Klasse für sich. Kein Vergleich!

Erstmal wurden alle Standardsehenswürdigkeiten besucht: Big Ben, House of Parliament, St. Paul´s, Westminster Abbey, Tower of London, Buckingham Palace, London Eye, Oxford Street, Camden Town…alles wurde abgeklappert. Und zwar zu Fuß! Öffentliche Verkehrsmittel in London sind nämlich, wie eigentlich alles, ziemlich teuer. Shoppen kann man am besten am Oxford Circus, Sloane Square, Shepard´s Bush und Camden Town.
Und da man nicht die ganze Zeit alleine durch diese wunderbare Stadt bummeln möchte, sucht man sich Leute. Das ist auch gar nicht so schwer. Zum einen bekam ich monatlich von meiner Organisation eine Liste mit Au Pair´s in meiner Nähe zugeschickt und zum anderen gibt es viele Soziale Netzwerke mit Au Pair Gruppen. Nicht so einfach ist es, Leute kennen zu lernen, die nicht aus deinem Heimatland kommen. Aber wenn man sich ein bisschen anstrengt und sich einen Ruck gibt, ist auch das zu lösen. Immerhin geht man ja ins Ausland um die Landessprache zu verbessern.
Ein Vorteil ist es dann natürlich auch, wenn man sich mit seiner Gastfamilie so gut versteht, dass man auch viele Konversationen führen kann, die über den Alltag der Kinder hinausgehen. Das war bei mir zum Glück der Fall.

Zwei Tage die Woche bin ich für jeweils 2 Stunden in das „Bromley College for further education“ gegangen und habe Englischkurse besucht. Auch das war nicht ganz billig – 300£ hat mich das Ganze für einen 6 monatigen Sprachkurs gekostet. Und das war noch eine der günstigeren Schulen. Tja, in London haben die Leute ein anderes Verständnis von teuer und günstig. Dafür habe ich sowohl mein „Cambridge Certificate“ als auch den „IELTS-Test“ bestanden.

olympic games

Die Olympischen Spiele in London 2012

Das Beste an meinem 9 monatigen Aufenthalt war aber, dass ich genau zu der Zeit kam, in der London eine einzige Partystadt war. Zum einen gab es das 60jährige Thronjubiläum der Queen. Da ist die ganze Stadt ausgeflippt. Die Queen und ihre Familie hatten besonders viele öffentliche Auftritte zu absolvieren und auch ich habe sie 2mal LIVE und in FARBE gesehen! Das war schon sehr aufregend.
Das zweite große Event, was ich miterleben durfte waren die Olympischen Spiele die im Sommer 2012 in London stattfanden. Ich hatte sogar Tickets für Handball und Leichtathletik mit meiner Gastfamilie und ich bin mit einer Freundin zum Volleyball Finale der Frauen gegangen. Die ganze Atmosphäre war so unbeschreiblich, ich bin so froh, dass ich das miterleben durfte.

Tja und dann waren die 9 Monate auch schon um. Der Abschied fiel mir alles andere als leicht. Die Stadt, die Familie, meine Freunde…Ich wäre gerne noch länger geblieben. Aber London ist nicht das Ende der Welt und ich stehe immer noch im sehr guten Kontakt mit meiner Gastfamilie, dass ich versuche sie mindestens 2mal im Jahr zu besuchen.

Ich kann nur jedem empfehlen ins Ausland zu gehen. Ob Au Pair, Austausch, Work & Travel oder zum Studieren. Man nimmt so viel mit und sammelt so viel Erfahrung, egal wohin es einen verschlägt!
Also nutzt eure Chance und ich hoffe ihr bereut es so wenig wie ich!“

– Tina Georgi

westminster station

Westminster Underground Station

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Josy

Josy

„There is nothing either good or bad but thinking makes it so“ – Ursprünglich aus der Mudderstadt, lebt in Greifswald für die Anglistik und Amerikanistik. Tagträumer, Weltenbummler und realitätsfern, aber bei jedem Streich ganz vorne mit am Start.