Kunst, Kultur& skandinavische Sprachen. Filme aus dem Norden!

Obwohl wir die Nordischen Filmtage in Lübeck bereits vor einigen Wochen besucht haben, wirken Geschichten, Filmtitel, Figurennamen und besondere Situationskomik der Retrospektivfilme unter dem Leitthema Komik weiter nach. Ein Erfahrungsbericht mit der Überschrift „Von Lachmuskeln& plattgesessenen Hintern. Die Nordischen Filmtage 2014 in Lübeck.“, wird nur allzu gut vorstellbar. Darüber hinaus liefern die Filmtage unzählige Hinweise auf weitere Spiel-, Dokumentar-, Stumm- oder Kurzfilme. Welche Filme interessieren? Mit welchem Film sollte man beginnen?

Ausufernder Filmkatalog der Filmtage Lübeck.

Ausufernder Filmkatalog der Filmtage Lübeck.


Während der Nordischen Filmtage 2014 in Lübeck fanden Preisvergaben statt, sodass einige Filme nun besonders hervorstechen und unter Filmwissenschaftlern und Filmwissenschaftlerinnen diskutiert werden. Der Film Vonarstræti („Straße der Hoffnung“) des isländischen Regisseurs Baldvin Z. gewann den NDR Filmpreis. Inhaltlich rücken drei Figuren der isländischen Gesellschaft in den Fokus, deren Leben kurz vor dem Kollaps des Bankensystems und der Finanzkrise beschrieben werden. Den Publikumspreis der Lübecker Nachrichten erhielt die Liebeskomödie HallåHallå („HalloHallo“) der schwedischen Regisseurin Maria Blom, eine Liebeskomödie mit dem Leitspruch, irgendwie wird`s schon werden! Der schwedische Regisseur Ronnie Sandahl nahm für seinen Debütfilm Svenskjævel („Schwedenbastard“) den Preis der Baltischen Jury, die einen nordischen Spielfilm auszeichnet, entgegen. Der Dokumentarfilm „Früher träumte ich vom Leben“ von  Jukka Kärkkäinen und Sini Liimatainen thematisiert Selbstmord, Schweigen und Leben im übergeordneten Sinn und gewann als finnischer Beitrag den Dokumentarfilmpreis der Lübecker Gewerkschaften.

Unser Lieblingsfilm der Filmtage ist Klumpfisken („Der Mondfisch“) vom dänischen Regisseur Søren Balle. Der Film erzählt vom Leben und Lieben des Fischers Kesse während der Finanzkrise und überzeugt vor allem mit tollen Kameraaufnahmen.

Gefallen euch die Filmproduktionen des Schweden Roy Andersson? Es gibt einen neuen Film von ihm! En duva satt på en gren och funderade på tillvaron („Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“). Abgesehen davon, dass man bei diesem Film ständig nach dem roten Faden sucht, wandelt der Zuschauer emotional zwischen Ekel, Abneigung und Komik. Höchstwahrscheinlich ein „Genuss“ für all diejenigen, denen der Film Du levande („Das jüngste Gewitter“) gefallen hat. Anderssons neuester Film wird allerdings erst ab dem nächsten Jahr zu sehen sein.

Wenn euer Interesse geweckt ist und ihr andere Filme der Festivaltage aufstöbern wollt, schaut auf die Programmübersicht der diesjährigen Filmtage! Viele der Filme wurden dort erstmalig öffentlich präsentiert und einige werden voraussichtlich erst nächstes Jahr käuflich erhältlich sein oder in den Kinos anlaufen. Doch könnt ihr euch bereits jetzt informieren und darüber hinaus, auf andere Filme aufmerksam werden!

Und noch mehr Tipps! Vielleicht habt ihr schon bemerkt, dass das Arte-Fernsehprogramm es derzeit auf die Ausstrahlung von Filmen aus dem Norden abgesehen hat. Wenn ihr euch für nordische Kurzfilme interessiert, dann schaut doch mal hier rein: http://cinema.arte.tv/de/magazin/kurzschluss. Das Arte-Programm bietet noch weitere Möglichkeiten. Ein renommierter finnischer Filmregisseur ist Aki Kaurismäki, der an der Universität Tampere Literatur- und Kommunikationswissenschaft studierte. Arte zeigt seinen Film Le Havre, der in Frankreich spielt und das Leben eines ehemaligen Literaten darstellt, der sich einem Flüchtlingskind aus Afrika annimmt. Falls ihr schon immer einmal einen Film von Lars von Trier sehen wolltet und Lust auf einen Endzeitfilm habt, könnt ihr euch in der Arte-Mediathek Melancholia, einen Film aus dem Jahre 2011, anschauen. Kirsten Dunst spielt eine junge depressive Frau mit Hellseherqualitäten, die das Ende der Welt prognostiziert.

Da Arte und auch der NDR in ihren Online-Mediatheken einige Filme aus dem Norden für eine gewisse Zeit bereithalten, ist schon ein erster Hinweis auf die Frage gegeben, wo skandinavische Filme zu sehen sind. Speziell isländische Filmproduktionen können auf http://icelandiccinema.com/english mit einem kleinen Darlehen von 2-3 Euro pro Film angeschaut werden. Genauso gut ist es, auf die Fachbibliothek des Instituts für Fennistik und Skandinavistik zu verweisen. Dort können Filme ganz einfach kostenlos ausgeliehen werden. In den Büros der Lektoren und Lektorinnen entdeckt ihr gefüllte Regale mit Filmen, die sich super für die Verbesserung der skandinavischen Sprachkenntnisse eignen und auf Nachfrage ausgeborgt werden können. Außerdem bereitet der Fachschaftsrat des Instituts jeden Montag einen netten Filmabend vor, bei dem jeder/jede herzlich willkommen ist. Über das Programm könnt ihr euch auf der Facebook-Seite informieren! Und wenn es Filme gibt, die euch interessieren und nicht im Institut auszuleihen oder zu sehen sind, fragt doch mal bei euren Lehrkräften nach, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, eine Anschaffung zu tätigen!

Plattgesessene Hintern und viereckige Augen! Bis dahin!

Komik aus Dänemark. Olsenbanden!

Komik aus Dänemark. Olsenbanden!

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Wiebke

Wiebke

Planscht mit den Zehen im kalten Ostseewasser – von Nord, Süd, Ost oder West. Taucht ab in nordischen Wäldern und Weiten, in Literatur, Musik und skandinavischer Filmkunst.