Ehemalige erzählen…

Porträt Hanna Altheimer

Hanna Altheimer

In diesem Zeitraum habe ich studiert: 2001-2008
Studienort: München
Studienrichtung: Nordische Philologie, Germanistik und Politik
Aktuelle Berufsbezeichung: Partner Learning and Development Specialist
Tätigkeitsfeld: Strategie für Produkttrainings
Unternehmen/ Einrichtung: Microsoft Deutschland GmbH

Meine Magister-/Diplom-/Bachelor-/Masterarbeit

Thema/ Themenbereich: Die Funktion des Unheimlichen in ausgewählten Werken von Selma Lagerlöf (Neue Literaturwissenschaft)
Betreuender Hochschullehrer: Prof. Dr Annegret Heitmann

Mein Studium

Was hat mich dazu bewogen eine Philologie zu studieren?
Begeisterung für Sprache, Literatur und Kultur. Anreiz für ausländische Literaturstudien war das zusätzliche Erlernen einer neuen Fremdsprache und damit einen guten Grund für einen Auslandsaufenthalt zu haben.

Was hat mir am Studium gefallen?
Das selbstständige Zusammenstellen meiner Kurse und Fächer im Rahmen meines Magister Studiengangs. Die Flexibilität unterschiedliche Fächer zu belegen und nach meinen Interessen und Fähigkeiten studieren zu dürfen.

Was hat mir am Studium nicht gefallen?
Fehlender Praxisbezug und Vorbereitung auf das Arbeitsleben. Glücklicherweise gab es an der Uni Zusatzangebote für Studierende der Geisteswissenschaften. Hier konnte man Kurse u.a. in BWL und EDV belegen und sich so wertvolle Zusatzqualifikationen aneignen, die unentbehrlich sind für einen Quereinsteiger in der Wirtschaft.

Den Tätigkeiten bin ich während des Studiums nachgegangen:
Ich war sehr engagiert in einem Studentenverein mit dem Namen AEGEE (Europäisches Studentenforum), den es in vielen Unistädten gibt. Hier habe ich Event- und Projektmanagement Erfahrung gesammelt, sowie mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten.

Auslandsstudium? Linköping, Schweden (1 Semester)

Tipps für den Studienverlauf:
Informiert euch frühzeitig über Angebote und Austauschprogramme eurer Uni, sucht euch am besten einen erfahrenen Studenten, der euch Tipps geben kann. Nie wieder ist es so einfach ins Ausland zu gehen und Erfahrungen zu sammeln. Es wäre schade das nicht zu nutzen, weil man zu spät davon erfahren hat. Für viele Unternehmen ist Auslandserfahrung mittlerweile fast schon ein Muss. Engagiert euch in einer Organisation oder Verein, auch wenn eure Zeit knapp ist, über den Tellerrand des eigenen Studiums zu blicken hat mich extrem weitergebracht.

Tipps für das Praktikum: Versucht möglichst viele unterschiedliche Praktika zu machen und auch in Branchen, die auf den ersten Blick abwegig erscheinen. Die Qualifikation, die man sich durch ein Studium erwirbt wird in vielen Bereichen geschätzt.

Mein Berufseinstieg

Wie sah mein Berufseinstieg aus?
Bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich als Praktikant gestartet auf einer Stelle, die mit meinem Studium fachlich nichts zu tun hatte, mich aber inhaltlich ansprach. Da ich mich im Unternehmen wohl gefühlt habe, blieb ich als Werkstudent. In dieser Zeit habe ich mir das nötige Branchenwissen angeeignet, um mich als Quereinsteiger für das Trainee Programm zu qualifizieren.

Tipps für den Berufseinstieg:
Nutzt Praktika, um euch ein Netzwerk aufzubauen, das kann den Einstieg nach dem Studium sehr erleichtern. Wenn es euch in einem Unternehmen gefallen hat, versucht den Kontakt zu halten, persönliche Empfehlungen sind Gold wert.

Studium und Beruf

Wie hat mich das Studium für mein Berufsleben qualifiziert?
Im Studium habe ich gelernt, wie ich mich komplexen Themen annehme, mich zeitlich zu organisieren und strukturiert Themen zu bearbeiten. Es sind erlernte Arbeitsweisen, die mit ein bisschen Transferleistung in jedem Unternehmen gebraucht werden.

Was habe ich im Studium nicht gelernt?
Im Team zusammenzuarbeiten und gemeinsam an einem Projekt mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten zu arbeiten. Hier hat mir allerdings mein Engagement im Verein sehr geholfen.

Wie beurteile ich die Berufsaussichten für zukünftige Kultur-, Sprach- und Literaturwissenschaftler?
Ich denke, dass die Aussichten gut sind, für jeden, der bereit ist die „extra Meile“ zu gehen und sich zusätzlich zu qualifizieren. Unternehmen kämpfen mit einem wachsenden Fachkräftemangel und sehen es als Bereicherung, wenn ihre Mitarbeiter unterschiedliche Studienhintergründe haben.

Mein Rat für Studierende und AbsolventInnen:
Engagiert euch neben dem Studium und stellt euch möglichst breit und generell auf mit euren Qualifikationen. Nutzt die Möglichkeiten eines Studiums und findet eure Begabung, die auch für die Wirtschaft interessant sein könnte. Denkt nicht in Schubladen und schaut über den Tellerrand eures Fachgebietes. Für mich prägend war damals die Aussage, dass nur ca. 7% der Geisteswissenschaftler später in ihrem Fachbereich arbeiten werden.

Vielen Dank an Hanna Altheimer!

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Wiebke

Wiebke

Planscht mit den Zehen im kalten Ostseewasser – von Nord, Süd, Ost oder West. Taucht ab in nordischen Wäldern und Weiten, in Literatur, Musik und skandinavischer Filmkunst.