Category - Studentische Forschung

Finnisch färbt ab

Repovesi Nationalpark in Finland (Quelle: Wikimedia Commons)

Repovesi Nationalpark in Finland (Quelle: Wikimedia Commons)

Nach dem Ursprung ihrer Finnlandbegeisterung befragt, antworten Finnlandfreunde egal welchen Alters immer wieder, Finnland habe sie schon nach einer ersten intensiven Begegnung nie wieder losgelassen. Oftmals heißt es dann metaphorisch, man sei vom „Finnlandvirus infiziert worden“. Dass eine Begegnung mit Finnland hartnäckige Spuren im Gemüt hinterlassen kann, ist also wohlbekannt. Wie sieht es aber mit der Sprache aus? Hinterlässt das angeblich so anders- artige Finnische Spuren in der Sprache deutscher Muttersprachler, wenn sie sich z.B. über Jahre hinweg in Finnland aufgehalten haben und partiell zweisprachig geworden sind? Read More

Zu Lebzeiten Nólsoyar Pálls. Vom färöischen Nationalhelden und Austernfischer im Fuglakvæði!

„Ingen Færing har bedre end Poul Nolsø kendt og forstaaet sit Lands Fugleverden, og ingen har bedre end han forstaaet at udnytte denne sin Kendskab.“ Jakobsen, 1891

In Verbindung mit dichterischem Geschick und Interesse für das gesellschaftliche Leben seiner Zeit ist der Färinger Nólsoyar Páll einer der wichtigsten färöischen Persönlichkeiten und Literaten. Seine Ballade Fuglakvæði, das Vogellied, ist eines seiner bedeutendsten Werke. Es ist wider Erwartung nicht nur eine Aneinanderreihung von Vogelnamen aller Art, sondern eine metaphorische Verbindung der Vogellandschaft des Landes mit seinerseits gesellschaftlich zu kritisierenden Verhältnissen.
Die Ballade entstammt der älteren färöischen Literatur, in der es einen ungewöhnlich reichhaltigen Schatz an sogenannter Volksliteratur, unter der die Volksballaden, die kvæði, einen herausragenden Platz einnehmen, gibt. Eine besondere Art der Ballade sind die tættir, zu denen auch das Fuglakvæði gehört. Ein táttur, ein Spottgedicht, ist eine satirische Ballade, die entweder über eine bestimmte politische Situation oder über etwas Persönliches verfasst wird In persönlichen Belangen konnten diese Gedichte recht verletzend sein. Es ist überliefert, dass Männer, bei unrechtmäßigem Verhalten, einen tátt erhielten, die Ballade bei einem traditionellen Ringtanz laut vorgesungen und die „Opfer“ ihrem Spott ausgeliefert wurden, was dem Publikum eine Menge Unterhaltung bot. Infolge der politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit der Färöer von Dänemark entstanden satirische Balladen insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert. „ […] when the question of national identity and the relation between Denmark and Faroe Islands has been to the fore, the composition of satirical ballads has flourished. This type of ballad has been eminently suited to the general debate on this sensitive matter.” (Blak 1996: 39)

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Über Grenzen hinaus! Baltic Borderlands

Das Internationale Graduiertenkolleg 1540 „Baltic Borderlands: Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region” („Grenzräume in der Ostseeregion: Der Wandel kultureller und mentaler Grenzen im Ostseeraum“) besteht seit dem Jahr 2009 und wird von dem Historiker Professor Dr. Michael North geleitet.

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Das typisch finnische Märchen

1155__suomen_kansan3649Schöne, alte Märchenbücher, wahre Märchenschätze: Nach wie vor entführen sie Kinder wie Erwachse in eine Phantasiewelt, in der alles möglich scheint. Unverändert bieten sie Stoff zum Lachen und zum Weinen, lassen den Leser mit dem in eine missliche Lage geratenen Helden sympathisieren, unterhalten mit romantischen Liebesgeschichten, span-nenden Abenteuerreisen oder wunder-samen Begebenheiten. Jedoch dienen Märchen nicht der bloßen Unterhaltung. Der Märchenschatz ist ein wichtiger Teil des Kulturerbes eines jeden Landes, er spiegelt seine Geschichte und Kultur wieder. Auch in Finnland sind die Volksmärchen neben dem Kalevala untrennbar mit dem Begriff des Nationalen verbunden. Aber was ist ein typisch finnisches Märchen und was wird als typisch finnisches Märchen in Finnland selbst und z.B. in Deutschland angesehen?

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Die Kategorie „Bandname“ – die große Unbekannte innerhalb der Namenforschung

Ergebisse der Bachelor-Arbeit Von Aalto ˈWelleˈ bis Öiset Kulkijat ˈNächtliche Wandererˈ– Eine korpusgestütze linguistische Analyse finnischer Bandnamen von Sabrina L.V. Scholz 

Finnische BandnamenTrotzdem Musik allgegenwärtig und als kulturelles Phänomen weltweit bedeutsam ist, kommt der Beschäftigung mit Bandnamen in der Forschung erstaunlicherweise kaum Beachtung zu. Dabei finden immer neue Namens-schöpfungen Eingang in den Bandnamenkanon und vermögen dabei äußerst verschiedenartige Formen annehmen. Für meine Bachelor-Arbeit an der Universität Greifswald haben mich eben jene Formen interessiert. Qualitativ wie quantitativ galt es mithilfe der Internetdatenbank Suuri Suomalainen Bändirekisteri neben der Frage nach typischen Quellsprachen finnischer Bandnamen auch zu klären, wie bei der Bandnamenschöpfung generell mit Sprache umgegangen wird. Wird mit ihr gespielt, wird sie modifiziert oder finden sich überwiegend gängige Begriffe wieder? Lässt sich feststellen, ob kurze und somit leichter einprägsame Namen dominieren oder aber ein Hang zu ausschweifenden, mehrteiligen Namen deutlich wird? Warum dies von Belang ist, liegt in der Vielzahl an Funktionen begründet, die ein Bandname zu erfüllen hat. Denn über die generelle Identifikation einer bestimmten Gruppe und deren Abgrenzung zu den übrigen Akteuren auf dem Markt hinaus werden die Namen markenähnlich verwendet: CDs, Konzerte, Merchandise-Artikel, überall taucht der Name zu Verkaufszwecken auf. Daher sollte er ansprechend und eingängig sein. Ist er zudem kurz und prägnant und folgt der konventionellen Schreibweise, so kommt dies neben der Erinnerbarkeit auch seiner Verwendbarkeit in schriftlichem, mündlichem sowie audiovisuellem Kontext zugute. Komplexere Namen dagegen, die womöglich zudem ungewöhnlichen Sprachmustern folgen und aufgrund ihres Erklärungsbedarfs Schwierigkeiten bei der Aussprache oder dem Verständnis verursachen, setzen sich weniger leicht im Gedächtnis fest. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass die jene Namen in Kommunikationssituationen vermieden werden, um sie nicht fehlerhaft wiederzugeben. Letzten Endes wäre also ein kurzer, wohlklingender, graphisch attraktiv in Szene setzbarer Name ideal, der vielleicht sogar etwas über die Musik verrät und mit dem sich der potentielle Hörer gern identifiziert.

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