Category - Studentische Forschung

Alte Fennica in der Greifswalder Universitätsbibliothek – eine Ausstellung

Diese Plakatausstellung ist im Rahmen eines sprachhistorischen Hauptseminars von Masterstudierenden der Fennistik angefertigt worden. Auf den Tafeln werden zentrale Eckpunkte der äußeren finnischen Sprachgeschichte nachgezeichnet. Die Ausstellung kann bis zum 1. Mai 2015 im Institut für Fennistik und Skandinavistik, Hans-Fallada-Str. 20, in Greifswald besucht werden. Wir danken dem Lehrstuhl für Fennistik für das Bereitstellen der Ausstellungstafeln.


Die Archive der Greifswalder Universitätsbibliothek bergen nicht wenige Schätze der Buchdruckkunst vergangener Jahrhunderte. Durch die lange Zeit schwedischer Herrschaft in Vorpommern (1637-1815) finden sich so auch gerade Raritäten der finnischen Buchgeschichte in ihren Beständen, darunter das erste finnische Wörterbuch von 1637 und der älteste finnischsprachige Bibeldruck aus dem Jahre 1642. Das älteste finnischsprachige Werk in der Greifswalder Bibliothek ist ein Lobgedicht aus dem Jahre 1589. Das wachsende Interesse an der finnischen Sprache und Literatur belegen zahlreiche Dissertationsserien großer finnischer Gelehrter wie beispielsweise H.G. Porthan aus dem 17. Und 18. Jahrhundert. Doch auch medizinische Schriften wie die des berühmten Volksliedsammlers und Arztes E. Lönnrot aus dem Jahre 1832 und ein Lehrbuch der Tiermedizin des Pastoren und Gelehrten C. Ganander (1803) sind vorhanden.
Ein großer Teil der finnischen Drucke wurde erst 1891 auf dem Dachboden der Universitätsbibliothek entdeckt, die meisten von ihnen als rohe Druckbögen: da die Bibliothekare in der Regel mit der fremden finnischen Sprache nichts anfangen konnten, waren sie nicht einmal katalogisiert, geschweige denn gebunden und in die regulären Bestände aufgenommen worden. Erst der Bibliothekar Ewald Kuhr legte in den 1930er Jahren ein eigenes Verzeichnis der vorhandenen Werke aus Finnland und in finnischer Sprache an.
Von einigen der in Greifswald erhaltenen Werke besitzt nicht einmal die finnische Nationalbibliothek ein Exemplar.

„Doing Heimat. Migration – Diaspora – soziale Mobilität in schwedischer Gegenwartsliteratur“

heimatNicht erst seit der Begriff „Globalisierung“ in aller Munde ist, kann die Bezeichnung „Heimat“ ambivalent aufgefasst werden. Allerdings betont unser Bewusstsein, in einer globalisierten Welt zu leben, die dynamischen Aspekte, die mit Heimat verbunden sind und die oft über die Definition „Heimat = Herkunft“ hinausgehen. In meiner Masterarbeit „Doing Heimat. Migration – Diaspora – soziale Mobilität in schwedischer Gegenwartsliteratur“ habe ich anhand autobiographischer Romane dreier auf Schwedisch schreibender, zeitgenössischer Autoren untersucht, wie Heimat in diesen Texten dargestellt wird bzw. inwieweit autobiographisches Schreiben maßgeblich für die persönliche Konstruktion einer Heimat ist. Dabei handelt es sich um Verfasser, die Heimat v.a. durch die Erfahrung der Heimatlosigkeit thematisieren. Theodor Kallifatides (1938–) kam in den 1960er Jahren als Migrant aus Griechenland nach Schweden und beschreibt in seinen Texten ein Leben zwischen zwei Kulturen. Leif Zern (1939–) wuchs innerhalb der jüdischen Gemeinde in Stockholm auf und muss erkennen, dass selbst für die 3. Generation jüdischer Einwanderer Schweden keine selbstverständliche Heimat darstellt. Per Olov Enquist (1934–) hingegen löste sich von der pietistischen Gemeinde, in der er aufwuchs, und ist gezwungen, nach neuen Bezugspunkten zu suchen.

Sie alle sind damit konfrontiert, sich eine eigene Heimat aktiv konstruieren zu müssen, wie es z.B. der Kulturwissenschaftler Hermann Bausinger und die Psychologin Beate Mitzscherlich beschreiben. Sie definieren Heimat als offene Struktur, die nicht vorgegeben ist, sondern mit jeder Handlung immer wieder neu geschaffen wird. Deshalb können statt „Heimat“ auch die Bezeichnungen „Beheimatung“ oder „Doing Heimat“ verwendet werden, die den aktiven, fortlaufenden Prozess unterstreichen, der notwendig ist, damit etwas als heimatlich betrachtet werden kann. Als grundlegende Handlung dieses „Doing Heimats“ kann das Erzählen angesehen werden. Es ermöglicht, ein persönliches Heimatkonzept zu gestalten und verdeutlicht, dass Beheimatung etwas ist, das ständig weitererzählt – d.h. aktiv fortgeführt – werden muss, um nicht an Bedeutung zu verlieren.

Deutlich wird das z.B. an Kallifatides´ Ett nytt land utanför mitt fönster (2001) und Det gångna är inte en dröm (2010). Die fortwährende Bearbeitung seiner Erfahrungen in schriftlicher Form lässt ihn erkennen, dass Griechenland zur geistigen Heimat geworden ist, die ihn moralisch geprägt hat und somit Voraussetzung für das Schaffen einer neuen Heimat in Schweden ist. Heimat beschreibt Kallifatides als kontinuierliche Reise, um eine Verbindung zwischen den zwei Ländern herzustellen. Reisen kann als Metapher für seinen persönlichen Entwicklungs- und Beheimatungsprozess verstanden werden, der kontinuierlich weitergeführt wird. Einen ähnlich mobilen Zustand beschreibt Zern in Kaddish på motorcykel (2012). Als Erbe der jüdischen Diaspora und Kind des schwedischen „Folkhemmet“ lernt er v.a. vom Vater, diese verschiedenen Aspekte seiner Identität zu verbinden, um eine Heimat im Dazwischen zu schaffen. Auch Enquist beschreibt in Ett annat liv (2008), wie die in der Kindheit vermittelten Werte seine weitere Beheimatung beeinflusst haben, obwohl ihn diese geographisch, sozial und mental weit von seinem pietistischen Ursprung entfernt hat. So ist er einerseits, wie Kallifatides und Zern, fest verankert in einer Prägung, die für ihn Heimat darstellt. Andererseits nutzt auch Enquist das Motiv des Unterwegs-Seins als eigentliches Heimatkonzept, das durch diese Prägung erst ermöglicht wird und neue Ziele, und damit auch zukünftiges Schreiben, eröffnet.

Die eigene ambivalente Situation wird in allen untersuchten Texten positiv gewertet. Sowohl Kallifatides als auch Zern und Enquist nutzen ihr Schreiben als aktive Handlung der Reflexion, die ein persönliches Heimatkonstrukt schafft. Allerdings zeigt das auch, dass Beheimatung wie der Schreibprozess kontinuierlich fortgesetzt werden muss, da der Versuch einer einmaligen, absoluten Darstellung nie gelingen kann. Somit ist Heimat als wandelbares Konstrukt zu verstehen, das erst aktiv geschaffen werden muss, das aber im Gegenzug zu weiteren Entscheidungen und Handlungen, z.B. beim Schreiben, befähigt.

(Die Autorin Franziska Sajdak M.A. studierte den Masterstudiengang Skandinavistik der Uni Greifswald. Der Beitrag ist eine kurze Zusammenfassung ihrer Masterarbeit.)

Ett stycke svensk kvinnohistoria!

Om man sysslar med kvinnohistoria i Sverige och även i Tyskland handlar det främst om kvinnors villkor och betydelse i historiska skeenden, med syfte att sätta in kvinnor i fokus och problematisera betydelsen av kön i historien. Kvinnor motarbetades i en lång tid på alla plan, i yrkeslivet, hemma, i kyrkan. Än idag finns det debatter om kvinnors positioner i politiken, om våldet mot kvinnor, om arbetslivet, där gravida kvinnor inte anställs och överhuvudtaget tjänar mindre än män, om kvinnors roll i reklamen, deras kroppar som sexuella objekt och så vidare.

Hur var det och hur är det egentligen? Boken Svensk Kvinnohistoria från Vikingatid till Nutid startar i runstenarnars tid och går fram till 2000-talet för berätta för läsaren om mjölkdejor, änkor, barnmorskor, postmästarinnor, lärare, konserverade prästänkor, strejkande textilarbeterskor och kvinnliga politiker. Vid sidan av kvinnornas familjekonstellationer och kvinnokollektiv innehåller boken interessanta avsnitt och porträtt om kvinnliga företagare, kvinnliga präster, kvinnor och politik samt kvinnors brottslighet och information om lagar som rösträtten och arbetsrätten.

Hur kvinnorna fick rösträtt i Sverige kan man också lyssna på här!

För att blir mer interesserad av kvinnohistorien har vi skrivit recensioner om böcker av kvinnor från olika tider där man träffar kämpande, svaga och starka, olyckliga och glada kvinnor på ett litterät sätt. Literaturen leder oss fram till frågor som: kan vi se oss som befriade kvinnor i det moderna samhället idag? Hur är det i vårt eget land och hur är det på andra platser i världen Är samhället i Sverige eller Tyskland jämställt idag? Vad skulle ändras? Vilka rättigheter och lika möjligheter skulle det finnas mellan kvinnor och män? Hur förhåller det sig med andra sexualiteter än dem mellan män och kvinnor?
Kvinnohistorien kan man på grund av allt detta inte bara betrakta ur ett feministiskt perspektiv utan bidraget ska uppmuntra att syssla med historien, politiken och jämställdheten i allmänhet.

För att instämma: kvinnor i Sverige från olika tider i olika ålder!

(Bildquellen: Europeana)

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Ideofiers in the commercial city: A discursive linguistic landscape analysis of hairdressers’ shop names in London, Stockholm and Berlin

Pure Barberism, The Best a Mo Can Get, Strå, Kamm in, Salon Kaiserschnitt, haarspree-Frisöre, there are different and very creative ways to name a hairdresser shop. In my Staatsexamensarbeit, I do not only look at commercial signs in general but particularly at a specific type of shop: the hairdresser shop. The purpose of my research is to deal with aspects of discursive competence in the commercial city. With a linguistic landscape sample route of different inner (and outer) city areas of London, Stockholm and Berlin, linguistic resources will be studied that shop owners employ to name their shops in the frequent urban marketplace service of hairdressing. I hypothesize that shop signage can be divided into direct versus indirect discourse modes that map the city as spatial and social marketplace. If codified lexemes are used as linguistic repertoire, a direct discursive mode is visible in shop names as identifiers. If the meaning of a shop name is depicted with an indirect discursive mode, e.g. lexical webs and semantic resources, shop names are used as ideofiers. In my research, I study whether the use of ideofiers vs. identifiers varies in the linguistic landscapes of London, Stockholm and Berlin. Furthermore, I look more closely at the different semantic and morphological strategies to name a hairdresser shop as ideofier.

(writer and photographer: Anna Mehrens)

Heute schon ge-mooc-t?

Manchmal ist die Uni nicht genug. Die wirklich interessanten Seminare werden für den eigenen Studiengang gar nicht erst angeboten, die Lehre ist gewöhnungsbedürftig, oder Thema und Seminar sind zwar perfekt – doch der Stundenplan macht einem einen dicken Strich durch die Rechnung. Für diese Fälle gibt es die so genannten MOOCs (Massive open online courses). graduate-150374_1280

Das sind Online-Seminare, die auf vielfältige Art und Weise Wissen vermitteln, und das durchaus auf universitärem Niveau. Je nach Kurs gibt es aufgezeichnete Vorlesungen, Seminartexte, Visualisierungen, Übungen usw. Oftmals gibt es die Möglichkeit, gegen eine Gebühr und mit Identitätsprüfung persönliche Zertifikate oder manchmal sogar Credit Points zu erwerben. Der wöchentliche Aufwand ist unterschiedlich – das kann eine Stunde sein, es gibt aber auch Kurse, die locker 8-10 Stunden in Anspruch nehmen! Read More