Category - Reise

Der Vater des Göta-Kanals

Euer Baltic Cultures Adventskalender – Türchen 5

Als im Mai 1618 der Dreißigjährige Krieg, ein Religionskrieg, in dem Katholiken und Protestanten um die Vorherrschaft ihres Glaubens gegeneinander kämpften, in Prag entbrannte, sollte es nicht mehr lange dauern bis sich dieser auf viele Kriegsherde in ganz Europa ausweitete und der Krieg zum Kräftemessen der europäischen Großmächte ausartete. Besonders Vorpommern blieb damals nicht verschont und wurde zum Schauplatz von Kämpfen, Brandschatzungen und strengen Lebensmittelrationierungen, die schätzungsweise ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung dahinrafften. Dreißig Jahre nach Ausbruch des Krieges einigte man sich schließlich im Jahr 1648 darauf, die Waffen niederzulegen und man erklärte den Krieg für beendet. In Folge dessen wurde dem Schwedischen Reich unter anderem die Region Vorpommern mit Stettin, Stralsund und Rügen zugesprochen, welche fortan in weiten Teilen bis 1815 unter dem Namen Svenska Pommern unter schwedischer Herrschaft stehen sollte. In dieser Zeit von mehr als 150 Jahren haben in Svenska Pommern einige wichtige und für die schwedische Geschichte einflussreiche Persönlichkeiten gelebt und gewirkt, von denen wir im Adventskalender nun drei vorstellen wollen. Den Anfang macht Baltzar von Platen.

© Hbkitty via Wikimedia Commons

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„Ich sehe uns als Labor“ – e-Estonia im Faktencheck

Jeder Erstklässler lernt, zu programmieren anstatt in Schreibschrift zu schreiben. Immer und überall gibt es kostenloses Wi-Fi. Wahllokale gibt es nicht mehr. Jeder wählt online.
Estlands digitaler Fortschritt ist weit bekannt. Sogar große Nationen wie Deutschland und Frankreich zieht es häufig in den Norden des Baltikums, um dem digitalen Staat einen Besuch abzuleisten. Das Land gilt nicht nur als Vorreiter, sondern regelrecht als Wegweiser im digitalen Zeitalter. Auch Zeitungen und Blogs haben das Phänomen e-Estonia für sich entdeckt. Doch nicht selten mischt sich Wahrheit mit Fiktion. Um die digitale Gesellschaft ranken sich Mythen und Legenden. Wir haben uns die Zeit genommen, einen Blick hinter das Phänomen zu werfen und ein paar der verbreitetsten Mythen aufzudecken.

Quelle: brand.estonia.ee

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Schaurig-schön – Gespensterwald Nienhagen

Es spukt

Abends, wenn die Heimchen singen,
Wenn die Lampe düster schwelt,
Hör‘ ich gern von Spukedingen,
Was die Tante mir erzählt.

Wie es klopfte in den Wänden,
Wie der alte Schrank geknackt,
Wie es einst mit kalten Händen
Mutter Urschel angepackt.

Wie man oft ein leises Jammern
Grad um Mitternacht gehört,
Oben in den Bodenkammern,
Scheint mir höchst bemerkenswert.

Doch erzählt sie gar das Märchen
Von dem Geiste ohne Kopf,
Dann erhebt sich jedes Härchen
Schaudervoll in meinem Schopf.

Und ich kann es nicht verneinen,
Daß es böse Geister gibt,
Denn ich habe selber einen,
Der schon manchen Streich verübt.

Wilhelm Busch (1832-1908) Read More

Nordwärts an Norwegens Küste

Ein Reisebericht über die vielleicht schönste Straße Norwegens

https://www.norwegenstube.de/kystriksveien

Urlauber, die auf Rädern unterwegs sind, halten gerne nach sogenannten Panoramastraßen Ausschau, die wiederum Ausblicke auf besonders sehenswerte und beeindruckende Landschaften ermöglichen. Denn wer erfreut sich schließlich nicht beim Betrachten der Straße und ihrer Umgebung, sodass der Gedanke aufkommen könnte, dass man sich auch gerade als Protagonist in einer Autowerbung befinden könnte.
Schöne Straßen gibt es auf der ganzen Welt. Und immer wieder sind Abschnitte besonders beeindruckend. Dass aber eine ganze Straße unabschnittlich schön ist, habe ich so noch nicht erlebt. Bei der norwegischen Küstenstraße Fylkesvei 17 (kurz Fv17) handelt es sich um eine besonders lange Panoramastraße: von Steinkjer in Trøndelag bis Bodø in der Provinz Nordland führt sie 650 km an der norwegischen Küste entlang.

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Kazimierz: Fast wieder so, wie es nie war

Es wird Abend in der Ulica Szeroka. Kleine Ausflugswagen tuckern durch die engen Gassen. Über den Lautsprecher plärrt eine Ansage auf Polnisch, im nächsten Wagen auf Deutsch, danach Spanisch. In den Straßencafés am Rand des langen Platzes haben sich Touristen und Einheimische eingefunden. Auf den Tellern dampft Schakschuka, es riecht nach Falafeln und Hummus. Im Nachbarrestaurant hat gerade eine Klezmerband zu spielen gekommen, die Klarinettistin übertönt das Gemurmel der Speisegäste nur mit Mühe. Es ist alles wie immer in Kazimierz, dem sogenannten „Jewish Quarter“ von Kraków. Und doch bröckelt der Putz des romantisierten Mythos Kazimierz ein wenig …

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