Category - Kultur

100 Jahre Ingmar Bergman

Ingmar Bergman schrieb mit Filmen wie Das Schweigen, Das siebente Siegel, Wilde Erdbeeren oder Fanny und Alexander Filmgeschichte. Heute, am 14. Juli, wäre der 2007 verstorbene schwedische Drehbuchautor, Film- und Theaterregisseur 100 Jahre alt geworden. Grund genug dafür, das Leben und Werk des begnadeten Filmemachers einmal genauer zu betrachten.

Bergman, am 14. Juli 1918 in Uppsala geboren, wuchs als mittleres von drei Kindern in einer von strenger Erziehung und protestantischem Glauben geprägten Familie auf. Mit aller Härte legte sein Vater, der Pfarrer war, besonderen Wert auf die Einhaltung von Moral und Sitte und auch seine Mutter forderte die Gehorsam der Kinder ein. Die Beziehung zu den Eltern war sehr konfliktgeladen. Ungehorsam wurde sofort mit Rohrstockschlägen oder mit Einsperren in der Garderobe bestraft. „Mutters Ohrfeigentechnik war nicht zu überbieten. Der Schlag wurde blitzschnell und mit der linken Hand ausgeführt, an der zwei schwere Eheringe der Strafe schmerzhaften Nachdruck verliehen“, erinnerte sich Ingmar Bergman in späten Jahren. Diese Erlebnisse verarbeitete er unter anderem in Filmen wie Die Hörige (1944), Die Stunde des Wolfs (1968) oder Von Angesicht zu Angesicht (1976). Read More

Wie ein einziger Tag

Reisebericht Moskau

Es sind einige wenige Tage im Juni, die ich in Moskau verbringe. Viel zu kurz, um alles zu sehen, viel zu kurz, um alles zu verstehen.

Ich fahre U-Bahn, fühle mich dabei sehr einheimisch, wenn ich mit der Menge fließe, dem Strom folge, wir verschmelzen, zu einem werden. Fühle mich sehr touristisch, wenn ich anhalte, um von den imposanten, schönen Stationen Bilder mache, die Hallen beinahe besinnlich auf mich wirken lasse.

Baltic Cultures-Autor Marcel hat von den russischen U-Bahnen bereits hier berichtet.

Die wenigen Tage im Juni in Moskau verschmelzen zu einem einzigen Tag. Aufwachen, Metro fahren, die Stadt entdecken, die Sonne – ich Glückskind – im Gesicht. Eine sanfte Brise begleitet unsere Entdeckungstouren durch die Stadt. Majestätische, beeindruckende Bauten aus anderen Jahrhunderten mit Schnörkeln, Türmchen und Säulen wechseln sich mit strikter Symmetrie ab.

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7 Dinge, die man in Vilnius gemacht haben sollte

Es ist ein lauwarmer Morgen im Mai. Ich bin mit zwei Freunden auf einer Tour von Danzig nach Tallinn unterwegs. Der Bus, mit dem wir über Nacht von Warschau aus die polnisch-litauische Grenze überquert haben, hält an. Sind wir etwa schon da? Eifrig suchen wir unsere sieben Sachen zusammen, verlassen den Bus und stehen schließlich vor den Toren einer Stadt, die so gar nicht nach Hauptstadt aussieht. Das soll Vilnius sein? Fehlalarm, der Busfahrer gibt uns zu verstehen, dass wir uns erst in Kaunas, der immerhin zweitgrößten Stadt Litauens befinden. Also, schnell wieder rein in den Bus und so erreichen wir knapp zwei Stunden später unser tatsächliches Zwischenziel. Read More

Ö, ä, ** und der Drache der Drachen

Ein ganz gewöhnlicher Abend Ende Mai im polnischen Krakau. Die weißen, geschmückten. Touristenkutschen brettern über die in die Jahre gekommenen Kopfsteine des Marktplatzes. Segway-Touren schlängeln sich zwischen Menschengruppen durch die malerische Altstadt, der weltbekannte Turmtrompeter unterbrach sein Trompetenspiel wie üblich. Alles wie immer. Und doch bietet sich einigen Besuchern und Einheimischen in den Kinosälen der Stadt ein Einblick in fremde Welten, fremde Farben, fremde Gefühle. Ein Bericht vom 58. Krakauer Filmfestival.

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Yö ja lasi – Gedichte von Harry Salmenniemi

Ein Beitrag von Claudia Nierste

Yö ja lasi © Siltala

Die folgenden Übersetzungen sind das Ergebnis einer Absage. Als Harry Salmenniemi Mareen und mir zum diesjährigen Übersetzungprojekt Neue Nordische Novellen VI nämlich seine Gedichtsammlung Yö ja lasi schickte, mussten wir ihm leider mitteilen, dass die Anthologie dieses Mal nur Prosatexte beinhalten werde. Dabei sind wir geblieben. Die Gedichte aus Yö ja lasi gefielen mir dann aber so gut, dass ich sie unbedingt übersetzen wollte. Salmenniemis eindrucksvolle sprachliche Bilder mussten einfach ein zweites Leben in deutscher Sprache bekommen. Aus einer Sammlung von mehr als 250 Gedichte auf 330 Seiten drei Texte auszuwählen, war gar nicht so leicht – umso mehr freut es mich, euch diese Auswahl jetzt präsentieren zu können. Read More