Category - Gesellschaft

Wie die Finnen zum Finnischen fanden

Büste von Agricola Bild: Wikipedia

Heute, am 9. April, ist in Finnland wieder Flaggtag. Geehrt wird die finnische Sprache und der Reformator und Bischof Mikael Agricola (1509-1557), der als Vater der finnischen Schriftsprache gilt. Denn im Gegensatz zum Deutschen ist das geschriebene Finnisch noch sehr jung und wurde erst im 16. Jahrhundert von ebenjenem Agricola entwickelt.

Wir nutzen den Flaggtag und geben euch einen knappen Überblick über die Entwicklung der finnischen Schriftsprache – ein öder Titel, hinter dem sich eine spannende Geschichte versteckt.

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Bevor es brennt: Klimaschutz im Norden (Teil 1)

Greta Thunberg – die moderne Pippi Langstrumpf?

Seit vergangenem Sommer sorgt eine schwedische Teenagerin international für Furore. Ihr Schulstreik für eine konsequente Klimapolitik, dem sich sehr bald hunderte Jugendliche aus ganz Europa anschlossen, erweckte schnell mediales Aufsehen. Als Ikone der Klimaschutzbewegung gefeiert, sprach sie im Dezember letzten Jahres sogar bei der Klimakonferenz in Katowice und vor ein paar Wochen noch beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die heute 16-jährige Greta Thunberg spricht das aus, was kaum ein Politiker sich einzugestehen vermag: Klimapolitisch haben wir bisher auf ganzer Linie versagt. Souverän und mit stoischer Ruhe tritt sie vor die Mächtigsten dieser Welt und führt ihnen ihren eigenen Egoismus vor Augen. „Unser Haus brennt“, sagt sie mit Nachdruck, wir seien schließlich laut dem Weltklimarat weniger als zwölf Jahre davon entfernt, unsere Klimasünden nicht mehr rückgängig machen zu können. Mit eindringlichen Worten kündigt sie an: „Der Wandel kommt, ob es euch passt oder nicht. Die echte Macht liegt beim Volk.“ Sie werde sich ihre Zukunft jedenfalls nicht stehlen lassen.

Mit ihren jungen Jahren wirkt Greta wie eine moderne Pippi Langstrumpf. Sie setzt sich durch, sagt geradeaus, was sie denkt und beweist vor allem eins: Mut. Sie verleiht der aktuellen Klimabewegung ein Gesicht und erreicht, vielleicht gerade dadurch, dass sie keine gewöhnliche Aktivistin ist, eine sehr hohe Medienpräsenz und damit auch Gehör für ihre Anliegen. Mit acht Jahren hörte Greta in der Schule zum ersten Mal von der menschengemachten Erderwärmung und sie beschloss, selbst etwas dagegen zu tun. So schaffte sie etwa bei ihren Eltern ein Bewusstsein für Energieeinsparungen im Haushalt.  Je älter sie wurde, desto mehr Wissen eignete sie sich an. Sie beschloss vegan zu leben, nicht mehr zu fliegen und überzeugte ihre Familie davon, es ihr gleichzutun. Mit elf Jahren folgte eine Depression. Die Untätigkeit der Politiker, das Nichteinhalten von Klimaschutzabkommen, wissend, dass unser verschwenderischer Lebensstil unseren Lebensraum bedroht, setzten ihr so zu, dass sie vorübergehend aufhörte zu essen und zu sprechen. In diesem Zuge wurde bei ihr das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Gegenüber dem US-amerikanischen Magazin The New Yorker erklärte sie später: „Ich sehe die Welt etwas anders, aus einer anderen Perspektive. Ich habe ein besonderes Interesse. Es ist sehr üblich, dass Menschen im Autismus-Spektrum ein besonderes Interesse haben.“ Greta Thunbergs besonderes Interesse heißt Klimaschutz. Im vergangenen Sommer traf sie mit 15 Jahren die Entscheidung für den Klimaschutz den Schritt an die Öffentlichkeit zu wagen.

Mit einem Schild mit der Aufschrift „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik für das Klima) bewaffnet, setzte sie sich am 20. August 2018, dem ersten Schultag nach den Ferien in Schweden vor das Gebäude des schwedischen Reichstags in Stockholm. Was als einsamer Sitzstreik begann, ging schnell viral und breitete sich als internationale Bewegung aus. Bald schon folgten die ersten Nachahmer in Deutschland, Belgien, Frankreich, Finnland, Dänemark und Australien. Die Bewegung, die über soziale Netzwerke mit Hilfe des Hashtags #FridaysForFuture kommuniziert, brachte bis Ende des Jahres 2018 mehr als 20.000 Schüler in rund 270 Städten weltweit dazu, jeden Freitag die Schule zu schwänzen, um dadurch auf die Umweltprobleme unserer Zeit aufmerksam zu machen. In einem Interview mit dem Spiegel antwortete Greta Thunberg auf die Frage, warum sie nicht in ihrer Freizeit demonstriere: „Weil es weniger bringen würde. Wissen Sie: Ich darf nicht wählen, obwohl es hier um meine Zukunft geht. Und zur Schule muss ich gehen. Wenn ich dann schwänze, um gegen die Klimakrise zu protestieren, wird auf meine Stimme viel eher gehört.“ Sie behält recht: Schon bald darauf wird sie eingeladen, mit Staatschefs und Wirtschaftsvertretern zu reden. Sie begeistert die Massen mit ihrem Mut und ihrer unbeirrbaren Ausdauer, ihre Reden werden als virale Videos millionenfach verbreitet. Doch wo ein Internethype ist, lässt auch der nächste Shitstorm nicht lange auf sich warten.

Greta polarisiert. Ihre Reden in Katowice und Davos rufen nicht nur Befürworter, sondern auch einige Hater auf den Plan. Auf Twitter und anderen sozialen Netzwerken prasseln lauter negative Kommentare auf das Mädchen ein. Sie sei fremdgesteuert, schreibe ihre Reden nicht selbst, sei nur eine Marionette ihrer Eltern. Sie wird dafür kritisiert, während ihrer 32-stündigen Zugfahrt nach Davos in Plastik verpackte Lebensmittel gegessen zu haben, wo sie doch klimaschädliches Verhalten anprangere. Zu schade, dass sich Plastik in unserer Welt nunmal leider nicht immer vermeiden lässt. Erschütternd sind aber vor allem jene Kommentare, die auf ihr Alter, ihr Geschlecht oder das Asperger-Syndrom abzielen. Diese Kommentare scheinen größtenteils aus dem rechtspopulistischen Milieu zu stammen und sind gar nicht darauf ausgelegt, sich auf Augenhöhe mit ihren Argumenten auseinanderzusetzen. Vielmehr geht es darum, sie als Person abzuwerten und zu diskreditieren. Doch Greta lässt sich nicht einschüchtern. Dem Spiegel sagt sie: „Es ist ein gutes Zeichen, dass sie über mich schreiben und mich hassen. Denn das zeigt, dass sie mich als Bedrohung ansehen. Und das bedeutet, dass sich schon etwas verändert hat.“

Tatsächlich scheint es in Schweden seit dem letzten Jahr ein gesteigertes Bewusstsein für die Umwelt zu geben und das ist mit Sicherheit auch Greta Thunberg zu verdanken.

Fortsetzung folgt!

Christliches Weihnachten in Polen

In Polen gibt es keine Weihnachtsmärkte, geschweige denn Glühwein. Deswegen fahren viele angrenzende Polen in der Zeit gerne rüber, z.B. nach Berlin um dieses nahezu exotisch erscheinende alkoholische Getränk zu eigen zu machen. Das Getränk, das die Leute am liebsten an Weihnachten trinken, obwohl es die meisten Deutschen eher als Suppe verbuchen würden, heißt Barszcz. Die angewärmte Rote-Beete-Flüssigkeit überzeugt durch seinen nicht-alkoholischen Inhalt und trotzdem vollmundigen Geschmack, der gut zum Weihnachtsessen passt. Read More