Category - Filmbesprechungen

„The Raven and the Seagull“/„Lykkelænder“ – Grönland und Dänemark im filmischen Dialog

Euer Balitic Cultures Adventskalender – Türchen 14

Eine Filmrezension zu den 60. Nordischen Filmtagen in Lübeck

Die kleinen roten, grünen und blauen Holzhäuschen schmiegen sich wie verstreute Bauklötze an die steile Felswand, die vor dem spiegelblanken Fjord aufragt; auf dem Wasser treiben langsam ein paar Eisberge vorbei. Diese kleine grönländische Kleinstadt sieht aus wie ein bewegtes Gemälde. Auf den Straßen sind keine Menschen unterwegs, doch dann hört man Kinderstimmen. Langsam kommen die Kinder ins Bild – an einem langen Tau ziehen sie ein großes, ausgestopftes Schwein auf einem Rollbrett hinter sich her.

Dieses filmische Tableau ist nur eines von vielen Bildern, mit denen Regisseur Lasse Lau in seiner Dokumentation „The Raven and the Seagull“ (oder „Lykkelænder“) die lange Kolonialgeschichte Grönlands und das heutige, nach wie vor von Spannungen und Vorurteilen geprägte Verhältnis zu Dänemark illustriert.

© Danish Film Institute

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„Barndom“ (Norwegen 2017) – Lasst die Kinder spielen!

Euer Baltic Cultures Adventskalender – Türchen 7

„Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird, wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war“, schreibt die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.

Ein Film, der Erinnerungen an unsere eigene Kindheit in uns hervorruft und uns die Leichtigkeit und Unbeschwertheit des Lebens als Kind wieder vor Augen führt, ist der norwegische Dokumentarfilm Barndom (z. Dt.: Kindheit). Ein Jahr lang begleitete die Dokumentarfilmerin Margreth Olin den Alltag in einem Waldkindergarten südlich von Oslo und entstanden ist ein Film, der in beeindruckender Weise und in ruhigen Bildern die Magie kindlicher Neugier und Phantasie zeigt.

Foto/Copyright: Norsk Filmdistribusjon / Speranza AS

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„Magie der Fjorde“ (2017)

Ein Beitrag zum Darßer NaturfilmFestival 2018

© nautilusfilm

Buntes Farbenspiel in tausend Metern Tiefe, peitschende Flossenhiebe als Jagdstrategie, Mütter, die ihre Kinder um jeden Preis verteidigen. Im bildgewaltigen Naturfilm „Magie der Fjorde“ zeigt Filmemacher Jan Haft eindrucksvoll die ganze Schönheit und Vielseitigkeit der norwegischen Fjordlandschaft. Read More

Das Schachspiel mit dem Tod

Was haben Ingmar Bergman und die Olsenbande gemein? Beide feiern in diesem Jahr ein rundes Jubiläum. Während der dänische Kultfilm nun schon seit 50 Jahren über unsere Bildschirme flackert, wäre der schwedische Regisseur Ingmar Bergman in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Und tatsächlich gibt es noch einen Zusammenhang, denn der Filmemacher hat sogar einen kurzen „Auftritt“ in der dänischen Kultfilmserie. Dabei handelt es sich um den vierten Film namens „Der große Coup“, in welchem die Bande ihren Plan durchzieht, während im Hintergrund ein Fußballspiel kommentiert wird. Doch anstelle von Spielern, werden als kleine Hommage die Namen bekannter schwedischer Regisseure aufgezählt, was einmal mehr verdeutlicht, was für eine große Rolle diese doch für ganz Skandinavien spielten. Read More

„Auf Wiedersehen, Eisbär!“ (2018)

Ein Beitrag zum Darßer NaturfilmFestival 2018

Kaum eine Tierart steht mehr für die Gefahren und Herausforderungen des Klimawandels als der Eisbär. Das Bild eines Eisbären auf einer einsam auf dem Meer umhertreibenden Eisscholle gilt mittlerweile sogar als eine Art Symbolbild für den Umweltschutz – der Eisbär ist in den Medien recht prominent vertreten, nicht nur in Film und Fernsehen, sondern beispielsweise auch in Kampagnen von Umwelt-NGOs. Für einen Naturfilmer kann es deshalb schwierig sein, einen Film über Eisbären zu machen und dabei dieses aufgeladene Symbolbild hinter sich zu lassen und nur von den Tieren selbst und ihrer Geschichte in den schwierigen Zeiten globaler Erwärmung zu erzählen. Doch genau dies gelingt dem norwegischen Naturfilmer Asgeir Helgestadt mit dem Dokumentarfilm „Auf Wiedersehen, Eisbär“ (2018) auf ganz spielerische Weise.

© Asgeir Helgestad

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