Author - Bianca

Couscous norvegensis

Ein kulinarischer Gastbeitrag von Prof. Joachim Schiedermair:

Ich koche häufig und gerne – weil ich häufig und gerne esse. Doch eigentlich kann ich nicht kochen, ich kann nur lesen: Rezepte lesen eben. Als Literaturwissenschaftler ist das vielleicht der richtige Zugang.

Das Rezept, das ich für diesen Blog ausgesucht habe, stammt aus der Werbebroschüre eines norwegischen Supermarktes. Doch mit Norwegen hat es nur wenig zu tun. Zum einen ist sein Hauptbestandteil Couscous typisch für die nordafrikanische Küche. Zum anderen ist es in weiten Teilen Norwegens schwierig, das ganze Jahr hindurch frische Minze zu bekommen.

Damit ist das Gericht alles andere als typisch norwegisch, doch was macht das schon? Auch die wunderbaren Köttbullar, die schwedischste aller schwedischen Speisen, hat kein schwedischer Bauer erfunden; der Freibeuterkönig Karl XII. hat sie aus der Türkei mitgebracht. Dorthin war er nämlich geflohen, als er die Schlacht von Poltawa 1709 gegen Russland verlor.

Read More

Heute schon ge-mooc-t?

Manchmal ist die Uni nicht genug. Die wirklich interessanten Seminare werden für den eigenen Studiengang gar nicht erst angeboten, die Lehre ist gewöhnungsbedürftig, oder Thema und Seminar sind zwar perfekt – doch der Stundenplan macht einem einen dicken Strich durch die Rechnung. Für diese Fälle gibt es die so genannten MOOCs (Massive open online courses). graduate-150374_1280

Das sind Online-Seminare, die auf vielfältige Art und Weise Wissen vermitteln, und das durchaus auf universitärem Niveau. Je nach Kurs gibt es aufgezeichnete Vorlesungen, Seminartexte, Visualisierungen, Übungen usw. Oftmals gibt es die Möglichkeit, gegen eine Gebühr und mit Identitätsprüfung persönliche Zertifikate oder manchmal sogar Credit Points zu erwerben. Der wöchentliche Aufwand ist unterschiedlich – das kann eine Stunde sein, es gibt aber auch Kurse, die locker 8-10 Stunden in Anspruch nehmen! Read More

Hvide Sande – ein Tipp für wetterfeste Reisende

Seit meiner Kindheit zieht es mich immer wieder in eine Gegend: Vestjylland, Dänemark. Dort, mitten auf dem schmalen Dünenstreifen Holmsland Klit, der Nordsee und Ringkøbingfjord verbindet, liegt das Fischerstädtchen Hvide Sande. Alle paar Jahre „muss“ ich aufs Neue dorthin. Objektiv betrachtet gibt es sicherlich reizvollere Orte, aber für mich persönlich ist dies ein Herzensort. Heute stelle ich ihn euch vor.

Photo: Michael Gäbler

Photo: Michael Gäbler

Vestjylland (oder auch Westjütland) liegt, wie der Name schon verrät, im Westen Dänemarks, an der Küste, und dort dann ziemlich mittig. Die Gegend lässt sich mit dem Auto wunderbar erreichen, anders dafür wirklich beinahe gar nicht. Es gibt keinen Bahnhof in Hvide Sande, Überlandbusse sind mir nicht aufgefallen, von Flughäfen wollen wir mal gar nicht erst anfangen. Also Auto. Das ist aber gar nicht so tragisch, weil sich Dänemark, besonders abseits der großen Autobahnen, sehr entspannt fährt. Außerdem ergibt sich nur so dieser magische Augenblick, wenn die Landschaft sich in Dünen und flache Seen verwandelt und mein Herz sagt: Endlich! Wir sind zu Hause! Read More

It began with absence and desire. It began with blood and fear.

Sommerzeit ist Lesezeit. Auch wenn das Wort Ferien in Semester„ferien“ mit Fug und Recht in Anführungsstrichen steht – ein gutes Buch für die Lernpause am Strand ist nie verkehrt. Aber was lesen? Bücher über historische Ereignisse gibt es wie Sand am Meer, (mitunter schlechte) Bücher über Magie oder Vampire leider auch. Eine Buchreihe, welche die Genres „Historienroman“ und „Fantasy“ verbindet, ohne die jeweiligen Klischees zu bedienen, ist die All Souls Trilogie von Deborah Harkness.

A Discovery of Witches Read More

Von gescheiterten Plänen und davon, dass alles immer anders kommt, als man denkt

Photo: Mälardalens Högskola

Photo: Mälardalens Högskola

In der Reihe „Baltic Exchange“ stellen wir euch diese Woche die ERASMUS-Erfahrungen von Lisa Plath vor. Sie musste feststellen, dass nicht nur der Auslandsaufenthalt, sondern auch das Leben selbst unplanbar ist:

„’Man weint zweimal in Greifswald: Einmal, wenn man kommt, und einmal, wenn man geht.‘ Diesen Spruch hab ich schon oft gehört und doch nie geglaubt, dass er wirklich auf mich zutreffen könnte. Da ich vor meinem Studium schon in Schweden gearbeitet hatte, stand für mich seit Beginn des Studiums fest, ein Semester im Ausland, vorzugsweise Schweden, zu verbringen.

Ich hatte mein Studium von Anfang an durchgeplant – die ersten vier Semester vollgepackt, um dann das fünfte entspannt damit verbringen zu können, Land und Leute näher kennenzulernen und meine Sprachkenntnisse weiter zu vertiefen. Anschließend sollte im sechsten Semester nur noch die B.A. -Arbeit folgen. Doch wie das mit Plänen irgendwie immer so ist, kam alles anders…

Read More