Author - Andreas

Meine Masterarbeit vom Ei bis zum Vollinsekt

Am Anfang jeder Abschlussarbeit steht die Themenfindung ‒ mitunter ein leidiges Thema. In meinem Fach bestand nicht die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Lehrstühlen und Professoren zu wählen, denn es gab und gibt jeweils nur einen. Daher blieb mir diese Entscheidung schonmal erspart. Für eine grobe Richtung (Literatur-, Sprach-, Übersetzungswissenschaft und was es sonst noch gibt) musste ich mich trotzdem entscheiden. Manche fangen damit an und überlegen sich ihr Thema je nach Richtung. Ich bin den umgekehrten Weg gegangen, habe zuerst alle meine Ideen zusammengetragen, egal ob Literatur- oder Sprachwissenschaft, habe mit meinem Professor darüber geredet und am Ende das Thema ausgewählt, das mir am meisten zusagte. Das Thema, das ich schließlich fand, war recht außergewöhnlich: Die Insektenwelt als Motivquelle in ausgewählten Werken der zeitgenössischen finnischen Literatur ‒ kurz: Insektenmotive in 9 finnischen Romanen. Read More

Ein Student sitzt im Kino und denkt über den Film nach // Opiskelija elokuvissa istui, leffaa pohtien

(Alempana artikkeli suomeksi.)

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Erstes Bild: Ein Museumsraum, fahl und trist und bis auf wenige Vitrinen leer. Eine spärliche Anzahl von Besuchern schaut sich darin um. Insgesamt ein sehr trostloser Anblick. Ich denke darüber nach, ob das schon zum Film gehört oder vielleicht doch noch Werbung ist (wofür aber?). Meine Hoffnungen werden enttäuscht. Der Titel wird eingeblendet und mir ist klar: Der Film hat begonnen. Vielleicht wird er ja noch etwas farbenfroher, denke ich. Und tatsächlich: Ein Krabbensandwich und ein grellrotes Kleid sollen noch das Auge erfreuen. Die Trägerin des Kleides wiegt ihr Baby im Kinderwagen und offenbar über ihnen gurrt fröhlich eine Taube, der der Film wohl seinen Namen zu verdanken hat. Für mich eine hoffnungsvolle Szene und der nahezu einzige Lichtblick in diesem hervorragenden, aber etwas sehr trübseligen Film.

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Die Baltistik und das Baltikum – die kleinen Unbekannten Teil II

Ausrufezeichen Baltikum

Was interessiert dich am Baltikum?

Mich begeistert die Kultur, z.B. Volkslieder und -tänze, die Traditionen, z.B. Kūčios in Litauen (der litauische Heilige Abend mit seinen spezifischen Bräuchen), und wie sie in der Bevölkerung gewahrt und gelebt werden. Außerdem haben Lettland und Litauen wundervolle Landschaften zu bieten. Nicht zuletzt lerne ich auch gerne die Sprachen, Lettisch gefällt mir da besonders.
– Georg (22), Baltistikstudent, Greifswald

Nach dem Abitur bin ich eher zufällig für ein Jahr nach Estland gekommen und habe mich auf meinen Reisen durchs Baltikum in alle drei Staaten verliebt. Im Baltikum herrscht eine ganz andere Grundstimmung als in Deutschland. In Deutschland habe ich oft das Gefühl, dass alle Wege schon gegangen sind und alles irgendwie „gesetzt“ erscheint, wohingegen man im östlichen Europa und insbesondere im Baltikum eine sehr starke Aufbruchsstimmung spürt. Eine gute estnische Freundin hat mir dazu einmal gesagt: „Die Zukunft ist jetzt – und sie gehört uns, den jungen Leuten. Wir haben lange genug darauf gewartet, dass die Zukunft zu uns kommt, jetzt kommen wir zu ihr.“ Bars und Ateliers entstehen in alten Lagerhallen oder Werkstätten aus der Sowjetzeit, junge Leute experimentieren mit einer Mischung aus Folklore und Popmusik, und StartUps schießen überall aus dem Boden. Jedes Mal, wenn ich an mir eigentlich vertrauten Orten im Baltikum vorbeikomme kann ich noch etwas entdecken, was neu ist und darauf wartet, entdeckt zu werden.
– Marcel, Slawistik- und DaF-Student, Greifswald

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Die Baltistik und das Baltikum – die kleinen Unbekannten Teil I

Das Baltikum liegt auf der Bekanntheitsskala recht weit unten. Ebenso ist Baltistik nicht gerade das Fach, für das man sich planlos an der Universität einschreibt – oder doch? Wie bist du zur Baltistik gekommen?

Fragezeichen

Stimmt, um Baltistik zu studieren, sollte man zumindest schonmal davon gehört haben, und das ist nicht gerade oft der Fall. Und selbst dann, so glaube ich, braucht man immer noch einen gewissen persönlichen Bezug zu den baltischen Staaten.
Meine Gesamtschule in Jena hat eine Partnerschule in Litauen. Damals durfte ich die Anfänge dieser Partnerschaft miterleben und auch tatkräftig mitgestalten. Mein Engagement war damals sehr groß und schnell ergab sich der Bezug zu Land, Leuten, Kultur und Sprache. Als ich später nicht recht wusste, was ich denn schlussendlich studieren sollte, suchte ich im Internet nach einer Möglichkeit, etwas mit Litauen zu machen. Erster Treffer – Baltistik in Greifswald.
Georg (22), Baltistikstudent, Greifswald

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