2. Türchen

Pepparkaka, piparkook und Pfefferkuchen

An Weihnachten gibt es viele Leckereien. Zu den beliebtesten gehören aber in den nordischen Ländern wahrscheinlich die Kekse, die in Schweden pepparkaka, in Dänemark peberkage, in Finnland piparkakku, in Norwegen peparkake und in Estland piparkook heißen. Und damit sind wahrscheinlich noch lange nicht alle Länder genannt, die sich die Weihnachtszeit gerne mit diesen Plätzchen versüßen. Aber ist da eigentlich Pfeffer drin oder warum heißen die so? Und woher kommt diese winterliche Tradition?

Für die Erklärung des Namens müssen wir bis ins Mittelalter zurückreisen. Es gibt tatsächlich noch alte Rezepte aus dem Jahr 1444, in dem Pfeffer als Zutat aufgelistet ist. Eine andere Erklärung hat aber damit zu tun, dass damals exotische Gewürze sehr kostbar waren. Zu diesen Gewürzen gehörte auch der Pfeffer. Weil die Menschen sich aber die teuren Gewürze nur in Ausnahmefällen leisten und sie nur für ganz besondere Leckereien verwenden konnten, sprachen sie ganz einfach stellvertretend von „Pfeffer“. Was die Menschen im Mittelalter aber einfach als „Pfeffer“ bezeichneten sind in unserer heutigen Zeit Zimt, Kardamom, Ingwer und Nelken, die wir noch heute aus den pepparkakor oder piparkakut herausschmecken – wie auch immer man sie nennen mag.

Woher die pepparkakor (wir bleiben einfach mal beim Schwedischen) kommen, weiß man nicht so genau. Manche behaupten, dass es sie schon seit mehr als 3000 Jahren in Mesopotamien gab. Mit mehr Sicherheit kann man jedoch sagen, dass sie Skandinavien von Deutschland aus durch Handelsbeziehungen erreichten. Schon lange waren sie zu dieser Zeit in England und Deutschland als ginger breads, Pfefferkuchen und Lebkuchen beliebt. Über die schon lange zurückreichenden Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern und Skandinavien kamen die pepparkakor dann auch weit im Norden an.

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Die pepparkakor sind heute ziemlich dünn und werden mit besonders typischen Formen ausgestochen. In den weihnachtlichen Keksdosen finden sich dann Blumen, Tannenbäume, Sterne, kleine Männchen, Herzen und Schaukelpferde. Man kann sie am Weihnachtsbaum aufhängen, ein Haus aus ihnen bauen und sie natürlich vor allem essen. Lecker sind sie eigentlich zu jeder Gelegenheit, aber traditionell gibt es pepparkakor zu Milch, Kaffee oder Glögg. Ein Geheimtipp: am besten schmecken sie noch warm in Milch eingetaucht. Ein Rezept findet ihr hier, viel Spaß beim Backen und beim Teig-Naschen.

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Mareen

Mareen

Fühlt sich an vielen Orten zu Hause: in Süddeutschland, Finnland, Greifswald und sowieso überall, wo es Kaffee, spannende Geschichten und schöne Landschaften gibt. Seit kurzem für die Fennistik in Greifswald und vor allem interessiert an den Geschichten und Sprachen des Nordens – mit gelegentlichen Abstechern an andere bunte Orte der Welt.