15. Türchen

Joulupuuro

Für viele Finnen beginnt Weihnachten erst so richtig mit einer Schüssel joulupuuro (Reisbrei) am Morgen des 24. Dezember. Schließlich ist der mit Zimt und Zucker oder Pflaumenmus auch wirklich eine Köstlichkeit. Die Finnen verbinden damit aber auch eine besondere Tradition.

Im großen Topf Reisbrei wird eine geschälte Mandel versteckt, die dann in einem der Teller landet, auf die der Brei verteilt wird. Wer sie in seiner Schüssel oder auf seinem Löffel findet, dem bringt sie Glück. In Familien mit mehreren Kindern kann es natürlich schon mal passieren, dass ganz zufällig mehr Mandeln im Brei sind und ihren Weg in die Schüsseln der kleinsten finden – aber das ist natürlich wirklich nur Zufall.

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Woher die Tradition kommt, ist nicht so ganz klar. Manche sagen, sie komme von einer Tradition, die die Engländer schon lange für den 6. Januar haben, andere wagen sich mit ihrer These in der Zeit sehr weit zurück ins antike Griechenland. Die Erklärung ist aber in beiden Fällen die gleiche. Die jeweiligen Köche versteckten damals eine Bohne im Essen (das natürlich ansonsten scheinbar keine Bohnen enthielt). Wer die Bohne auf seinem Teller fand, war der König oder die Königin der Feier, der den restlichen Gästen unterschiedliche (sehr wahrscheinlich lustige) Aufgaben stellen durfte, die sie ihrerseits nicht verweigern konnten.

Aus Reis wird der Weihnachtsbrei in Finnland übrigens erst seit ungefähr 100 Jahren zubereitet. Lange fand man anstelle des Reisbreis vor allem auf den Tischen der ländlichen Bevölkerung eher Gersten- oder Haferbrei.

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Mareen

Mareen

Fühlt sich an vielen Orten zu Hause: in Süddeutschland, Finnland, Greifswald und sowieso überall, wo es Kaffee, spannende Geschichten und schöne Landschaften gibt. Seit kurzem für die Fennistik in Greifswald und vor allem interessiert an den Geschichten und Sprachen des Nordens – mit gelegentlichen Abstechern an andere bunte Orte der Welt.