Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf – umstritten, revolutionär, geliebt

Fragt man in Deutschland heute eine beliebige Person auf der Straße, was diese mit Schweden verbindet, fällt in der Regel nach IKEA und Köttbullar sehr bald der Name Astrid Lindgren.

Astrid Lindgrens Lebenswerk ist nach wie vor, auch sechzehn Jahre nach ihrem Tod, noch allgegenwärtig. Als wohl eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen weltweit, ist die Schwedin mit ihren Erzählungen, wie Pippi Langstrumpf, Karlsson vom Dach, Gebrüder Löwenherz oder Die Kinder von Bullerbü in die Geschichte eingegangen und begeistert damals wie heute Kinder und Erwachsene. Für ihr Werk, in dem sie kindliche Wünsche, Bedürfnisse und Empfindungen auf den Punkt bringt und versucht, eine Brücke zwischen Kind und Erwachsenem zu schlagen sowie für ihren Verdienst für die Gesellschaft, ist Astrid Lindgren zeitlebens zahlreich ausgezeichnet worden. Lindgrens Bücher sind in 76 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft worden. Ihre anschaulichen Beschreibungen der idyllischen småländischen Landschaft, in der sie viele Handlungen ihrer Geschichten stattfinden lässt, prägen das Schwedenbild vieler Nicht-Skandinavier und tragen unter anderem zum zunehmenden Interesse vieler Deutscher an Skandinavien bei. Wie keine andere, gibt Astrid Lindgren in ihren Büchern den Kindern eine Stimme und macht ihnen Mut, sich gegen die Bevormundung durch Erwachsene zu behaupten. Mit ihrem Erstlingswerk Pippi Langstrumpf, welches ihrerseits ursprünglich gar nicht für den Buchmarkt gedacht war, löste Lindgren in Schweden, aber auch in anderen Ländern, in denen ihr Buch erschien, teils heftige Debatten aus, die sowohl Befürworter, als auch Gegner der antiautoritären Erziehung auf den Plan rief.

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Su gimtadienu, Lietuva!

Im vergangenen Jahr berichteten wir bereits von den Feierlichkeiten anlässlich Finnlands einhundertjähriger Unabhängigkeit. In diesem Jahr stehen auch die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland anlässlich ihrer Einhundert-Jahres-Feiern im Fokus der Weltöffentlichkeit. Am heutigen Tag ist Litauen das erste der drei Länder, das mit einer Reihe von Veranstaltungen seinen Geburtstag begeht.
Haltet eure Cepelinai fest, hüllt euch in Gelb-Grün-Rot und lasst das Gira in Strömen fließen.
Heute feiern wir Litauen!

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Ein dänischer Klassiker: Det forsømte forår

Während man sich als Schüler hierzulande mit Goethes Faust herumquälen muss, dürfen die Dänen einen Krimi lesen. Giftmord ohne Gift, ein Lateinlehrer in seiner Lieblingsrolle als Caesar, 19 heranwachsende Jungen mit der Last einer ganzen Zukunft auf den Schultern und viele versäumte Frühlinge. – Wir lösen den Fall.

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Geschichten aus dem Institut

Ein Interview mit Dr. Cornelia Krüger und Dr. Hartmut Mittelstädt

aufgezeichnet am 07.11.2017

Das Institut für Fennistik und Skandinavistik in der Hans-Fallada-Straße im Mai 2017; mit Festbeflaggung anlässlich des Festivals Nordischer Klang. Foto: Katharina Mieglich.

Das Institut für Fennistik und Skandinavistik in Greifswald feiert in diesem Jahr das 100. Jubiläum – Herzlichen Glückwunsch! Am. 4. Oktober 1918 unter der Aufsicht des preußischen Kulturministeriums gegründet, hat das Institut eine bewegte Geschichte hinter sich. Dies haben wir zum Anlass genommen und haben zwei der dienstältesten Mitarbeitenden zu ihren Erinnerungen und Geschichten aus dem Institut befragt: Dr. Cornelia Krüger, die jetzt seit kurzer Zeit in Rente ist und früher am Lehrstuhl für Neuere Skandinavische Literaturen tätig war sowie Dr. Hartmut Mittelstädt, der am Institut Isländisch unterrichtet.

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„Pihalla“ – Screwed (FIN 2017)

Filmkritiken der 59. Nordischen Filmtage in Lübeck

von Friederike Schönherr

Dieser 96-minütige Jugendfilm brachte 2017 die Themen Coming-out, Sommerliebe und Erwachsenwerden einfühlsam und überzeugend in die finnischen Kinos.

Nach einer aus dem Ruder gelaufenen Party, muss der 17-jährige Miku den Sommer mit seinen Eltern in einem Ferienhäuschen auf dem Land verbringen. Die Ruhe in der finnischen Natur hat bald ein Ende, als der schüchterne Junge den extrovertierten Elias von nebenan kennenlernt. Beide Jungs sind so gegensätzlich wie irgend möglich. Miku, verschlossen und unschuldig versus Elias, der reifer wirkt und Nacktbilder von sich auf seinem Handy hat. Trotz dieser Unterschiede fühlen sie sich voneinander angezogen. Gemeinsam entfliehen sie dem Familiendasein fortan zum Rauchen, Bier trinken oder Baden gehen. Elias unangepasste und selbstbewusste Art bringt Miku dazu, sich seine Gefühle für ihn einzugestehen und seine unterdrückte Homosexualität zu akzeptieren.

Nils-Erik Ekblom präsentiert einen Film, der mit viel Gespür die unterschiedlichen Seiten des Erwachsenwerdens aufgreift. Read More